MAR DE GRISES - The Tatterdemalion Express FIREBOX/TWILIGHT
Der Bandname MAR DE GRISES bedeutet "Graues Meer" (Ich würde eher auf "Meer der Tränen" tippen, aber egal… - sg) und deutet bereits ein
wenig auf die Stimmung hin, die uns die Band auf »Tatterdemalion Express« vermittelt. Die Musik des chilenischen Quintetts zu
beschreiben gestaltet sich als relativ schwierig, da diese einfach zu mannigfaltig und vielschichtig ist, um ein klares Statement
abgeben zu können. Der Opener ›El Otro...‹ ist ein elfminütiges Klangmonster geworden, das bedrohlich aus den Boxen wabbert und den
Zuhörer nicht zuletzt durch die guttural-klingende Stimme von Marcelo Rodriguez regelrecht ins Doom-Nirvana verfrachtet. In weiterer
Folge tönen aber auch recht verspielte, proggige Klänge aus den Boxen, die für Gänsehaut-Feeling sorgen, um dann, nach gekonnten
Breaks, abermals zu wahren Doom-Walzen zu mutieren. Gegen Ende hin wird mitunter sogar das Tempo verschärft, wobei aber speziell
›Be Welcome Oh Hideous Hell‹ wiederum klarstellt, daß Doom in seiner reinsten Form die Basis des Klangbildes von MAR DE GRISES
ausmacht. Als ob »The Tatterdemalion Express« nicht schon qualitativ hochwertig genug wäre, um der Band in Insiderkreisen zu
Kult-Status zu verhelfen, sollte eine weitere Tatsache ebenfalls beachtet werden. Die Band existiert erst seit knapp vier Jahren und
nach solch einem Debüt kann man in der Tat davon ausgehen, daß hier eine große Hoffnung für die Zukunft heranwächst.
Walter Scheurer
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