BLAZE - Blood & Belief
STEAMHAMMER/SPV
Seit seinem "Ausstieg" bei IRON MAIDEN entpuppt sich Blaze Bailey als wahres Arbeitstier. »Blood & Belief« stellt bereits das vierte
Album innerhalb von fünf Jahren dar. Okay die letztjährige Veröffentlichung »As Live As It Gets« war ein Live-Album, aber im Vergleich
zu anderen Bands, die in diesem Zeitraum noch nicht einmal Gitarrensaiten für den Studiobesuch eingekauft haben, ist es dennoch eine
gewaltige Leistung, drei Studioscheiben in diesem Zeitraum einzuspielen. Noch dazu, wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, daß die
Band in der Zwischenzeit auch zahlreiche Gigs absolviert hat.
Auf dem aktuellen Werk ziehen BLAZE sämtliche Register ihres Könnens: Auffällig ist zunächst der gnadenlos drückende, von Andy Sneap
perfekt in Szene gesetzte Gitarrensound. Der Großteil der Songs klingt so zwar mächtig heavy und brutal, durch das Vermögen gute Songs
zu schreiben, bleiben aber auch zahlreiche Melodien im Gehör hängen. Über Klasse, Umfang und das Volumen der Stimme des Herrn Bailey
kann man diskutieren, wie man will. Tatsache ist, daß es sich um einen Sänger der Rubrik "love or hate him" handelt. Wer sich also
noch nie mit der Stimme von Blaze anfreunden konnte, wird auch weiterhin gewisse Schwierigkeiten damit haben.
Ein Satz zu den lyrischen Ergüssen von Mister Bailey sei noch angemerkt: Geprägt von seinen langjährigen Drogen- und Alkoholproblemen
verarbeitet Blaze in seinen Texten einiges aus seinem eher fragwürdigen "Erfahrungsschatz", wodurch sämtliche Vokalpassagen immens
persönlich, ja fast schon als "Seelenstriptease", zu verstehen sind, weshalb »Blood & Belief« auch zum bisher persönlichsten sämtlicher
Alben mit seiner Beteiligung geworden ist.
Walter Scheurer
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