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  UE-Home → History → Online Empire 30 → Rubriken-Übersicht → Special-Übersicht → Monster, Silikon & Polycarbonat-Special last update: 24.06.2017, 22:29:54  

Covercollage

Billigsampler, Ramschware. Es gibt sie wie Sand am Meer, und dennoch gibt es einige Labels auf dieser Welt, die sich dazu berufen fühlen, noch immer mehr davon hinzuzufügen. Bei einem aktuellen Beispiel, dem "Beitrag" der Firma CLEOPATRA RECORDS, der auf deren treffend betiteltem Unterlabel FANTASTIC PRICE RECORDS erschienen ist, haben die Macher zumindest für eine verführerische Verpackung gesorgt, aber letzten Endes ist doch alles Schmu, Etikettenschwindel und Betrug. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Verpackungen, denen man den schludrigen Inhalt schon sofort an der Nasenspitze ablesen kann, haben CLEOPATRA RECORDS statt dessen eine ordentlich aufsilikonisierte Blondine für die Cover in die Kamera starren lassen, um so den potentiellen Käufer mit vollen Lippen zu betören...

Los geht es mit den »Monster Metal Hits«: Nicht nur, daß man hier schon mal die IRON MAIDEN-Schrift gewählt hat, um den Titel zu gestalten - frei nach dem Motto: Ein Wink mit dem Zaunpfahl hat noch nie geschadet - so ist auch der Blick jener Blondine ganz besonders betörend... Der musikalische Inhalt indes hat mit Metal rein gar nichts zu tun, sondern es befinden sich nahezu ausschließlich Haarspray- und Posertruppen auf der Scheibe, und darüber hinaus ist kaum eine Originalversion auf dieser CD zu finden, sondern es müssen oft genug Neueinspielungen oder Liveversionen herhalten. Exemplarisch kann man dies an der Nummer ›Lay It Down‹ von RATT zeigen, die in Zeiten des großen Clinchs zwischen Stephen Pearcy und seinen ehemaligen Kollegen entstanden ist: Die Credits für diese Neueinspielung geht an RAT ATTACK feat. Stephen Pearcy und dürfte somit aus jenen Aufnahmesessions stammen, aus der später die MICKEY RATT featuring Stephen Pearcy-CD hervorgegangen ist, aus der dann wiederum für die europäische Version die »Ratt Attack«-CD wurde, die unter dem Namen Stephen Pearcy veröffentlicht wurde. Ebenso verdächtig ist die Tatsache, daß hier die MICHAEL SCHENKER GROUP mit ›Doctor Doctor‹ vertreten ist, was man streng gesehen als eine Coverversion jener UFO-Nummer ansehen könnte, doch zum Thema Cover kommen wir erst später. Und ganz abgesehen davon, eine echte "Coverversion" gibt es hier auf jeden Fall, denn von ICARUS WITCH findet man eine Coverversion von Ozzy Osbournes ›S.A.T.O.‹, bei der Ex-DOKKEN-Gitarrist George Lynch mitgespielt hat, dessen Spiel allerdings so unglaublich schlecht ist, daß man sich absolut im Traum nicht vorstellen kann, daß es sich hierbei wirklich um den "echten" Lynch handeln soll. Doch wie gesagt, das Thema Coverversionen werden wir später noch etwas erschöpfender behandeln.

Zunächst wenden wir uns nämlich den »Monster Metal Power Ballads« zu, die genauso wenig metallisch sind wie die »Monster Metal Hits«. Auch hier tauchen hauptsächlich Bands wie CINDERELLA, GREAT WHITE, oder L.A. GUNS auf, und es werden ebenso hauptsächlich Neueinspielungen (wie beispielsweise das hier mit WHITE LION angegebene ›Wait‹ dürfte schätzungsweise jene Version sein, die Mike Tramp auf seiner »Remembering White Lion«-CD verewigt hatte) oder Liveversionen (wie auch in Falle der »Monster Metal Hits« mal wieder NIGHTRANGER) angeboten. Aber immerhin, zumindest hat sich das Covermodel hier schon zur Ruhe gebettet und blickt den potentiellen Käufer ganz begierig an...

Jesse Jane-PhotoNoch peinlicher wird es indes bei »Cover Me In '80s Metal«, was nicht nur daran liegt, daß eben jene Blondine auf dem Umschlag schon blowjobwillige Gesichtshaltung angenommen hat (Ein Bild, das den Machern offensichtlich so gut gefallen hat, daß es als einziges von den drei Covern auch auf dem CD-Aufdruck verewigt wurde...), sondern hier kommen nahezu ausschließlich schlechteste Coverversionen zum Zug. Leider ist keine dieser Coverversionen wirklich der Rede wert und metallisch sind sie ohnehin nicht, denn die härtesten Nummern, die hier ran durften, waren DEF LEPPARDs ›Photograph‹ und ›Lovedrive‹ von den SCORPIONS - und was ›Sheer Heart Attack‹ von QUEEN sowohl mit Metal als auch mit den '80s zu tun haben soll, wird wohl niemand schlüssig erklären können...

Doch die Verantwortlichen bei CLEOPATRA RECORDS haben noch größere Geschütze aufgefahren, um Euch ihre Machwerke aufzunötigen: Für die entsprechenden Anzeigen durfte die gleiche Dame, in eben jener Form, die ihr nun auf der rechten Seite begutachten könnt, nämlich in voller Silikonpracht und mit knappem Bikini-Outfit, bei dem das bereitwillige Herablassen angedeutet wird (jau, es werden wirkliche alle plumpen Register gezogen!), herhalten, um möglichst auch noch das "Sex sells"-­Ver­kaufs­ar­gu­ment ausschlachten zu können. Das ändert aber nichts daran, daß ihr diese Sampler bedenkenlos in der Obhut von CLEOPATRA RECORDS belassen könnt, denn selbst wenn ihr euch auf Anhieb in eben jene kugelrunden Argumente verkuckt haben solltet, bei den CDs werdet ihr sie eben nicht entdecken. Deswegen klickt lieber jenes Bild auf der rechten Seite an, so daß Ihr sie dann in extragroßem Format bewundern könnt...

Oder aber Ihr könnt auf die Homepage von besagter Dame gehen, denn wie man anhand eines Hinweises auf besagter Anzeige ablesen kann, handelt es sich bei dem Modell um den Pornostar Jesse Jane:

http://www.jessejane.com/


Stefan Glas

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