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X-DREAM-Bandphoto

Da mich der Bandname eher an progressive (aber dennoch konventionelle) Klänge denken läßt, haben mich diese vier aus Ravensburg stammenden Musiker mit vorliegender Scheibe ordentlich überrascht. Anstelle der erwarteten, ruhigeren Töne, lassen es X-DREAM nämlich amtlich krachen und das noch dazu mit einer immensen Freude. Die Tracks kommen zwar sehr solide und immerzu auf den Punkt gebracht aus den Boxen, und auch die musikalischen Fähigkeiten offeriert das Quartett zu jeder Sekunde, aber dennoch hat diese Demo-CD das gewisse "Etwas", das X-DREAM in Folge von der Konkurrenz unterscheidet. Vor einiger Zeit quasi als Nebenbaustelle von JST gegründet, haben sich Jan (Gitarre), Stefan (Drums) und Teo (Baß) mit einem Sänger namens Jorgoz! zusammengetan, um X-DREAM aus der Taufe zu heben und ihre Art von Musik zu offenbaren.

Auch wenn man die Basis der Klänge des Quartetts grob als Heavy-Prog-Rock bezeichnen kann, liefern X-DREAM keineswegs lediglich derlei Klänge ab. In erster Linie scheinen die Herrschaften auf Eigenständigkeit bedacht zu sein, und das ist ihnen durch unzählige abgefahrene Sequenzen auch verdammt gut gelungen. Zumindest wollen mir im Verlauf der Spielzeit nicht wirklich Bands als Vergleich einfallen, die ähnliches Material zu bieten haben. Weiters haben X-DREAM auch einen recht hohen Unterhaltungswert, ein Kriterium, das nicht unerwähnt bleiben sollte, auch wenn X-DREAM alles andere als ein "Spaß-Projekt" sind.

Ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Musik ist die immerzu schwer beeindruckend aufspielende Rhythmus-Abteilung, die nicht nur im coolen ›Instrumetal‹ den Ton angibt, sondern durch ihr eigenwilliges Spiel Tanzbein und Nacken gleichermaßen anzusprechen imstande ist. Während sich der Zuhörer beim Erstkontakt im eröffnenden ›Terms Of Paradise‹ eventuell an den fast schon obskuren Rhythmen und ebensolchen Gesangspassagen stoßen könnte, wird spätestens ab dem dritten Durchlauf klar, daß X-DREAM hier etwas wirklich Außergewöhnliches geschaffen haben, auch wenn im Hintergrund die Nu Metal-Keule bedrohlich mitschwingt. ›My Master‹ kommt zu Beginn mit fast schon Rap-mäßigen Passagen aus den Boxen und geht viel mehr ins Beinkleid als das man bangen möchte und kann vor allem hinsichtlich der immensen Eingängigkeit punkten. Das bereits erwähnte ›Instrumetal‹ kontrapunktiert die Vorstellung durch regelrecht entspannte und progressive Rockklänge, bevor uns das Quartett erneut ungewöhnlichen Heavy Rock mit abgefahrenen Rhythmen in Form von ›Years Of Passion‹ anzubieten hat. Die Lacher auf ihrer Seite hat die Formation mit Sicherheit bei ›Isla del afortundo‹, dem abgefahrensten Track dieser Combo. Ein solches Stück hätten wir in dieser oder ähnlicher Machart auch von KNORKATOR nur zu gerne angenommen, denn hier offenbaren die Jungs ihre unterhaltsame Seite.

Anspruchsvolle Musik muß nicht immer nur ernst vorgetragen werden, wie uns X-DREAM, die auf diesem Demo eine wahrlich fulminante Mischung aus Anspruch und Spaß zu bieten haben, eindrucksvoll unter Beweis stellen.

http://www.x-dream-music.net/

kontakt@x-dream-music.net


Walter Scheurer

Nachtrag 19. Januar 2020: Es gibt Quellen im Internet, die behaupten, daß es sich bei dem ominösen Jorgoz! um den ehemaligen GRAVESTONE-Sänger Berti Majdan handelt, was auch weiter oben in dieser Story zu lesen gewesen war. Bei einem Interview nach der Reunion von GRAVESTONE sprach ich Berti darauf an, der allerdings sagte, daß er nie ein Mitglied von X-DREAM gewesen sei. Daher habe ich diese Passage gelöscht.


Stefan Glas

X-DREAM im Überblick:
X-DREAM – Online Empire 33-"Known'n'new"-Artikel (aus dem Jahr 2007)
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