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Traditionen werden in Griechenland seit jeher aufrechterhalten. Es scheint in der MentalitĂ€t dieses netten Volkes zu liegen, daß man sich eher an althergebrachtem Kulturgut ergötzt, als an der "Moderne". Auch fĂŒr den Heavy Metal lĂ€ĂŸt sich dieser Schluß ziehen, denn schon seit Jahren feiern traditionell veranlagte Metal-Bands große Erfolge in Hellas. Daß die Szene auch kompetente Ei­gen­ge­wĂ€ch­se zu bieten hat, braucht wohl nicht unbedingt gesondert erwĂ€hnt werden. Als Paradebeispiel fĂŒr eine harmonierende Band aus Griechenland können BATTLEROAR genannt werden, die besagte Szene von der Pieke auf kennengelernt haben und seit wenigen Wochen bereits mit ihrem zweiten Album »Age Of Chaos« aufwarten können.
Drummer Nick Papadopoulos nahm sich die Zeit, meine Fragen zu beantworten:

Von einigen wenigen Verfechtern edler StahlklĂ€nge einmal abgesehen, seid Ihr noch immer strĂ€flich unbekannt. Informiert Mitteleuropa und natĂŒrlich auch den Rest der Welt erst einmal ĂŒber die Historie von BATTLEROAR.

BATTLEROAR wurden als traditionell ausgerichtete Epic Metal-Band im September 2000 in der Besetzung Vagelis Krouskas (v), Kostas Tzortzis (g), Manolis Karazeris (g) Chris Remoundos (b) und mir in Athen gegrĂŒndet. Nach einem Jahr, in dem wir in erster Linie damit beschĂ€ftigt waren, Songs zu schreiben, aber auch schon in den hiesigen Clubs zu sehen waren, bot sich die Chance, eine Show fĂŒr BROCAS HELM zu eröffnen. Danach veröffentlichten wir unsere erste Promo-CD, auf der fĂŒnf Songs enthalten waren. SĂ€mtliche Tracks wurden live im Studio aufgenommen und waren spĂ€ter auch auf unserem Debut enthalten. Da das Echo auf die Promo-Scheibe positiv war, enterten wir schon kurze Zeit spĂ€ter abermals das Studio, um unsere Vinyl-Single mit den Titeln â€șDragonshipâ€č und â€șSwordbrothersâ€č einzuspielen. Nach zwei sehr erfolgreichen Shows in Athen als Opener fĂŒr OMEN kam es dennoch zu Änderungen im Line-up. Unser damaliger Bassist Chris und SĂ€nger Vagelis zogen mit dem Rest der Truppe nicht mehr an einem Strang und wurden durch Kostas Makrikostas (ex-SPITFIRE, -CASUS BELLI, -AIRGED L' AMH) am Baß, sowie durch den italienischen SĂ€nger Marco Concoreggi ersetzt. In jener Besetzung durften wir zwei Shows in Thessaloniki und Athen fĂŒr MANILLA ROAD eröffnen, was ebenso positive Resonanzen mit sich brachte. In Folge konzentrierten wir uns ausschließlich auf das Komponieren neuer Songs und so konnte unser Debut »Battleroar« auch noch im Jahre 2003 veröffentlicht werden. Nach zahlreichen Shows im In- und Ausland traten BLACK LOTUS RECORDS an uns heran und boten uns im September 2004 einen Vertrag an. Dadurch bestĂ€rkt gingen wir frisch ans Werk, um neue Songs zu schreiben und nun, knapp ein Jahr spĂ€ter, stehen wir mit »Age Of Chaos« in den Startlöchern.

Ich nehme an, jene Bands, mit denen Ihr bereits die BĂŒhne teilen durftet, mĂŒssen auch genannt werden, wenn es um EinflĂŒsse geht?

Ja, unsere Wurzeln sind ganz klar im legendĂ€ren 80er Metal zu suchen, wobei wir sowohl amerikanische, als auch europĂ€ische Bands zu unseren EinflĂŒssen zĂ€hlen. Unbedingt erwĂ€hnen muß ich MANILLA ROAD, OMEN, CIRITH UNGOL, BROCAS HELM, JAG PANZER, MANOWAR und HEAVY LOAD. Von Letztgenannten haben wir uns ja auch unseren Bandnamen ausgeliehen: In dem HEAVY LOAD-Song â€șSinging Swordsâ€č kommt die Zeile "I loved the battleroar" vor.

Interessant. Seit damals sind aber, wie Du schon erwÀhnt hast, einige Jahre vergangen und BATTLEROAR haben mittlerweile Ihr zweites Album am Start. Seid Ihr denn mit der Entwicklung der Band zufrieden?

Ich denke, wir sind als Band gewachsen. Die Erfahrung, die wir im Laufe der letzten Jahre machen konnten, war durchaus positiv. Egal, ob es nun um Auftritte geht, oder um das Songwriting, wir sind allesamt mit unseren Aufgaben gewachsen und zu einer richtigen Einheit geworden. Das einzige Manko besteht im Moment darin, daß unser SĂ€nger in Italien lebt und unser Bassist in England beheimatet ist, wodurch wir als Band ein wenig limitiert sind. Aber immerhin schaffen wir es problemlos, untereinander zu kommunizieren und auch unsere Jobs lassen sich perfekt mit der Band vereinbaren, was man nicht unberĂŒcksichtigt lassen darf.

BATTLEROAR (GR)-Headline

FĂŒr Eure bisherigen Scheiben konntet Ihr immer Musiker Eurer Lieblingsbands zur Mitarbeit als Special Guests ĂŒberreden. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Kenny Powell auf dem Debut?

Wir sind alle schon seit Jahren richtige Die Hard-OMEN-Fans und im Jahre 2001 auf dem "Classic Metal"-Festival in Kalamazoo, Michigan, hatten wir die Ehre, Kenny persönlich kennenzulernen. Seit diesem Zeitpunkt sind wir in Kontakt geblieben und als OMEN in Griechenland gespielt haben, konnten wir diesen Kontakt intensivieren. Als wir in den Aufnahmen zu unserem Debut steckten, waren wir so frei, ihn zu fragen, ob er denn nicht fĂŒr uns in die Saiten greifen wollte. Da er den Song â€șMegalomanâ€č sehr mochte, hat er nicht nur ein Solo dafĂŒr eingespielt, sondern auch gleich die Leadgitarre ĂŒbernommen. Man kann sich wahrscheinlich vorstellen, wie wir uns gefĂŒhlt haben...

Klar doch, so etwas passiert nicht jeden Tag. Ich nehme an, die Konzerte mit OMEN oder MANILLA ROAD werden bislang zu den BĂŒhnen-Highlights Eurer Karriere zu zĂ€hlen sein?

Es ist nicht unbedingt einfach, aus den zahlreichen Konzerten die besten Shows herauszufiltern. Im Endeffekt haben wir in den letzten vier Jahren etwa 20 Gigs gespielt, die allesamt ihre eigene AtmosphĂ€re und Magie entwickelten. Die erfolgreichsten Shows waren jene mit MANILLA ROAD und die fĂŒr die Band wichtigsten waren wohl alle Konzerte außerhalb Griechenlands. Allerdings werde ich auch niemals unsere ersten Gigs vergessen, die wir in den Clubs hier in Athen absolviert haben, denn das war nicht nur sehr lehrreich, sondern auch sehr unterhaltsam!

Durch die zahlreichen Konzerte werden wohl auch BLACK LOTUS RECORDS auf Euch gekommen sein, oder gibt es einen andere Geschichte?

Die Geschichte reicht bereits in jene Zeit zurĂŒck, als unser Debut ĂŒber OMICRON RECORDS erschien. Da die Jungs vertriebstechnisch ĂŒberfordert waren, hatten sich OMICRON schon damals schon an BLACK LOTUS gewandt, um unsere Scheibe auch zu vertreiben. Nachdem unser Deal mit OMICRON nach einem Album ausgelaufen war, boten uns BLACK LOTUS einen neuen Vertrag an. Dieser kam genau zum rechten Zeitpunkt, denn wir waren dabei, uns um eine neues Label zu kĂŒmmern. Ich denke, mit BLACK LOTUS haben wir einen kompetenten Partner gefunden, zumal auch der weltweite Vertrieb gesichert ist.

Die Kollaboration könnte in der Tat erfolgreich zu werden, zumindest scheint die Promotion fĂŒr euer aktuelles Werk recht groß angelegt worden zu sein. Um den Interessenten besagtes Leckerli schwermetallischer Kunst noch ein wenig schmackhafter zu machen, wollen wir uns nun voll und ganz diesem Album widmen. Gibt es denn einen Zusammenhang zwischen den Songs von »Age Of Chaos«?

Ein zusammenhĂ€ngendes Konzept gibt es auf »Age Of Chaos« nicht, sehr wohl aber eine durchgehende AtmosphĂ€re. Es war unsere Intention, dieses Album stimmungsmĂ€ĂŸig ein wenig dĂŒsterer und dunkler zu gestalten als das Debut. Ich denke, genau jene Stimmung vermittelt »Age Of Chaos«, wobei sich diese AtmosphĂ€re nicht zuletzt aufgrund des Feedbacks zum ersten Album ergeben hat.

Da wir kein Konzept vorliegen haben, werden sich wohl auch die lyrischen ErgĂŒsse Song fĂŒr Song mit unterschiedlichen Themen befassen.

Genau, wir behandeln unterschiedliche Themen in unseren Texten. Heldensagen oder Stories wie jene von Elric oder Conan werden genauso verarbeitet, wie Kriegsszenerien oder literarische Themen, wie die Geschichten eines Edgar Allen Poe. Dazu kommt auch noch â€șVampire Killerâ€č, dessen Text von einem Videospiel inspiriert wurde. Aber egal, worum es in den Texten geht, in erster Linie muß der Text perfekt mit den epischen KlĂ€ngen unserer Musik harmonieren. Genau darin, also in der Harmonie zwischen Text und Musik, liegt unser Hauptaugenmerk beim Komponieren.

Ebenso gelungen wie die Songs an sich, ist auch das Cover von »Age Of Chaos«, wessen Feder entstammt denn dieses GemÀlde?

Das Bild wurde von einem deutschen KĂŒnstler namens Timo WĂŒrz entworfen (Timo hat auch das Cover von UNDERGROUND EMPIRE 19 beigesteuert, wie Ihr hier begutachten könnt. - sg). Ich bin ebenfalls der Meinung, daß unser Cover den Titel »Age Of Chaos« perfekt verdeutlicht und von daher betrachte ich das Artwork als sehr gelungen. Es war insofern interessant, mit Timo zu arbeiten, da er noch nie ein derartiges Motiv zu erarbeiten hatte und es auch fĂŒr ihn ein Experiment war. Im Nachhinein betrachtet war diese Zusammenarbeit besser als alle Erwartungen unsererseits.

Zwischen Heavy Metal und Kunst scheint ja ohnehin eine besondere Beziehung zu bestehen. Schon seit Jahren werden GemĂ€lde, oder zumindest Ausschnitte davon, fĂŒr Cover verwendet. Seht Ihr Euch ebenfalls in dieser Tradition?

Ja, auf jeden Fall. Vor allem wenn man sich vor Augen fĂŒhrt, daß Heavy Metal und besonders der Epic Metal, von gewissen Themen geprĂ€gt sind, die zumeist in den Texten vorkommen, muß auch das Cover diesbezĂŒglich passen. Es war schon immer so, daß man zuerst das Cover einer CD oder einer Schallplatte sieht, bevor man den Inhalt zu Gehör bekommt, von daher ist es geradezu notwendig ein aufwendig gestaltetes Cover zu kreieren.

Gerade der von Dir eben nochmals erwÀhnte Epic Metal ist auf »Age Of Chaos« noch stÀrker ausgeprÀgt als auf dem Debut. Absicht?

Ja. Wie schon erwĂ€hnt, wollten wir die epische Seite von BATTLEROAR auf dieser Scheibe noch stĂ€rker betonen, was uns offenbar gelungen ist. Es ist durchaus nicht so, daß "Epic Metal" ausschließlich getragene Kompositionen beinhaltet, auch schnelle Banger können eine derartige AtmosphĂ€re verbreiten, weswegen ich in unseren Songs eine gewisse Epik als Grundmerkmal sehe.

BATTLEROAR (GR)-Bandphoto 2

In Eurer Heimat scheint man ja, nicht zuletzt deshalb, geradezu auf BATTLEROAR abzufahren. Wie aber sieht es denn sonst aus?

Außerhalb von Griechenland ist unsere stĂ€rkste Fanbase mit Sicherheit in Deutschland zu finden. Das Debut scheint bei euch wirklich gut angekommen zu sein und mit »Age Of Chaos« wird das hoffentlich so weitergehen. In unserem Fanclub, der international betrieben wird, merkt man, daß der Großteil der Mitglieder aus Griechenland und Deutschland stammt. In der Zwischenzeit sind jedoch auch NeuzugĂ€nge aus anderen europĂ€ischen LĂ€ndern zu vermelden. Mit Hilfe von BLACK LOTUS RECORDS hoffen wir, auch in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern erfolgreich sein zu können. Abgesehen von Deutschland wĂŒrden wir gerne auch Spanien, Frankreich, Österreich und die Benelux-LĂ€nder beackern, um auch dort die Fans mit unserer Musik erfreuen zu können.

Könnte klappen. Doch in erster Linie werdet Ihr wohl in Eurer Heimat erfolgreich sein. Was macht denn die griechische Szene aus? Gibt es Besonderheiten, oder ist einfach nur die offensichtliche Liebe zum "True Metal"?

Genau diese Hingabe macht es aus! Obwohl ich dem Begriff "True Metal" ĂŒberhaupt nichts abgewinnen kann, schließlich ist "True" Metal von Doom bis Black oder Death Metal doch alles, solange man die Einstellung der beteiligten Musiker fĂŒhlen kann. Wir selbst sehen uns eher als traditionelle Metaller, wobei wir Griechen offenbar einen besonderen Hang zu derlei KlĂ€ngen entwickelt haben. In den letzten Jahren hat sich eine sehr gut funktionierende Szene entwickelt, es gibt unzĂ€hlige talentierte, einheimische Bands und auch Clubs, in denen diese Bands auftreten können. Besagte Clubs scheuen aber auch nicht davor zurĂŒck, wahre Kult-Acts nach Griechenland zu holen und dort auftreten zu lassen. Die Besucherzahlen geben den Betreibern recht, denn die HĂŒtten waren noch immer zum Bersten voll. Vielleicht hat sich durch dieses Feuer, das im Untergrund ausgebrochen ist, auch die Jugend ein wenig entflammen lassen, schließlich sieht man auch jĂŒngere Kids bei Konzerten von traditionellen Metal-Bands.

Noch ein Grund mehr, Hellas einen Besuch abzustatten. Die florierende Szene in Griechenland hat mit Sicherheit auch ein Scherflein zum Erfolg von BATTLEROAR beigetragen. Den derzeitigen Zustand der Band hÀtten wir also besprochen, aber wie soll es denn weitergehen?

Wir werden Anfang des nĂ€chsten Jahres fĂŒr einige Shows nach Mittel- und Westeuropa kommen. So wie es aussieht, werden wir in Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Italien und Irland spielen können. Aktuelle Tourdaten und andere Informationen findet Ihr in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden aktualisiert auf unserer Webpage. Im Moment planen wir aber ein großes Fest hier bei uns anlĂ€ĂŸlich des ersten Auftritts nach der Veröffentlichung von »Age Of Chaos«. Wir freuen uns schon sehr darauf und hoffen, daß bei diesem Fest gebĂŒhrend gefeiert wird!

WorĂŒber man sich wohl kaum Sorgen zu machen braucht, denn kaum jemand versteht es besser, Feste zu feiern, als Griechen...

http://www.battleroar.com/

band@battleroar.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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