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VANDEN PLAS-Headline

Ihren Platz als bedeutendste deutsche Progressive-Band, die auch international einen exzellenten Ruf genie├čt, haben sich VANDEN PLAS in den letzten Jahren St├╝ck f├╝r St├╝ck erarbeitet. Doch vier Jahre seit der letzten Studioplatte ┬╗Beyond Daylight┬ź sind eine lange Zeit, so da├č dieser Status in Gefahr sein k├Ânnte.
Jedoch kann man Entwarnung geben, denn das Warten auf das neue Album ┬╗Christ0┬ź hat sich wahrlich gelohnt: Anno 2006 w├Ąre es l├Ącherlich, im Zusammenhang mit VANDEN PLAS auch nur noch ansatzweise an DREAM THEATER zu denken - ein Vergleich, der VANDEN PLAS schon lange verfolgt. Diese Band hat sich schon l├Ąngst ihr eigenes Universum geschaffen, in dem sie sich bei ┬╗Christ0┬ź mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegt.
So lautet das klare Res├╝mee nachdem wir Mitte Dezember die Band im Studio besuchen und uns einen ersten H├Âreindruck verschaffen konnten. Doch parallel zu den Arbeiten an ┬╗Christ0┬ź haben VANDEN PLAS die Vorbereitungen f├╝r ein weiteres Projekt in Angriff genommen: 2004 erschien von ABYDOS, dem Soloprojekt von VANDEN PLAS-S├Ąnger Andy Kuntz, eine Platte, die nun in ein Rockmusical umgewandelt wurde, das am 25. Februar am Pfalztheater Kaiserslautern welturaufgef├╝hrt wird. Zwar sind VANDEN PLAS in der Vergangenheit bekanntlich schon oft bei Rockmusicals am Theater aufgetreten, aber dennoch stellt "Abydos" ein Novum in der Bandgeschichte dar, wie Gitarrist Stephan Lill, Keyboarder G├╝nter Werno und Andy darlegen k├Ânnen.

VANDEN PLAS-Bandphoto 1

G├╝nter, Du warst f├╝r das Arrangement von "Abydos" zust├Ąndig. Wie kann sich ein Normalsterblicher vorstellen, wie aus einer Progressive Metal-Platte ein Musical wird?

G├╝nter: "Ich hatte eindeutige Vorgaben, da ich das Musical arrangiert habe, aber nicht transformiert habe. Ich mu├čte mich also streng an das Original halten. Nachdem Andy die entsprechende Story fertig hatte, wurde ich beauftragt, ein Arrangement f├╝rs Theater zu schreiben. Diese Arbeit bestand darin, einen Klavierauszug von jedem Song zu schreiben, so da├č ich die Songs erst heraush├Âren mu├čte, um sie auf dem Klavier spielen zu k├Ânnen und schlie├člich mittels Midi-Programmen in Noten zu transferieren. Au├čerdem mu├čte ich die ganzen Orchesterstimmen, die auf der ABYDOS-Platte recht h├Ąufig vorkommen, einrichten. Anschlie├čend mu├čte ich den Gesang von der Platte heraush├Âren und entsprechende Partituren erstellen, nach denen die f├╝nf Solisten singen k├Ânnen. Schlie├člich wird auf der B├╝hne der Gesangspart, den Andy auf der Platte komplett selbst ├╝bernommen hatte, zwischen den einzelnen Solisten aufgeteilt, die ab und zu miteinander oder gegeneinander singen. Au├čerdem mu├čte noch der Gesangspart f├╝r den Chor des Pfalztheaters erstellt werden: Als Grundlage dienten dabei jene Chorpassagen, die schon auf der Platte zu h├Âren sind, doch diese wurden erweitert, so da├č sie b├╝hnentauglich waren. Au├čerdem wird bei ÔÇ║Far Away From HeavenÔÇ╣ ein Kinderchor zu h├Âren sein."

Andy, was hat sich auf dem Weg von der ABYDOS-Platte hin zum "Abydos"-Musical storytechnisch ge├Ąndert?

Andy: "Als ich das Projekt angeboten hatte, dachte ich eigentlich daran, da├č "Abydos" auf der kleinen Werkstattb├╝hne aufgef├╝hrt werden soll, so da├č ich die Songs alleine gesungen h├Ątte, allenfalls mit zwei, drei weiteren Schauspielern, die reinen Sprechtext gehabt h├Ątten, um zwischen den Songs ├╝berzuleiten. Doch der Intendant des Kaiserslauterer Pfalztheaters Johannes Reitmeier war sofort Feuer und Flamme und hat "Abydos" sofort als gro├če Rockoper gesehen, die er unbedingt ans gro├če Haus holen wollte.
Daher mu├čte ich aus den verschiedensten Gr├╝nden einiges umschreiben: So wird die ABYDOS-Platte einzig aus dem Blickwinkel des Hauptdarstellers, des kleinen Fly, erz├Ąhlt, der sich teilweise in die Gef├╝hle und Gedanken der anderen Figuren hineinversetzt. Also war es meine Aufgabe, diese Charaktere selbst zum Leben erwachen zu lassen, und den entsprechenden Part auch den gecasteten Schauspielern auf den Leib ma├čzuschneidern.
Wir hatten das Gl├╝ck, sehr gute Schauspieler zu finden: So wird beispielsweise Astrid Vosberg mitspielen, mit der ich schon viele Produktionen gemacht habe, und die auch mit dem St├╝ck in Zusammenhang steht. Ich habe n├Ąmlich mit ABYDOS unter anderem auch zwei Verlusterlebnisse verarbeitet: den Tod meines Vaters und eines sehr guten Freundes, der mich fr├╝her sehr gef├Ârdert hat und auch schauspielerisch an mich geglaubt hat, und Astrid war seine Freundin. Daher freut es mich besonders, da├č sie nun ein Teil des "Abydos"-Musicals sein wird. Au├čerdem wird es einen wirren Professor geben, der der Freund des jungen Fly ist, der von Andy Zaron dargestellt wird, der 1990 die "Rocky Horror Show" gespielt hatte. Ulli Wewelsiep wird der Erz├Ąhler sein, der die Story transportiert; er wird den sehr mystischen Charakter Mito spielen, von dem man w├Ąhrend des kompletten St├╝cks nicht wei├č, auf welcher Seite er steht, was letztendlich in einer gro├čen ├ťberraschung m├╝nden wird, die ich aber nicht vorwegnehmen will. Ulli hat eine sensationelle Sprechstimme und hat auch bei Ian Parrys drittem CONSORTIUM PROJECT die deutsche Einleitung gesprochen. Dann gab es noch die Rolle des B├Âsewichts zu vergeben: F├╝r diese Rolle hatte ich sehr klare Vorstellungen und irgendwann kam in mir die Idee auf, eine Frau daf├╝r zu nehmen. Also habe ich Katy Karrenbauer gefragt, die man aus der TV-Serie "Hinter Gittern" kennt und mit der ich schon in der "Rocky Horror Show" in Saarbr├╝cken gespielt hatte. Sie hatte zun├Ąchst Interesse ge├Ąu├čert, mu├čte aber letztendlich leider wieder abspringen, da sie einfach zu viele Drehs hat, so da├č die Rolle nun von Ines Agnes Krautwurst ├╝bernommen wird, die die Rolle mit Sicherheit genauso gut bedienen wird."

G├╝nter: "Es ist erstaunlich, da├č bei genauerem Nachforschen einige Parallelen zwischen Andys ABYDOS-Story und der ├Ągyptischen Kult- und Begr├Ąbnisst├Ątte Abydos aufgetaucht sind: Ohne da├č Andy wirklich Kenntnis von diesen Sachen hatte, hat er gewisse Dinge exakt so in seine Story eingebaut wie sie auch in der ├Ągyptischen Mythologie waren. Es gibt beispielsweise Bilder von Toten, die ├╝ber einen Flu├č fahren, um auf der anderen Seite wiedergeboren zu werden; doch dort lauert ein b├Âse G├Âttin, die Seelen fri├čt, so da├č manche Menschen nicht wiedergeboren werden. Besagte G├Âttin wird immer gr├╝n dargestellt und der entsprechende Charakter, den Andy entwickelt hat, tr├Ągt den Namen "Green". Doch mehr noch: Denn urspr├╝nglich war "Green" ein m├Ąnnlicher Charakter, der "Scarecrow Man". Wie Andy schon erw├Ąhnt hat, versp├╝rten wir das klare Bed├╝rfnis, diese Rolle einer Frau zu geben - ohne da├č wir zu diesem Zeitpunkt wu├čten, da├č es sich in der ├Ągyptischen Mythologie tats├Ąchlich um eine G├Âttin handelt. Ein wirklich unglaublicher Zufall!"

Andy, Wie f├╝hlst Du Dich dabei, da├č jene Songs, in denen viel Herzblut von Dir steckt, nun von anderen Personen auf der B├╝hne gesungen werden.

Andy: "Das ist schlicht eine Notwendigkeit. Als K├╝nstler ist man auf solche Neuerungen zudem gespannt und kann daraus nur lernen. Ich habe bewu├čt mit G├╝nter zusammen Schauspieler gecastet, die die Rollen auf ihre ganz eigene Weise bedienen k├Ânnen. Ich will keineswegs vier Klone von mir auf der B├╝hne stehen haben, denn dann m├╝├čten die anderen Darsteller zwangsl├Ąufig schlechter als ich dastehen. Ich will aber, da├č das gesamte Musical funktioniert. Ich habe auch keine Angst davor, wenn die Zuschauer hinterher sagen werden, da├č ich gegen├╝ber den anderen Darstellern abgestunken bin. Nat├╝rlich werde ich mich reinh├Ąngen, um so gut wie m├Âglich zu sein, aber am wichtigsten ist das gesamte Projekt! Letztendlich will ich n├Ąmlich, da├č das Endresultat dem Pfalztheater Recht gibt, da├č sie ihr Vertrauen in mich gesetzt haben. Ich habe vielmehr Angst davor, wie ich reagieren werde, wenn ich als Fly Songs singen werde und in denen nat├╝rlich sehr viel Trauerarbeit steckt. Denn eigentlich sind diese Dinge seit fast drei Jahren abgehandelt, und werden nun wieder in Szenerien hineingebracht, in denen ich mich selbst vielleicht wiederfinden werde. Also ich glaube, da├č f├╝r mich die "Abydos"-Auff├╝hrungen sehr emotional sein werden."

Das Musical wurde ├╝ber die ABYDOS-Songs hinaus ausgeweitet.

G├╝nter: "Richtig: Die Songs von ABYDOS wurden komplett ├╝bernommen und lediglich ÔÇ║Hyperion SunsetÔÇ╣ wurde zur Ballade umgeschrieben, weil die urspr├╝ngliche Doublebass-Nummer einfach nicht in ein Musical gepa├čt h├Ątte. Von VANDEN PLAS werden ÔÇ║Can You Hear MeÔÇ╣ in zwei Versionen sowie ÔÇ║Healing TreeÔÇ╣ verwendet."

Stephan: "Au├čerdem wird noch ein Song von mir hinzukommen, den ich f├╝r SNAILSHOUSE geschrieben hatte, der fr├╝her ÔÇ║So wie der WindÔÇ╣ hie├č und nun den Titel ÔÇ║Like The WindÔÇ╣ tragen wird."

Gab es in musikalischer Hinsicht Probleme, diese Songs in das ABYDOS-Umfeld einzubetten?

G├╝nter: "Wir haben bewu├čt nicht die h├Ąrtesten VANDEN PLAS-Songs gew├Ąhlt, sondern solche, die sich problemlos eingef├╝gt haben: ÔÇ║Can You Hear MeÔÇ╣ ist bekanntlich eine Ballade und ÔÇ║Healing TreeÔÇ╣ hat einen ruhigen Anfang. Ich habe mir zu Hause eine CD mit allen Songs in jener Reihenfolge, wie sie auch auf der B├╝hne nacheinander kommen werden, zusammengestellt, und dabei hat sich schnell herausgestellt, da├č die St├╝cke harmonisch ineinander ├╝bergehen."

Andy, wie konnte es funktionieren, da├č Du solche Fremdk├Ârper in die "Abydos"-Storyline integriert hast?

Andy: "Sie haben die Story letztendlich sogar noch bereichert und sehr gut gepa├čt. Die Story war urspr├╝nglich viel gr├Â├čer angelegt, h├Ątte jedoch in dieser Form nicht auf die CD gepa├čt. Dadurch ist also eine Menge Subtext entstanden und nun gab es auch gen├╝gend Freiraum, den ich nutzen konnte. Schlie├člich ist "Abydos" so konzipiert, da├č alle f├╝nf Charaktere von Anfang bis Ende mit einem roten Faden durchlaufen. Es gibt also keinen Charakter, der irgendwann mittendrin auftaucht, ein Lied singt und dann schon wieder abdanken kann. Das war letzten Endes auch die Hauptarbeit, beim Umschreiben des St├╝cks: f├╝r jeden Charakter seine eigene Storyline zu entwickeln."

G├╝nter: "Das hat f├╝r mich nat├╝rlich immer bedeutet, da├č ich diese Ver├Ąnderungen auch wieder im Arrangement umsetzen mu├čte, was unterm Strich eine Menge Zeit gekostet hat."

Andy: "Es kam noch hinzu, da├č meine ausgearbeitete Story ganz knallhart von Johannes Reitmeier als gelerntem Dramaturgen analysiert wurde und er schonungslos die dramaturgischen Schw├Ąchen aufgedeckt hat. Also habe ich die Story ├╝berarbeitet und G├╝nter mu├čte sich wieder ans Arrangement setzen. Als dann die neue Version fertig war, wurde sie wieder von Johannes auseinandergenommen, bis wir zu einem stimmigen Endresultat kamen.
Johannes, der selbst schon mehr als 50 St├╝cke geschrieben hat, bot mir seine Hilfe an, die ich nat├╝rlich gern angenommen habe. Also haben wir uns des├Âfteren getroffen, um an dem St├╝ck zu arbeiten und seine Erfahrung hat sich als unglaublich wertvoll erwiesen. So war Johannes auch der Ausl├Âser f├╝r weitere Ver├Ąnderungen: So war es ihm wichtig, da├č die doch recht esoterisch angehauchte "Abydos"-Geschichte nicht die Bodenhaftung verliert, sondern stets f├╝r jedermann nachvollziehbar bleibt. Au├čerdem hat er mir dargelegt, da├č ich die Story urspr├╝nglich so konzipiert habe wie man sie in einem Buch oder auch einem Film umsetzen w├╝rde: Im Film kann man n├Ąmlich von einer Sekunde zur n├Ąchsten zwischen Szenen zu wechseln, war am Theater nat├╝rlich nicht m├Âglich ist. Also haben wir daf├╝r gesorgt, da├č es nur vier, f├╝nf Ebenen gibt, die sich innerhalb des St├╝cks etablieren. Daher mu├čte ich gewisse Dinge reduzieren oder manche Szenen, die urspr├╝nglich in eigenen Szenerien gespielt haben, umkonzipieren. Au├čerdem wollte Johannes ein wenig mehr von der realen Historie des ├Ągyptischen Tempels Abydos in dem St├╝ck wissen. Daher hat sich Johannes auf eigene Kosten tonnenweise Literatur ├╝ber Abydos gekauft, so da├č wir intensiver recherchieren konnten.
├ťbrigens mu├č ich zu dem Stichwort Film noch etwas sagen: Ich glaube, da├č die Wendung, die in "Abydos"stattfinden wird, f├╝rs Theater eher ungew├Âhnlich ist und vielmehr ins Filmgenre geh├Ârt. Das r├╝hrt auch daher, da├č wir enorme multimediale M├Âglichkeiten hatten: Ich habe hier ganz eng mit Karl-Heinz Christmann zusammengearbeitet, der schon mit Roland Emmrich Special Effects gedreht hat. Er hat den Narren an "Abydos" gefressen und macht uns nahezu unentgeltlich professionelle Filmaufnahmen, die zu dem St├╝ck eingespielt und integriert werden. Besagte Wendung gab es ├╝brigens auf der ABYDOS-Platte nicht, sondern die Antwort auf die vielen Fragen werden nun die Zuschauer visuell geliefert bekommen, w├Ąhrend die Platte ein open end hatte."

Wird derjenige, der ABYDOS kennt, die Platte sofort wiedererkennen oder eher ├╝berrascht sein, weil sich einiges ge├Ąndert hat?

G├╝nter: "Wir haben uns eng an die Originalkompositionen von Stefan Glass und Michael Krauss gehalten. Wir hatten urspr├╝nglich mal nachgedacht, ob wir beispielsweise alle Heavyparts, die die Gitarre spielt, lieber auf Clean- oder Akustikgitarre ver├Ąndern sollen, aber haben uns letztendlich entschieden, diesbez├╝glich nichts zu ver├Ąndern. Die gr├Â├čte Ver├Ąnderung erf├Ąhrt also der Gesang, weil er nun von verschiedenen Personen beigesteuert wird."

Haben Stefan und Michael etwas zu dieser Arrangementarbeit beigetragen, oder hast Du alles allein bew├Ąltigt?

G├╝nter: "Die beiden waren so nett, da├č sie mir ihre alten Midi-Files gegeben haben, die sie damals beim Komponieren verwendet hatten. Allerdings wurden manche Songs nochmal deutlich umgeschrieben, so da├č die Files nur teilweise noch gepa├čt haben. Also war es f├╝r mich zumeist einfacher, die Songs komplett selbst zu spielen, um digitale Noten zu erhalten."

Stephan, wie siehst Du selbst die ABYDOS-Platte? W├Ąre es hypothetisch gesprochen m├Âglich gewesen, da├č einer der Songs auch auf einer VANDEN PLAS-Platte gestanden h├Ątte?

Stephan: "Es gibt sicherlich das ein oder andere Lied, das theoretisch gepa├čt h├Ątte. Der Hauptunterschied besteht allerdings darin, da├č bei den ABYDOS-Songs teilweise sehr viel reingepackt wurde, wie beispielsweise verschiedene Stilrichtungen oder Variationen im Tempo oder der Harmonik. Nat├╝rlich war ich ins ABYDOS-Songwriting nicht involviert, so da├č ich diese Aussage nur von meinem Gef├╝hl her treffen kann, da ich diesen Eindruck bekommen habe, als ich mich neulich in die Songs eingearbeitet habe. Bei VANDEN PLAS h├Ątten wir darauf geachtet, ob all' dies auch live noch umsetzbar w├Ąre, doch dieser Gedanke hat beim Komponieren der ABYDOS-St├╝cke offensichtlich keine Rolle gespielt. Au├čerdem kommen hier und da Bl├Ąser vor, die ich pers├Ânlich bei VANDEN PLAS umpassend finden w├╝rde. Daher h├Ątten wir als Band zun├Ąchst sicherlich noch mal Hand an die Songs gelegt, um die typische Charakteristik von VANDEN PLAS zu erreichen, bevor wir sie f├╝r unsere Zwecke verwendet h├Ątten."

Wird sich dieses Problem denn auch bei der Musicalversion bemerkbar machen? Immerhin werden die Songs dann live von den VANDEN PLAS-Musikern gespielt.

Stephan: "Das St├╝ck ist musikalisch zweifelsohne sehr anspruchsvoll, so da├č es sehr probeintensiv f├╝r uns sein wird, aber es ist trotzdem m├Âglich, alles live umzusetzen. Wenn dies nicht m├Âglich gewesen w├Ąre, h├Ątten wir sicherlich schon im Vorfeld den ein oder anderen Song ├╝ber Bord werfen m├╝ssen. Die einzige tiefgreifende Ver├Ąnderung hat ÔÇ║Hyperion SunsetÔÇ╣ erfahren, da diese Doublebass-Nummer kaum theatertauglich war, so da├č nun eine Ballade daraus geworden ist. Nat├╝rlich wird sich alles erst endg├╝ltig herausstellen, sobald die Proben beginnen. Ich habe allerdings das gesamte St├╝ck schon durchgespielt, um herauszufinden, ob alle Parts mit nur einer Gitarre zu bew├Ąltigen sind, oder ob es hier und da n├Âtig sein wird, noch etwas umzuarrangieren."

Es hat den Anschein, da├č "Abydos" h├Ąrter ausfallen wird, als die g├Ąngigen Rockmusicals.

G├╝nter: "Auf jeden Fall! In "Rocky Horror Show" kommt Rock'n'Roll-artige Musik zum Zuge oder "Evita" ist von der Musik, die die Band spielt, betrachtet ├Ąu├čerst seicht."

Also wird "Abydos" den durchschnittlichen "Andrew Lloyd Webber-Fan" erschrecken?

G├╝nter: "In dieser Hinsicht sollte man zun├Ąchst mal erw├Ąhnen, da├č "Jesus Christ Superstar" bis dato die h├Ąrteste Rockoper darstellt, die damals schon recht fortschrittlich komponiert wurde. In Sachen Komplexit├Ąt und Eing├Ąngigkeit werden beide St├╝cke vergleichbar sein. "Abydos" wird vielleicht noch ein wenig h├Ąrter ausfallen, aber der Hauptunterschied wird sein, da├č "Abydos" mit zeitgem├Ą├čeren Sounds gespielt wird. Wir haben bewu├čt den Mittelweg gew├Ąhlt, da├č sowohl ein "normaler" Rockmusicalbesucher als auch in VANDEN PLAS-Fan etwas an den St├╝ck finden wird."

Stephan, wird sich "Abydos" f├╝r die VANDEN PLAS-Musiker anders "anf├╝hlen" als die anderen Rockmusicals, bei denen Ihr mitgemischt habt? Immerhin spielt Ihr erstmals ein St├╝ck, das teilweise von einem Bandkollegen geschrieben wurde.

Stephan: "Teils, teils. Zum einen mu├č man sich in jedes St├╝ck, das man nicht selbst geschrieben hat, reinarbeiten. Da Andy aber sehr stark involviert war, ist die Grundausrichtung der Musik vergleichbar mit der Musik, die wir mit VANDEN PLAS machen. Von der Harmonik her wird "Abydos" also weitgehend vertraut sein und zudem stammen wie erw├Ąhnt zwei Songs, die in "Abydos" auftauchen werden, von mir: ÔÇ║Healing TreeÔÇ╣ und ÔÇ║So wie der WindÔÇ╣."

"Abydos" wird f├╝r die Musiker irgendwo zwischen den bisherigen Musicalauftritten, bei denen Ihr anonym im Orchestergraben gestanden habt, und den VANDEN PLAS-Auftritten, bei denen Ihr im Rampenlicht steht, liegen.

G├╝nter: "So wie die momentanen Planungen aussehen, werden wir im Orchestergraben spielen, dieser soll jedoch immer wieder hochgefahren werden und somit zum Teil als Spielfl├Ąche f├╝r die Schauspieler dienen."

Stephan: "F├╝r uns spielt es prim├Ąr keine Rolle, ob wir zu sehen sind oder nicht. Wie es im Endeffekt aussehen wird, d├╝rfte sich wohl erst bei den szenischen Proben herausstellen. In erster Linie m├╝ssen wir unseren Job machen und f├╝r das notwendige Fundament sorgen. Wir hatten beispielsweise auch schon bei der "Rocky Horror Show" auf der B├╝hne gesessen und hatten sogar eine eigene Kost├╝mierung, die sich w├Ąhrend des St├╝cks ver├Ąndert hat. Eine solche Position hat nat├╝rlich den Vorteil, da├č wir auch mal das St├╝ck zu sehen bekommen. Ganz anders verhielt es sich wieder bei "Jesus Christ Superstar", wo wir auf der Unterb├╝hne gespielt haben, also separiert von den klassischen Musiker; dabei sahen wir den Dirigenten mittels eines Fernsehbildschirms und den Sound bekamen wir ├╝ber Monitor. Doch ganz gleich wie stark wir in die "Abydos"-Inszenierung eingebunden sein werden, ist es doch ein gro├čer Unterschied zu einer Liveshow."

Eine solche "Orchestergrabengeschichte" war auch Euer letztes Musicalprojekt war "Nostradamus", das ebenso wie "Abydos" kein "gro├čes" und bekanntes Musical wie die "Rocky Horror Show", "Jesus Christ Superstar" oder "Evita" war.

G├╝nter: "Exakt, "Nostradamus" wurde vom neuen Kaiserslauterer Intendanten Johannes Reitmeier geschrieben. Johannes war fr├╝her Intendant in Hof und hat das St├╝ck nach Kaiserslautern mitgebracht. Hier lief es eine Spielzeit und ging dann wieder zur├╝ck nach Hof."

Zu "Nostradamus" gab es eine Maxi-CD mit zwei St├╝cken aus dem Musical. Gibt es auch bei "Abydos" Pl├Ąne, da├č der ein oder andere Song in der Musicalversion auf CD ver├Âffentlicht wird?

G├╝nter: "Ich w├╝rde es sehr begr├╝├čen, wenn eine solche CD erscheinen w├╝rde - allein schon, um die Songs mit den anderen S├Ąnger h├Âren zu k├Ânnen. Ich wei├č allerdings nicht, inwiefern diese Idee in die Tat umgesetzt werden kann."

Wie sch├Ątzt Du nach den Erfahrungen mit "Nostradamus" die Chance ein, da├č mit dem St├╝ck "Abydos" noch mehr passieren wird? Da├č es eventuell in eine weitere Spielzeit ├╝bernommen wird oder an ein anderes Haus gehen wird?

G├╝nter: "Diese Chance besteht generell bei jedem St├╝ck, das wirklich gut ist und es schafft, die Zuschauer zu ber├╝hren und mitzurei├čen, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu fr├╝h, dar├╝ber etwas zu sagen."

Wie lang wird die "Abydos"-B├╝hnenversion letztendlich sein?

G├╝nter: "Die Songs werden etwa 80 bis 90 Minuten dauern, aber es wird zus├Ątzlich auch noch Zwischenmusiken, Dialogparts, Videoeinspielungen und Untertitel geben. Diese zus├Ątzlichen Elemente sind notwendig, um die Story, die einige Zeitspr├╝nge enthalten wird, zu erkl├Ąren und zu verdeutlichen."

Wann wird das Musical "Abydos" starten?

G├╝nter: "Die Premiere wird am 25. Februar am Pfalztheater Kaiserslautern sein und dann werden bis in den Juli hinein f├╝nfzehn weitere Vorstellungen stattfinden. Au├čerdem werden wir im Laufe des ersten Halbjahres 2006 am Pfalztheater auch bei "Jesus Christ Superstar" mitwirken. Andy wird zudem in Darmstadt in der "Rocky Horror Show" und im Sommer in Augsburg in "Jesus Christ Superstar" zu sehen sein."

VANDEN PLAS-Bandphoto 2

Einen Monat sp├Ąter wird endlich auch die neue VANDEN PLAS-Platte ┬╗Christ0┬ź erscheinen, die schon verdammt lange auf sich warten l├Ą├čt: Immer sind seit ┬╗Beyond Daylight┬ź vier Jahre vergangen - eine lange Zeit in der Ihr auch nicht auf Tour gegangen seid. F├╝r viele Fans mag das so aussehen, als h├Ąttet Ihr Euch vier Jahre auf die faule Haut gelegt.

G├╝nter: "Wer die Geschichte von VANDEN PLAS kennt, wei├č da├č wir schon immer mit vielen Hindernissen zu k├Ąmpfen hatten. Ich m├Âchte dabei nur an die Probleme erinnern, die Stephan vor ┬╗Beyond Daylight┬ź mit seiner Hand hatte und damals den Zeitplan ins Wanken gebracht hatte. Oder aber nach ┬╗The God Thing┬ź war unsere Proberaum abgefackelt: Wir kamen von der Tour mit DREAM THEATER zur├╝ck und wollten mit diesem Aufwind im R├╝cken sofort beginnen, eine neue Platte zu verwirklichen und standen pl├Âtzlich ohne Proberaum und Equipment da."

Stephan: "In unserem Nachfolgeproberaum hatten wir Wassereinbruch, so da├č dort mittlerweile das Moos f├╝nf Zentimeter hoch w├Ąchst... Ergo: Wir durften uns wieder auf die Suche nach neuen R├Ąumlichkeiten machen."

G├╝nter: "Auf jeden Fall hatten wir nach der Ver├Âffentlichung von ┬╗Beyond Daylight┬ź verschiedene Einzelshows und Festivalauftritte gespielt und kurz danach lag schon die Idee auf dem Tisch, den "Graf von Monte Christo" sowohl als Musical als auch als regul├Ąre VANDEN PLAS-Platte umzusetzen. Die schon erw├Ąhnten Versuche kosteten eine Menge Zeit, f├╝hrten letztendlich aber nicht zu dem gew├╝nschten Resultat. Dann hatte Andy begonnen, an der ABYDOS-Platte zu arbeiten und wir waren der irrigen Meinung, da├č er das einfach so nebenbei machen k├Ânnte. Letztendlich sollte ABYDOS ein sehr zeitintensives Projekt werden, was wohl auch damit zusammenhing, da├č Andy einen Teil der Trauerarbeit wegen des Todes seines Vaters mittels ABYDOS erledigt hat. Daher waren VANDEN PLAS eine gewisse Zeitlang blockiert.
Nat├╝rlich kamen noch unsere Theaterengagements bei "Jesus Christ Superstar", "Evita" und "Nostradamus" hinzu und man darf nicht vergessen, da├č die meisten von uns auch als Musiklehrer t├Ątig sind. Klar w├Ąre es nett, wenn wir uns einzig und allein auf die Bandarbeit konzentrieren k├Ânnten, aber irgendwie m├╝ssen wir eben unseren Lebensunterhalt mit der Musik verdienen."

Es war deutlich zu sp├╝ren, da├č die neue VANDEN PLAS-Platte sehr viel orchestraler und klassischer ausgerichtet ist. Handelt es sich dabei um den logischen Schritt, den Ihr aufgrund Eurer Theatererfahrung vollzogen habt?

G├╝nter: "Das kann man durchaus so sehen. Letztendlich r├╝hrt es auch daher, da├č die "Monte Christo"-Thematik dadurch aufkam, da├č uns angeboten wurde, dazu ein Musical zu schreiben. Unsere urspr├╝ngliche Intention war, parallel eine Musicalplatte und eine Heavy-Platte zu kreieren. Doch nach und nach mu├čten wir feststellen, da├č dieses zweigleisige Vorgehen nicht klappen wollte: Manche Mucialversionen waren n├Ąmlich zu soft, um als VANDEN PLAS-Song durchgehen zu k├Ânnen, w├Ąhrend manche unserer Heavyversionen einfach viel zu hart waren, als da├č sie in ein Musical gepa├čt h├Ątten. Zudem w├Ąre der zeitm├Ą├čige Aufwand f├╝r uns nahezu nicht zu bew├Ąltigen gewesen, so da├č wir diese Idee zun├Ąchst mal verworfen und uns auf die Heavy-Platte konzentriert haben.
Wir wollten fr├╝her schon entsprechende Elemente in unsere Songs einbauen, aber wir hatten nur die Keyboards zur Verf├╝gung, so da├č es nie hundertprozentig ├╝berzeugend geklungen hat. Doch mittlerweile gibt es wirklich gute Sounds, da das Prager Sinfonieorchester gesampelt wurde. Wenn man nun also einen Cellosound verwenden m├Âchte, dann erklingt wirklich ein Cello, denn als diese Sounds erstellt wurden, hat tats├Ąchlich jemand auf seinem Cello gespielt und wurde aufgenommen. Zudem hatten wir diesmal die M├Âglichkeit, mit dem kompletten "Turandot"-Chor des Pfalztheaters Kaiserslautern zu arbeiten, so da├č der Chor einfach authentisch klingt. Wir hatten fr├╝her sicherlich schon das Know-how gehabt, um solche Parts einzubauen, aber es w├Ąre schlicht unbezahlbar gewesen, einen kompletten Chor anzuheuern. Aber durch unsere verst├Ąrkte Arbeit am Theater haben wir die entsprechenden Leute kennengelernt, so da├č sich diesbez├╝glich ganz neue M├Âglichkeiten aufgetan haben."

Inwiefern werden die klassischen Ch├Âre und Orchestrierungen live umzusetzen sein? Ich denke diesbez├╝glich mit Schrecken an eine Band wie RHAPSODY, bei denen Livekonzerte wie eine Playbackshow wirken.

Stephan: "Diesbez├╝glich m├╝ssen wir abwarten bis wir die Songs f├╝r die Livesituation vorbereiten. Allerdings sind die Ch├Âre nicht so dominant, als da├č man sie live nicht weglassen k├Ânnte. Wenn wir uns allerdings entschlie├čen werden, die Ch├Âre live zu bringen, m├╝ssen wir sie nat├╝rlich einsamplen, denn es wir k├Ânnen kaum mit drei Stimmen einen 30-k├Âpfigen Chor imitieren, der zur H├Ąlfte aus Frauen besteht. Diesbez├╝glich best├╝nde allenfalls die M├Âglichkeit, den Chor bei einem Special Event zu bitten, da├č er mit uns auftritt. Letztendlich wird sich eine Liveversion immer von der Studioaufnahme unterscheiden: Auch bei meiner Gitarrenarbeit mu├č ich mich an bestimmten Stellen f├╝r den wichtigeren Part entscheiden. So l├Ąuft bei der Studioversion unter dem Solo immer die Rhythmusgitarre weiter oder es wird mal eine Akustik- mit einer Heavygitarre gepaart; solche Parts kann ich auf der B├╝hne auch nicht hundertprozentig reproduzieren. Aber genau das macht eine Liveshow aus!"

Wie wird es in Zukunft an der Livefront aussehen?

Stephan: "Derzeit steht lediglich fest, da├č wir im ersten Halbjahr 2006 komplett mit Theaterterminen verplant sind. Es w├Ąre sch├Ân, wenn sich danach die M├Âglichkeit ergeben w├╝rde, da├č wir mit einer anderen Band zusammen drei oder vier Wochen lang auf Tour gehen k├Ânnten. Doch eine Tour mu├č immer terminlich mit unseren anderen Verpflichtungen zusammenpassen. Nat├╝rlich sind wir nicht ganz zufrieden damit, da├č die Liveschiene mit VANDEN PLAS im Moment etwas zu kurz kommt, weil wir durchs Theater gebunden sind, aber andererseits sind wir froh ├╝ber unsere Theaterengagements, denn was kann es sch├Âneres f├╝r einen Musiker geben, als wenn er mit der Musik seinen Lebensunterhalt verdienen kann?"

Seit wann arbeitet Ihr zielgerichtet auf die neue Platte hin?

G├╝nter: "Etwa seit Anfang 2005, aber es sind auch Songs dabei, die in ihren Grundz├╝gen schon vor zwei oder drei Jahren entstanden sind."

Kompositorisch sind VANDEN PLAS mittlerweile richtiggehend zweigeteilt: Etwa die H├Ąlfte der Songs stammen von Dir die andere H├Ąlfte von Stephan. Kooperationen zwischen Euch beiden gibt es ├╝berhaupt nicht und lediglich Andy beteiligt sich hier und da ein wenig. Also entstehen bei Euch die Songs nicht beim Jammen.

G├╝nter: "Wir waren noch nie eine Jam-Band und immer, wenn wir versucht haben zu jammen, haben wir uns viel zu sehr verzettelt. Deshalb ist es bei uns vorteilhaft, wenn entweder Stephan oder ich mit klaren Vorstellungen eines Songs in den Proberaum kommt. Beim gemeinsamen Spielen kann es dann allerdings sehr wohl passieren, da├č gute Ideen aufkommen, wie wir bestimmte Parts eines Songs noch st├Ąrker machen k├Ânnen.
Wir schreiben die Songs zu Hause und dank des Fortschritts der Technik kann man heute mittels virtueller Instrumente schon ganz ordentlich klingende Demos vorproduzieren, so da├č wir im Proberaum eine klare Basis haben, von der wir ausgehen k├Ânnen."

Sind die Songs dann schon definitiv fertig, oder findet im Proberaum noch eine Ver├Ąnderung statt?

G├╝nter: "Es ist durchaus m├Âglich, da├č sich die Songs beim gemeinschaftlichen Ausarbeiten noch ver├Ąndern k├Ânnen. Diesbez├╝glich ist unsere neue Ballade ÔÇ║Fireroses DanceÔÇ╣ ein gutes Beispiel: Das Thema f├╝r die Nummer spukt mir seit 1999 durch den Kopf. Irgendwann kam ein sehr guter Freund zu mir, der sich gerade von seiner Frau getrennt hatte, und schlug mir einen Text dazu vor, in dem er seinen Kummer verarbeitet hat. Diese Rohversion habe ich Andy vorgespielt und ihm fiel spontan eine Melodie ein, so da├č kurze Zeit sp├Ąter die erste Version des Songs stand, die etwa dreieinhalb Minuten lang war - ein Lied, das f├╝r VANDEN PLAS-Verh├Ąltnisse fast schon erschreckend kurz war. Als wir das Lied gemeinsam spielten, hatte Stefan prompt eine Idee, die zum Mittelteil des Songs gef├╝hrt hat; selbiger hat zwar eine v├Âllig andere Stimmung als der Anfang, gab dem Song aber einen faszinierenden Flair. Oder aber die neue Nummer ÔÇ║SilentlyÔÇ╣ von Stephan hatte ganz anders begonnen, und der endg├╝ltige Anfang entstammt einem Vorschlag von mir. Das sind gute Beispiele, da├č Songs bei uns auch im Teamwork entstehen k├Ânnen. Ich mu├č in dieser Hinsicht sagen, da├č Stephan sehr gut darin, spontan perfekte Ideen aus dem Hut zu zaubern, wenn bei einem Song ein Part klemmt."

Letztendlich ist ┬╗Christ0┬ź also jener zweite Teil des "Graf von Monte Christo"-Konzepts geworden, das Euch offeriert wurde. Hattet Ihr damals konkrete Vorgaben, wie die Story ausfallen mu├č, die sich nun auch auf der Platte abzeichnen?

Andy: "Nein, wir hatten keine konkreten Vorgaben als einzig Alexandre Dumas' Roman. Die Ausarbeitung der Thematik f├╝r das angedachte Musical sollte uns v├Âllig allein ├╝berlassen bleiben, so da├č nun auch auf der Platte unsere ganz eigene Interpretation des klassischen Stoffs zu finden ist.
Ich kam allerdings ziemlich schnell zu der ├ťberzeugung, da├č es unm├Âglich sein w├╝rde, diese traditionelle Story mit VANDEN PLAS umzusetzen. Daher bekam ich die Idee, ein modernes Textschema ├╝ber die traditionelle Geschichte zu legen. Daher erz├Ąhlen wir die Geschichte in einer Szenerie, die irgendwo zwischen Hitchcock und "Schweigen der L├Ąmmer" liegt und zudem habe ich die Geschichte ganz anders beleuchtet. Denn f├╝r mich ist der Graf von Monte Christo nichts anderes als ein Serienm├Ârder - auch wenn er nicht selbst t├Âtet, sondern die Menschen dazu bringt, sich zu t├Âten; etwas ├Ąhnliches wie eigentlich auch in einem Film wie "Saw" passiert ist. Selbstverst├Ąndlich hatte den Grafen ein grauenhaftes Schicksal ereilt, aber andererseits k├Ânnte man auch die Geschichte von Hannibal Lecter ganz anders aufrollen, untersuchen, warum er so geworden ist und schon w├╝rde er in einem ganz anderen Licht dastehen. Auf jeden Fall fand ich immer den Schlu├č des Romans v├Âllig bescheuert, denn eine solche Story kann einfach kein Happy End haben! Daher habe ich au├čerdem einen ganz anderen Schlu├č erfunden. Dadurch kommt auch eine zus├Ątzliche Person ins Spiel, n├Ąmlich ein gewisser Inspektor X von Interpol, der den gesamten Fall untersuchen soll; bei uns wird die Story mehr oder minder aus der Perspektive dieses Inspektors erz├Ąhlt, wobei dieser aber immer wieder in die Haut des T├Ąters schl├╝pft und gewisse Dinge von dessen Standpunkt aus schildert. Auf jeden Fall kann ich versprechen, da├č dieser Inspektor X eine ├╝berraschende Entdeckung macht."

Besteht die M├Âglichkeit, da├č nun nach der Heavy-Platte ┬╗Christ0┬ź doch noch das Musical mit Eurer Interpretation des Schicksal vom Grafen von Monte Christo entstehen wird?

Andy: "Ich habe beim Erstellen der Geschichte die Erfahrungen, die ich bei "Abydos" gesammelt habe, genutzt, und darauf geachtet, da├č die Story durch und durch schl├╝ssig ist, so da├č ┬╗Christ0┬ź ohne jenen gro├čen Umbauaufwand wie bei "Abydos" als Musical umsetzbar w├Ąre. Dieser Gedanke war bei mir immer im Hinterkopf und ich kann sagen, da├č es jetzt schon Anfragen gibt, die weitaus konkreter als bei "Abydos" sind. Nat├╝rlich kann es sein, da├č es nicht zustandekommt, aber die Chancen, da├č ┬╗Christ0┬ź auch eine Theaterb├╝hne erblicken wird, stehen ganz gut."

Euer neues Cover f├Ąllt v├Âllig aus dem ├Ąsthetischen Rahmen, in dem Ihr Euch bis dato bewegt habt. Habt Ihr keine Bedenken, da├č dieser Bruch ein wenig zu radikal ist?

Andy: "Ich hoffe, da├č er radikal ist! Wir wollen nach vier Jahren sowohl musikalisch als auch optisch ein Ausrufezeichen setzen. Wir haben allerdings sehr wohl dr├╝ber diskutiert, ob wir ein derart krasses Cover haben wollen; schlie├člich zielt die Figur mit ihrer Knarre direkt auf unsere Zuh├Ârer! Doch unserer Meinung nach war es Zeit f├╝r eine optische Ver├Ąnderung."

Dar├╝ber hinaus ist schon l├Ąnger eine VANDEN PLAS-DVD im Gespr├Ąch. Wie ist diesbez├╝glich der Stand der Dinge?

G├╝nter: "Unser Plan sieht vor, am Tag nach einer "Abydos"-Auff├╝hrung in der gleichen Kulisse eine VANDEN PLAS-Show zu spielen, und dabei ein wenig die M├Âglichkeiten des Theaters wie beispielsweise die Projektionsleinwand zu nutzen, um eine DVD aufzuzeichnen. Wenn alles wie geplant l├Ąuft, wird das irgendwann im Fr├╝hjahr stattfinden. Den Termin werden wir aber bekanntgeben sobald er steht."

Zum Schlu├č ein mutiger Ausblick auf die Zukunft: Kann man nach vier Jahren Wartezeit denn irgendwelche Prognosen wagen, wann eine weitere VANDEN PLAS-Platte erscheinen wird?

Stephan: "Zun├Ąchst sollte man diesbez├╝glich sagen, da├č wir hoffen, da├č ┬╗Christ0┬ź wirklich eine Umsetzung als Rockmusical erfahren wird, so da├č das gesamte "Graf von Monte Christo"-Projekt seinen Abschlu├č f├╝r uns finden w├╝rde. Schlie├člich haben wir schon etliche Lieder geschrieben, die im typischen Musicalstil gehalten sind, die dann zum Zuge kommen w├╝rden. Wenn dies Wirklichkeit werden w├╝rde, m├╝├čten wir Zeit investieren, die Heavysongs von ┬╗Christ0┬ź in theatertaugliche Form bringen. Dennoch darf der regul├Ąre ┬╗Christ0┬ź-Nachfolger keine vier Jahre auf sich warten lassen. Daher habe ich schon weiterkomponiert nachdem wir das Songmaterial f├╝r ┬╗Christ0┬ź komplett hatten. Einen dieser Songs wollte Andy sogar noch f├╝r ┬╗Christ0┬ź verwenden, was wir letztendlich nicht getan haben, da die jetzigen Songs so gut zusammenpassen und wir dann einen dieser Songs h├Ątten ├╝ber Bord werfen m├╝ssen. Somit existiert ein Teil des Materials f├╝r die n├Ąchste VANDEN PLAS-Platte schon, aber realistisch ist es, einen Zeitraum etwa Ende 2007/Anfang 2008 f├╝r die n├Ąchste Platte anzuvisieren."

http://www.vandenplas.de/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

VANDEN PLAS im ├ťberblick:
VANDEN PLAS – Beyond Daylight (Rundling)
VANDEN PLAS – Christ0 (Rundling)
VANDEN PLAS – Chronicles Of The Immortals - Netherworld (Path One) (Rundling)
VANDEN PLAS – Chronicles Of The Immortals: Netherworld (Path Two) (Rundling)
VANDEN PLAS – Colour Temple (Re-Release)
VANDEN PLAS – Days Of Thunder (Demo)
VANDEN PLAS – Far Off Grace (Re-Release)
VANDEN PLAS – Son Of Utopia (Rundling)
VANDEN PLAS – Spirit Of Live (Rundling)
VANDEN PLAS – The God Thing (Re-Release)
VANDEN PLAS – The Seraphic Clockwork (Rundling)
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VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 71-"Eye 2 I"-Artikel: ┬╗The Seraphic Live Works┬ź
VANDEN PLAS – News vom 01.06.1990
VANDEN PLAS – News vom 28.07.1992
VANDEN PLAS – News vom 05.06.1998
VANDEN PLAS – News vom 28.10.2000
VANDEN PLAS – News vom 27.02.2003
VANDEN PLAS – News vom 16.09.2007
VANDEN PLAS – News vom 01.10.2007
VANDEN PLAS – News vom 17.06.2011
VANDEN PLAS – News vom 21.10.2011
VANDEN PLAS – News vom 21.04.2012
Playlist: VANDEN PLAS in "All-Time-Faves" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Beyond Daylight« in "Jahrescharts 2002" auf Platz 1 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Christ0« in "Jahrescharts 2006" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Far Off Grace« in "Jahrescharts 1999" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Fire« in "Cavelist Metal Hammer 09/92" auf Platz C von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Fire« in "Cavelist Metal Hammer 11/92" auf Platz C von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Headless« in "Playlist Metal Hammer 02/91" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Headless« in "Playlist Metal Hammer 23-24/90" auf Platz 4 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »The God Thing« in "Jahrescharts 1997" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »The Seraphic Clockwork« in "Jahrescharts 2010" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow Frankfurt, Spritzehaus 04.11.1999 in "Jahrescharts 1999" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow Kaiserslautern, Cotton Club 26.01.2000 in "Jahrescharts 2000" auf Platz 3 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow München, Backstage-Halle 20.05.2016 in "Jahrescharts 2016" auf Platz 3 von Gerald Mittinger
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow Paris, Caf├ę de la danse 25.11.1997 in "Jahrescharts 1997" auf Platz 1 von Stefan Glas
siehe auch: CD zum Musical "Nostradamus", bei dem VANDEN PLAS mitwirken
andere Projekte des beteiligten Musikers Andy Kuntz:
ABYDOS – Abydos (Rundling)
ABYDOS – ONLINE EMPIRE 31-"Eye 2 I"-Artikel: ┬╗Abydos┬ź
Playlist: ABYDOS-Album »Abydos« in "Jahrescharts 2004" auf Platz 6 von Stefan Glas
siehe auch: Review der ''Abydos''-Urauff├╝hrung
AMASEFFER – News vom 14.06.2006
ATLANTYCA – To Nowhere And Beyond (Rundling)
LADY BLUSH – News vom 29.09.2007
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
NO GRAVITY – News vom 06.03.2011
SEMANTIC SATURATION – Solipsistic (Do It Yourself)
siehe auch: Andy Kuntz als Coverk├╝nstler f├╝r ONLINE EMPIRE 1
andere Projekte des beteiligten Musikers Andreas Lill:
HEADCRASH – News vom 04.11.2013
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
Ian Parry – Visions (Rundling)
SECTION A – The Seventh Sign (Rundling)
WINTERLONG (S) – Second Coming (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Stephan Lill:
Ian Parry's CONSORTIUM PROJECT – Criminals & Kings (Re-Release)
CONSORTIUM PROJECT II – Continuum In Extremis (Rundling)
CONSORTIUM PROJECT III – News vom 06.08.2003
CONSORTIUM PROJECT V – News vom 11.01.2010
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
Ian Parry – Visions (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Torsten Reichert:
Ian Parry – Visions (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers G├╝nter Werno:
CONSORTIUM PROJECT II – Continuum In Extremis (Rundling)
DC Cooper – DC Cooper (Rundling)
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
PLACE VENDOME – Close To The Sun (Rundling)
PLACE VENDOME – Place Vendome (Rundling)
David Readman – News vom 06.06.2007
SECTION A – The Seventh Sign (Rundling)
SUNSTORM – News vom 29.01.2009
┬ę 1989-2017 Underground Empire


SPV-Promoter Mirko Marten ├╝berraschend verstorben. Mehr dazu in den News.
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