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CRYSTAL EYES-Bandphoto 1

Mag sein, daß der Name CRYSTAL EYES bislang noch nicht wirklich bekannt ist. Doch Fakt ist, daß diese Band bereits 1992 von Mikael Dahl und Niclas Karlsson gegrĂŒndet wurde. Der Grund dieser beiden Jungs war, wie bei vielen anderen Musikern auch, eine eigene Band im Sinne ihrer musikalischen Vorbilder JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN, ACCEPT oder BLACK SABBATH zu grĂŒnden und jede Menge Spaß dabei zu haben. Daran hat sich im Laufe der Zeit nichts geĂ€ndert, denn CRYSTAL EYES haben erst vor kurzer Zeit ihr neuestes Werk »Dead City Dreaming« veröffentlicht.
Wer von "Greenhorns" spricht, liegt jedoch völlig falsch, denn nach vier Demos, die zwischen 1992 und 1998 eingespielt wurden, erhielten die Schweden 1998 einen Vertrag bei CRAZY LIFE MUSIC, wo auch die ersten beiden Scheiben »World Of Black And Silver« (1998) und »In Silence They March« (2000) erschienen. Danach zog man es vor, unter eigener Flagge in die Schlacht um Verkaufszahlen zu ziehen, und so veröffentlichten CRYSTAL EYES fortan ihre Alben »Vengeance Descending« (2003), »Confessions Of The Maker« (2005) und das bereits erwĂ€hnte »Dead City Dreaming« auf dem Label HEAVY FIDELITY RECORDS. Nicht nur dieses Label, das von Mikaels Bruder, Tommy Dahl gefĂŒhrt wird, zeugt von Eigeninitiative, auch die Aufnahmen jener Scheibe erfolgte im bandeigenen "Crystal Sounds Studio".
FĂŒr »Dead City Dreaming« gab es bisher die wohl besten Resonanzen seitens der Presse, weshalb das im Moment aus Mikael (g, bis 2004 auch als SĂ€nger auf den Alben der Band zu hören), Niclas Karlsson (g, jedoch erst seit wenigen Monaten wieder mit von der Partie, da er zwischenzeitlich eine fast zehnjĂ€hrige Auszeit eingelegt hatte), Nico Adamsen, einem dĂ€nischen SĂ€nger, Claes Wikander (b, seit 1997 bei CRYSTAL EYES) und dem seit 2001 hinter dem Drumkit thronenden Stefan Svantesson bestehende Quintett auch frohen Mutes ist, was die aktuelle Scheibe betrifft.
Mikael war so frei und ließ sich auch gar nicht lange um ein Interview bitten.

CRYSTAL EYES-Einzelshot: Nico Adamsen

Wie kann man die musikalische Entwicklung von CRYSTAL EYES am besten beschreiben?

Unser Debut »World Of Silver And Black« war in erster Linie von Geschwindigkeit geprĂ€gt und zwar nicht nur musikalisch. Alles lief unheimlich rasch ab. Seit 2002 besitzen wir ein eigenes Studio und deshalb ist es viel einfacher fĂŒr uns, an musikalische Ideen heranzugehen und diese aufzunehmen. Als Songwriter habe ich in der Zwischenzeit gelernt, daß weniger manchmal mehr sein kann, sprich ich muß nicht mehr alle Ideen, die ich habe, zwanghaft in einem Song verbraten, sondern schaffe es durchaus, mir einiges fĂŒr spĂ€tere Nummern aufzusparen. Ich bin der Meinung, daß wir uns stilistisch festigen konnten, so daß man CRYSTAL EYES zwar eindeutig als Heavy Metal-Band identifizieren kann, wir es dennoch schaffen, auf Klischees zu verzichten. Besser als auf dem aktuellen Album haben wir meiner Meinung nach noch nie geklungen.
Daniel Heimann, der »Confessions Of The Maker« eingesungen hat, war zweifelsohne ein begnadeter SĂ€nger, aber Nico ist noch besser. Es tut auch gut, Niclas Karlsson wieder in der Band zu haben. Niclas war ja bis 1995 bei uns, hatte dann aber die Band verlassen und kam erst wĂ€hrend der Aufnahmen zu »Dead City Dreaming« wieder zu uns, als Jonathan Nyberg die Band verlassen hatte. In dieser Besetzung sind CRYSTAL EYES stĂ€rker als je zuvor und man kann nur hoffen, daß wir das auch bestĂ€tigen können.

CRYSTAL EYES-Einzelshot: Mikael Dahl

Zumindest was »Dead City Dreaming« betrifft, stimme ich Dir zu. CRYSTAL EYES unterscheiden sich musikalisch zwar nur ein wenig von der "Konkurrenz", was wohl auf etwaige unterschiedliche EinflĂŒsse zurĂŒckzufĂŒhren sein wird.

Ich denke, dafĂŒr bin ich zustĂ€ndig, denn ich habe schon immer nicht nur Bands wie IRON MAIDEN, ACCEPT und JUDAS PRIEST gehört, sondern war auch immer schon ein AnhĂ€nger von melodiösen Bands wie SCORPIONS, EUROPE, DEF LEPPARD oder BON JOVI. Vielleicht sind unsere Songs daher auch wesentlich melodiöser als die anderer Bands. Zudem habe ich auch ein Faible fĂŒr diverse Rock- und Popbands, aber die wage ich hier nicht zu erwĂ€hnen. [lacht]

WĂ€re aber kein Problem, so lange ich mir diese Bands nicht zwingend anhören muß. Was mir an Eurem neuen Album noch sehr positiv aufgefallen ist, nennt sich "IntensitĂ€t". Hattet Ihr von Beginn an vor, Eure neuen Songs persönlicher und intensiver zu gestalten?

Nein, ich denke beim Komponieren niemals daran, wie sich ein Album im Endeffekt anhören wird. Ich schreibe Songs und Melodien, so wie sie mir in den Sinn kommen. Allerdings gestehe ich, daß ich fĂŒr »Dead City Dreaming« sehr hĂ€ufig in meinem Archiv gesucht habe, in dem mittlerweile gut 50 unfertige Songs zu finden sind, um mich daran zu bedienen. Genau das meinte ich mit Vorteil hinsichtlich eines eigenen Studios. Dadurch konnte ich meine aktuellen Kompositionen auffetten. Es haben sich nĂ€mlich Passagen im Laufe der Zeit angesammelt, die zwar als eigenstĂ€ndige Songs nicht relevant waren, jedoch als fehlende Passagen zu neuen Songs perfekt harmonierten. Der Vers in unserem Titelsong beispielsweise stammt von einer Idee aus dem Jahre 1992 und auch der Chorus zu â€șTemple Of Immortal Shameâ€č ist nicht viel jĂŒnger. Abgesehen davon sind mir einige Songs aufgefallen, die noch nicht veröffentlicht wurden, es aber mit Sicherheit verdienten hĂ€tten, weshalb man in BĂ€lde damit rechnen kann.

CRYSTAL EYES-Einzelshot: Niclas Karlsson

Klingt interessant. Die Musik an sich hĂ€tten wir nun besprochen, wie sieht es denn mit den Texten aus? Kannst du uns die Songs von »Dead City Dreaming« diesbezĂŒglich erlĂ€utern?

Aber klar doch. â€șDead City Dreamingâ€č, der Titelsong wurde von Andreas geschrieben und basiert auf H.P. Lovecrafts "The Call Of Chutulu". Auch das Cover wurde ĂŒbrigens davon beeinflußt. â€șBattlefieldâ€č ist Lied ĂŒber Kriege, dessen Text man aber nicht wirklich ernstnehmen sollte. â€șThe Quest Remainsâ€č handelt davon, nicht wirklich zu wissen, wer man ist, wĂ€hrend â€șThe Narrow Mindâ€č davon inspiriert wurde, daß sehr viele Menschen leider sprechen, ohne vorher nachzudenken. â€șWall Of Starsâ€č beinhaltet jenen Text, der am meisten Interpretationsfreiheit zulĂ€ĂŸt, mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. DafĂŒr gibt es zu â€șTemple Of Immortal Shameâ€č einen interessanten Hintergrund: Im Moment bin ich arbeitslos und dieser Song handelt von einem Ort, den ich vor einiger Zeit deswegen besuchen mußte. [lacht] Noch persönlicher sind die Texte zu â€șInto The Lightâ€č, das von Freiheit handelt, und â€șRoads Of Lonelinessâ€č, in dem es um Einsamkeit geht, ausgefallen. In â€șDawn Dancerâ€č geht es um Menschen, die die Zukunft voraussagen können, nur der Titel â€șThe Halls Of Valhallaâ€č braucht wohl nicht wirklich kommentiert zu werden.

Was inspiriert Euch als Musiker zu solchen Texten?

Andreas hat dieses Mal nur einen Text verfaßt, bezieht aber seine Inspiration meist aus BĂŒchern oder Filmen, was sich auch mit â€șDead City Dreamingâ€č bestĂ€tigt. Meine Texte dagegen sind eher persönlich gehalten und basieren auf dem Leben an sich. Zudem hoffe ich, daß man nicht alle unsere Texte zu ernstnimmt, denn auch der Spaß sollte nicht zu kurz kommen.

VerstĂ€ndlich. Weniger Spaß lĂ€ĂŸt ja offensichtlich das Business zu, oder weshalb habt Ihr mit HEAVY FIDELITY ein eigenes Label am Start?

Das stimmt. HEAVY FIDELITY wird von meinem jĂŒngeren Bruder gefĂŒhrt und CRYSTAL EYES sind die einzige Band auf diesem Label, was sehr gĂŒnstig ist, da wir als Band den perfekten Überblick ĂŒber alle Businessangelegenheiten behalten.

CRYSTAL EYES-Einzelshot: Claes Wikander

DafĂŒr seid Ihr aber budgetmĂ€ĂŸig dann aber eher eingeschrĂ€nkt. Gab es denn bereits Anfragen von grĂ¶ĂŸeren Labels, die Euch unter Vertrag haben wollten?

Nein, bisher nicht.

Schade eigentlich, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Hinsichtlich Eurer Herkunft Schweden werdet Ihr wohl auch ein Teil dieser Szene sein, die hierzulande sehr hochgeschÀtzt wird. Bestehen denn besondere Beziehungen zu anderen Truppen?

Es gibt hier wirklich unzÀhlige gute Bands und mit Formationen wie CANDLEMASS, Yngwie Malmsteen, TREAT, EVERGREY, LOST HORIZON, MORGANA LEFAY, ZONATA oder IRON WARE haben wir auch schon zusammengespielt. Da wir allerdings in einer sehr kleinen Stadt zu Hause sind, existiert bei uns in ummittelbarer Umgebung keine sogenannte Szene.

Dadurch ergibt sich aber im Gegenzug die Möglichkeit, sich sehr eigenstĂ€ndig zu entwickeln. In welchen Regionen außerhalb der unmittelbaren Umgebung konnten CRYSTAL EYES bisher die meisten Fans rekrutieren?

Weiß ich ehrlich gesagt nicht. »Dead City Dreaming« wird zunĂ€chst in Europa, Nordamerika und Rußland veröffentlicht, was uns sehr wichtig ist. Zudem hoffen wir, das Album auch in Japan und SĂŒdamerika verkaufen zu können, denn auch dort sollte ein Markt fĂŒr CRYSTAL EYES sein.

Gerade Nordamerika könnte abermals ein interessanter Markt fĂŒr traditionellen Metal werden. Was denkst Du, dort erreichen zu können?

Das könnte sein, obwohl ich der Meinung bin, daß es fĂŒr uns sehr schwierig sein wird, in Übersee erfolgreich zu sein. Unsere Alben waren ĂŒber einen Vertrieb dort zwar allesamt auch erhĂ€ltlich, aber ich muß gestehen, mir ĂŒber VerkĂ€ufe generell nicht unbedingt den Kopf zu zerbrechen.

Wie sind denn die Kritiken und Reaktionen auf »Dead City Dreaming« bislang ausgefallen?

Bis jetzt eigentlich sehr zufriedenstellend, vor allem unser neuer SĂ€nger ist meist gut weggekommen, was mich sehr positiv stimmt. Auch die Produktion ist schon desöfteren lobend erwĂ€hnt worden und deshalb denke ich, daß wir alles richtig gemacht haben.

CRYSTAL EYES-Einzelshot: Stefan Svantesson

Wird es denn auch Gigs geben, um das Album amtlich zu prÀsentieren?

Hoffentlich. Eventuell könnte sich sogar eine Tour als Supportact ergeben und zudem verhandeln wir auch ĂŒber etwaige Festivalauftritte im nĂ€chsten Sommer.

Lassen wir uns ĂŒberraschen, was da kommen mag.

Gute Idee, aber seid euch sicher, daß wir nun verstĂ€rkt daran arbeiten, daß ihr CRYSTAL EYES auch live zu Gesicht bekommen könnt! Zudem sind wir aber auch schon wieder dabei, neue Songs zu schreiben. Man darf also sicher sein, daß CRYSTAL EYES auch in Zukunft mit neuen Songs und Alben am Start sein werden und Auftritte werden hoffentlich auch noch dazu kommen!

http://www.crystaleyes.net/

tommy@heavyfidelity.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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