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Nicht nur aus ErzĂ€hlungen bekannter Musiker weiß man, daß in Grie­chen­land Heavy Metal der traditionellen Art besonders geliebt wird. Auch einige Bands, die sich dieser Musik verschrieben haben, konnten in den letzten Jahren hierzulande durch­weg gute Resonanzen fĂŒr ihre Ver­öffent­lichungen erzielen und sich somit einen guten Namen erspielen.
CRYSTAL TEARS aus Thessaloniki zĂ€hlen seit gut zehn Jahren zu den Fixsternen am griechischen Metal-Firmament, auch wenn es in den letzten Jahren etwas still geworden war rund um die Band und lediglich Drummer Chrisafis mit seinem Projekt METALLY INSANE einigermaßen in die Schlagzeilen gekommen ist. Doch Ende des letzten Jahres erschien ein neues Werk von CRYSTAL TEARS, das mit traditionellem Heavy Metal ĂŒberzeugen konnte und nicht zuletzt durch die Reibeisenstimme der neuen SĂ€ngerin Natasa Pandreia vom Gros der Veröffentlichungen herausstechen konnte.
Da sich CRYSTAL TEARS also noch immer unter den Lebenden befinden und mit »Choir Of Immortal« ein mehr als krĂ€ftiges Lebenszeichen von sich gegeben haben, war es an der Zeit, auch dieser Band den nötigen Platz fĂŒr ein Interview einzurĂ€umen. Drummer und Mastermind Chrisafis Tantanozis nahm die FĂ€hrte auf.

Leider kennt hierzulande kaum ein Metaller CRYSTAL TEARS, geschweige denn wird die Band gebĂŒhrend geschĂ€tzt, deshalb soll der Anfang dieses Interviews dazu dienen, die Band erst einmal ein wenig vorzustellen.

CRYSTAL TEARS wurden im Herbst 1997 gegrĂŒndet und haben bislang drei Demos aufgenommen, »Skies Of Eternity« (1999), »Promoworks« (2000) und »Embrace The Horror« (2002). Im Oktober 2006 wurde unser erstes Album mit dem Titel »Choirs Of Immortal« ĂŒber PURE STEEL RECORDS veröffentlicht. Die Höhepunkte unsere bisherigen Karriere waren mit Sicherheit jene Gigs, die wir in Griechenland als Opener fĂŒr JAG PANZER, RIOT und W.A.S.P. absolvieren durften, aber auch die Zusammenarbeit Joe Petagno, der nicht nur unser Cover gezeichnet hat, sondern auch schon fĂŒr GrĂ¶ĂŸen wie MOTÖRHEAD, PINK FLOYD, LED ZEPPELIN und Alice Cooper gearbeitet hat, war etwas besonderes. Gemastered wurde unser Debut ĂŒbrigens von R. D. Liapakis, dem SĂ€nger von MYSTIC PROPHECY, der auch schon mit FIREWIND oder CHASTAIN gearbeitet hat. In der Vergangenheit durften wir sogar bereits einmal mit Chris Tsangarides zusammenarbeiten, der bekannt ist durch seine Arbeit mit Bands und KĂŒnstlern wie JUDAS PRIEST, THIN LIZZY, Gary Moore, BLACK SABBATH, Ozzy Osbourne, DEPECHE MODE, Bruce Dickinson, HELLOWEEN, oder Yngwie Malmsteen.

Keine schlechte Referenzliste, wĂŒrde ich sagen. Wie kam denn das aktuelle Line-up zusammen, schließlich war es vor geraumer Zeit ja nicht ganz so gut um CRYSTAL TEARS bestellt?

Wir mußten in unserer Laufbahn schon mehrmals Umbesetzungen vornehmen, doch im Moment sieht es wahrlich gut aus. Mit Natasa Pandreia haben wir eine SĂ€ngerin in der Band, Dimitris Goutziamanis spielt Gitarre, Stratos Dionisopoulos den Baß und meine Wenigkeit sitzt noch immer hinter dem Schlagzeug. Nach der Veröffentlichung unseres dritten Demos ist das damalige Line-up zerbröckelt und es war verdammt hart, neue Mitglieder fĂŒr die Band zu finden. Es mangelt hierzulande keineswegs an talentierten Musikern, sehr wohl aber an Leuten, die mit der selben Intention ans Werk gehen wie ich, deshalb hat es auch lange Jahre gedauert, bis ich fĂŒr CRYSTAL TEARS wieder ein perfektes Line-up gefunden habe. Im Endeffekt hat sich aber das Warten und Suchen bezahlt gemacht, denn die Band war nie besser als jetzt!

Welche Bands mĂŒssen denn unbedingt erwĂ€hnt werden, wenn es um Eure "EinflĂŒsse" und Vorlieben aus musikalischer Sicht geht?

Mmm... JUDAS PRIEST, ACCEPT und IRON MAIDEN, daran komme ich sicher nicht vorbei. Obwohl es innerhalb der Band durchaus unterschiedliche GeschmÀcker gibt und dadurch auch RAMONES, Alice Cooper, DIO oder W.A.S.P. mit zu den bandinternen Favoriten zu zÀhlen sind, kommen wir immer auf einen gemeinsamen Nenner. Diese Mischung macht es hinsichtlich der Arbeiten an eigenen Songs ungemein spannend und befruchtend.

Wie bist Du seinerzeit ĂŒberhaupt auf den Namen CRYSTAL TEARS gekommen? Außer einem Albumtitel von ON THORNS I LAY fĂ€llt mir dazu gar nicht viel ein.

Ein Zusammenhang zu ON THORNS I LAY besteht auf jeden Fall nicht. Es war eher zufĂ€llig, denn wir suchten schlicht und ergreifend einen leicht zu merkenden und auszusprechenden Namen, der auch in Erinnerung bleibt. Zudem lĂ€ĂŸt CRYSTAL TEARS eine Menge an Spielraum fĂŒr eigene Interpretationen zu, und das ist auch gut so.

Euer aktuelles Album ist zwar nicht mehr ganz preßfrisch, aber dennoch neu und aktuell. Wie lĂ€ĂŸt sich denn die musikalische Entwicklung der Band beschreiben?

»Choirs Of Immortal« ist im direkten Vergleich zu unseren Demos ein wenig geradliniger und direkter ausgefallen, es ist im Prinzip ein reinrassiges Heavy Metal-Album geworden. FrĂŒher haben wir vermehrt Augenmerk auf die Geschwindigkeit der Songs gelegt, dafĂŒr waren diese aber auch nicht ganz so schnörkellos. In der aktuellen Besetzung haben wir beim Songwriting vor allem darauf geachtet, daß die einzelnen Bandmitglieder eine perfekte Performance abliefern, ohne sich dabei musikalisch in den Vordergrund zu drĂ€ngen.

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Wie lÀuft das Songwriting generell bei Euch ab? Eher auf traditionelle Art und Weise im Proberaum, oder modern via Computer?

Irgendwo dazwischen. Wenn wir neue Ideen haben, nehmen wir diese sehr wohl im Alleingang auf den Computer auf, allerdings treffen wir uns auch immer in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden im Proberaum, um aus diesen Riffs oder Ideen Songs zu stricken. Wir proben fĂŒr unsere VerhĂ€ltnisse mittlerweile sogar sehr hĂ€ufig. [lacht]

Wie kann man sich die Entstehung eines Songs bei Euch vorstellen?

Gut an der derzeitige Besetzung ist auch, daß wir allesamt Gitarrespielen können und deshalb jeder mit Riffs oder Ideen ankommt, die er sich fĂŒr einen Song vorstellen kann. Danach wird durch intensives Arbeiten hĂ€ufig ein fertiger Song, in der Zwischenzeit, also bis zur endgĂŒltigen Fertigstellung der Musik an sich, werden die Gesangsmelodien komponiert und die Texte geschrieben. Es gibt bei uns zwar kein Schema, nach dem wir arbeiten, aber im Normalfall passiert es auf diese Art und Weise.

Perfekte Steilvorlage: Die Texte wollte ich ohnehin als nÀchstes Thema auf den Tisch bringen.

Hinsichtlich unserer neuen Songs kann ich Euch die Themen in kurzen Worten zusammenfassen: â€șSworn To Avengeâ€č handelt von RachegelĂŒsten, â€șNightmare Terrorâ€č ist unser Tribute an einen der wohl wichtigsten aller Horrorfilme: "Nightmare On Elm Street". â€șRock Survivorsâ€č ist eine Hymne an unsere Musik und â€șMaster Of Deceptionâ€č basiert auf politischem Hintergrund, denn wir sind der Meinung, daß Politik etwas sehr verlogenes ist. â€șMegas Alexandrosâ€č basiert auf der Geschichte von Alexander des Großen, â€șStealer Of Mindsâ€č handelt von Herren und Sklaven in der modernen Welt und â€șWhen The Night Is Coldâ€č vom Tod und den unfaßbaren Momenten, die einem Menschen widerfahren, wenn er einen geliebten Menschen verliert. Auch â€șAnd The Arrowsâ€č handelt von Rache und zum Abschluß gibt es in â€șLegends Never Dieâ€č, wie der Titel schon vermuten lĂ€ĂŸt, abermals ein geschichtliches Thema.

Eine Konzept oder zumindest ein Zusammenhang einzelner Songs scheint da in keinster Weise vorhanden zu sein.

Nein, definitiv nicht. Alle Songs existieren fĂŒr sich allein und sollen auch als solche betrachtet und gehört haben.

Gibt es irgendwelche besonderen Einflußquellen fĂŒr die Texte?

Nein, denn das tÀgliche Leben bietet ausreichend Themen, um daraus Texte zu kreieren.

Gelungen sind Euch nicht nur die Songs, sondern auch die Umsetzung durch Artwork und Cover. Was gibt es dazu zu vermelden?

Wir hatten die Ehre, mit Joe Petagno zu arbeiten. Er ist auf diesem Gebiet eine KoryphĂ€e und hat unter anderem auch schon einige Cover von MOTÖRHEAD entworfen und auch deren Badges gestaltet. Zudem war er auch fĂŒr Bands wie PINK FLOYD, LED ZEPPELIN und Alice Cooper tĂ€tig. Was fĂŒr eine Ehre fĂŒr uns! Wir waren mit ihm in E-Mail-Kontakt und konnten ihm unsere Vorstellungen persönlich ĂŒbermitteln. Daraus entstand im Endeffekt das Cover: ein Schlachtfeld, auf dem Engel und DĂ€monen miteinander kĂ€mpfen, wĂ€hrend im Hintergrund ein aus DĂ€monen bestehendes Orchester den Soundtrack zum Ende intoniert.

Aber wir Metaller brauchen uns nicht zu fĂŒrchten, denn wir sind der »Choir Of The Immortal«! Mit zu diesem Chor zĂ€hlen mit Sicherheit auch die Jungs von PURE STEEL RECORDS, Eurem Label. Wie kam diese Kooperation zustande?

Volker Raabe, der das BĂŒro von PURE STEEL in Deutschland leitet, und ich sind schon seit Jahren befreundet. Auch er hat sein Leben dem Heavy Metal verschrieben! Eines Tages informierte er mich ĂŒber die Tatsache, daß er mit PURE STEEL auch ein eigenes Label am Start hĂ€tte und wollte von mir natĂŒrlich wissen, wie es um CRYSTAL TEARS bestellt wĂ€re. Nun ja, wie die Geschichte weitergegangen ist, sollte bekannt sein, seit Oktober des letzten Jahres ist unser erstes Album ĂŒber PURE STEEL RECORDS erhĂ€ltlich.

Und wo sollte sich »Choir Of The Immortal« verkaufen lassen?

Ich habe keine Ahnung und bin der Meinung, daß diesbezĂŒglich sehr viel von unserem Label abhĂ€ngt. Ich hoffe nur, daß Metal-Fans auf der ganzen Welt die Möglichkeit haben werden, sich bei Interesse das Album auch zulegen zu können.

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Im Idealfall folgt demnÀchst eine Tournee um das Werk auch amtlich zu promoten.

Ich denke, das wird sich machen lassen, wenn auch nicht als durchgehende Tournee, sondern mittels einzelner Gigs, verstreut ĂŒber lĂ€ngere Zeit. Unser grĂ¶ĂŸtes Ziel und Traum zugleich ist es, mit CRYSTAL TEARS auch außerhalb Griechenlands spielen zu können, im Idealfall auf einem der großen Festivals in Deutschland. [lacht]

Davon trĂ€umt wohl jede Band. Wo und mit wem durftet Ihr denn bislang schon die BĂŒhne teilen?

Wie schon eingangs erwĂ€hnt, durften wir bereits mit JAG PANZER, RIOT und W.A.S.P. spielen. Vor allem unser Gig mit W.A.S.P. wird wohl in die Analen der griechischen Metal-Szene eingehen, denn wir hatten eine ganz besondere Idee an jenem Abend: Wir konnten insgesamt 14 GĂ€ste auf der BĂŒhne begrĂŒĂŸen, sieben Gitarristen und sieben SĂ€nger, mit denen ich im Vorfeld innerhalb eines Monats schwer zu organisierende Proben abgehalten habe. Nachdem einige CRYSTAL TEARS-Songs gespielten wurden, haben dann alle zusammen â€șRock Until We Fallâ€č von meinem METALLY INSANE-Projekt gespielt. Es war von Beginn an ein sehr riskantes Unterfangen, aber ich habe es gewagt und wir alle haben gewonnen, denn so etwas wird es wohl in Griechenland nicht mehr so schnell geben!

METALLY INSANE war ein sehr ambitionierte Projekt, das aber hierzulande leider nicht wirklich bekannt ist. Kannst Du uns dazu ebenfalls etwas erzÀhlen?

Der Song â€șRock Until We Fallâ€č ist als Ergebnis meiner Liebe und Hingabe zum Heavy Metal zu verstehen. Die Umsetzung hat lange Jahre gedauert, da ich von Beginn an mit der Intention an die Sache heranging, kein Soloprojekt zu starten, sondern möglichst viele griechische Musiker dafĂŒr zu begeistern. Den Großteil der Arbeiten habe ich zwar selbst ĂŒbernommen, aber dennoch war es mir wichtig, meine Idee mit anderen Musikern teilen zu können. Im Endeffekt hat mich die Arbeit an METALLY INSANE ein gutes Jahr gekostet, aber es hat sich gelohnt. Ich habe auch nicht einmal versucht, damit einen Deal zu erhalten, denn ich war mir klar, daß es sich um einen einmalige Angelegenheit handeln wĂŒrde.

Die an METALLY INSANE involvierten Instrumentalisten und SĂ€nger stammten zwar allesamt aus dem Norden Griechenlands, aber ganz einfach wird es dennoch nicht gewesen sein, die Herrschaften in ein Studio zu karren, um an â€șRock Until We Fallâ€č zu arbeiten.

Zu jedem Musiker, der in dem Song zu hören ist, habe ich ein freundschaftliches VerhĂ€ltnis. Eigentlich wollte ich noch einige Leute mehr zur Mitarbeit gewinnen, aber das war leider nicht möglich. Vor allem fĂŒr jene Musiker, die nicht direkt aus Thessaloniki, sondern aus Xanthi, Serres, Kavala oder Alexandroupoli stammen, mußte ich auch noch Übernachtungsmöglichkeiten besorgen, was auch nicht gerade wenig Arbeit mit sich brachte. Teilweise waren auch die ZeitplĂ€ne meiner Kumpels nicht ganz so einfach mit meinem zu vereinbaren; ich hatte also reichlich zu tun. Im Endeffekt war es die Sache aber wert, denn in erster Linie war es das freundschaftliche Arbeiten an einem Projekt, das allen Spaß gemacht hat, und unsere gemeinsame Liebe zum Heavy Metal konnte ebenso untermauert werden. So eine Sache wird es wohl in Griechenland so schnell nicht mehr geben.

Und wohl auch nirgendwo anders auf der Welt. Ein derartiges ZusammengehörigkeitsgefĂŒhl existiert wohl generell nur in der Metal-Szene. Wie ist es denn um die griechische Szene ĂŒberhaupt zur Zeit bestellt?

Es gibt einige wirklich gute Heavy Metal-Bands hier in Thessaloniki, aber hier geht im Moment in der extremen Metal-Szene wesentlich mehr ab, wÀhrend in Athen der traditionelle Metal schwer angesagt ist.

Nichts wie hin mit euch, denn dort werdet ihr mit Sicherheit zu den gerngesehene GÀsten gezÀhlt werden. Was soll denn ansonsten noch so geschehen in nÀchster Zeit?

NatĂŒrlich sind wir im Moment damit beschĂ€ftigt, unser Album so gut es geht zu promoten, und dazu zĂ€hlen klarerweise Gigs, aber auch Interviews. Zudem arbeiten wir aber bereits an neuem Material, aber einige Zeit wird es schon in Anspruch nehmen, bis ein zweiter Longplayer fertig ist.
Aber verlaßt Euch darauf, daß CRYSTAL TEARS so bald es möglich sein wird, ein weiteres Album veröffentlichen werden! Rock until we fall!

Exakt!

http://www.crystal-tears.com/

chrisafis_tantanozis@hotmail.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

CRYSTAL TEARS (GR) im Überblick:
CRYSTAL TEARS (GR) – Choirs Of Immortal (Rundling)
CRYSTAL TEARS (GR) – Hellmade (Rundling)
CRYSTAL TEARS (GR) – ONLINE EMPIRE 31-Interview
CRYSTAL TEARS (GR) – News vom 25.04.2008
CRYSTAL TEARS (GR) – News vom 23.12.2012
andere Projekte des beteiligten Musikers Chrisafis Tantanozis:
METALLY INSANE – Rock Until We Fall (Do It Yourself)
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