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Obgleich gerade mal etwas mehr als vier Jahre aktiv, können die Schweden FRETERNIA auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Zahllose Um­be­setzungen sowie ein vorübergehender Split im Jahr 2001 hätte wahrscheinlich den meisten Bands das Genick gebrochen. Nicht so im Falle FRETERNIA, die mit ihrem zweiten Full Length-Album »A Nightmare Story« einen deutlichen Ent­wicklungs­schritt nach vorne gemacht und sich von dem Heer der geschichtslosen skan­di­na­vischen Allerweltsmetaller abgesetzt haben. Grund genug, die Band, die schon in ihren Anfangstagen als "Swedish Metal Triumphators" besungen wurde, näher zu beleuchten. Basser Peter Wiberg half, alle Lampen richtig auszurichten.

Es gibt ein wenig Verwirrung bezüglich Eurer Vergangenheit: Ich habe hier eine Demo-CD, die den gleichen Namen trägt wie die erste FRETERNIA-Full Length-CD, »Warchants & Fairytales«, die allerdings nicht in der offiziellen Banddiscographie auftaucht. Laut Eurer Biographie gibt es nur die Demos »Blood Of Mortals« von 1998 und »Somewhere In Nowhere« von 1999.

Dann hast Du eine echte Rarität. Ich weiß, daß wir damals einige Exemplare unseres ersten Demos losgeschickt hatten und ihm im Begleitschreiben den Titel »Warchants & Fairytales« gaben. Es handelte sich dabei aber um »Blood Of Mortals«, denn kurze Zeit später beschlossen wir, den Titel zu ändern.

Wie haben die FRETERNIA-Mitglieder damals zusammengefunden?

Ich spielte in einer Band namens ROYAL FAMILY und wir machten so was ähnliches wie Grunge-Punk. Ich kannte damals schon die anderen FRETERNIA-Musiker, die zu diesem Zeitpunkt unter dem Namen EARTHCROW zusammenspielten. Die Jungs hatten sogar ein Demo namens »Castle Of Illusions« aufgenommen, kurze Zeit später stieß ich hinzu und wir änderten den Namen.

Doch diese Besetzung hatte nicht lange Bestand. Kurz nach dem ersten Demo bist Du zusammen mit dem damaligen Gitarristen Bo Petterson ausgestiegen.

Wir sind mit dem zweiten Gitarristen Patrik Lund nicht klargekommen, der persönliche Probleme hatte und das gesamte Bandklima ruiniert hatte. Deswegen haben wir gemeinsam ein neues Projekt namens UNHOLY WIZZARD ins Leben gerufen. Als Sänger heuerten wir José Sanchez an, der zuvor bei CONVICTION gesungen hatte, die 1999 via SHARK RECORDS eine Platte veröffentlicht hatten. Wir nahmen einige Demos auf, die sehr Eighties-lastigen Metal inklusive den Mitsingchören enthielten. Grob gesagt orientierten wir uns an Bands wie DIO, IRON MAIDEN oder BLACK SABBATH. Wir haben sogar einen Gig zusammen mit FRETERNIA gespielt, denn ich war nach wie vor mit den anderen FRETERNIA-Musikern immer noch gut befreundet. Ich war im Grunde ein Bandmitglied, das aber gerade nicht in der Band spielte.

Dementsprechend hast Du sehr gut mitbekommen, was sich bei FRETERNIA abgespielt hat.

Natürlich! Mit dem zweiten Demo »Somewhere In Nowhere« erhielten sie einen Vertrag mit LOUD N' PROUD RECORDS: Zunächst erschien eine Split-CD mit PERSUADER, die den Titel »Swedish Metal Triumphators Vol. 1« trug und von beiden Bands sowohl Demosongs als auch Vorabversionen von Stücken der kommenden Debutalben enthielt, und kurz darauf folgte im Juli 2000 der Erstling »Warchants & Fairytales«. Die Stimmung in der Band war allerdings immer noch sehr schlecht, so daß es mich nicht überraschte, als sich die Band im April 2001 auflöste.

Was weißt Du über das Label LOUD N' PROUD? Die Geschichte der Firma glich einem Strohfeuer: Sie veröffentlichten innerhalb kürzester Zeit etwa ein Dutzend durchweg interessanter Bands und verschwanden wieder von der Bildfläche.

Es waren zwei Jungs, die sehr auf Metal standen, aber absolut keine Geschäftmänner waren. Sie nahmen 10 oder 15 Bands auf einen Schlag unter Vertrag und schickten sie zeitgleich ins Studio. Folglich ging ihnen die Kohle aus und FRETERNIA waren eine der Bands, die das Glück hatten, daß ihre Platte veröffentlicht wurde. Andere Bands mußten jedoch in die Röhre kucken. Dennoch hatten die beiden eine gute Nase für Bands: Ich kann mich noch gut entsinnen, daß LOUD N' PROUD in ihrer Heimatstadt Linköping ein sehr cooles Festival mit vier ihrer Band veranstaltet hatten: An diesem Abend spielten FRETERNIA, PERSUADER, MORIFADE und SUPREME MAJESTY und alle Bands waren großartig!

Gab es noch einen anderen Grund für die Auflösung von FRETERNIA?

Tomas Wäppling hat bei FRETERNIA nahezu alle Positionen abgeklappert: Auf dem »Blood Of Mortals« hatte er noch gesungen, aber er war eigentlich immer Gitarrist gewesen. Nach meinem Ausstieg wechselte er jedoch notgedrungen an den Baß und hatte nie wirklich Spaß daran gefunden. Er schrieb nach wie vor die Songs und mußte dann den Gitarristen erklären, wie sie die Songs spielen müssen. Das war ein weiterer Grund, weshalb FRETERNIA auseinanderbrachen.

FRETERNIA-Bandphoto 1

Warum wurden FRETERNIA kurze Zeit später im aktuellen Line-up wiedererweckt? Du hattest immerhin Deine eigene Band.

Ich habe die ganze Zeit über FRETERNIA vermißt, daher war ich froh, als Tomas mich ansprach, ob ich bei dem Neustart mitmischen wolle.

Habt Ihr Euer Logo geändert, um auch optisch ein Zeichen für den Neubeginn zu setzen?

Das war ein Grund; außerdem wollten wir von den Klischees weg: Im alten Logo war ein Schwert integriert.

Das spiegelt sich auch in der Musik wider: Die neue Platte »A Nightmare Story« ist weitaus facettenreicher als der Vorgänger ausgefallen.

Es handelte sich um einen naheliegenden Schritt: Wir wollten unseren Stil nicht ändern, aber die Musik sollte einfach vielseitiger werden. Es kam hinzu, daß Tomas und Pasi schon seit längerem an einem Textkonzept für das Album gesponnen hatten und es war ein Ansporn für uns, Musik zu schreiben, die den Höhen und Tiefen in der Geschichte gerecht wurde.

Wovon handelt die »Nightmare Story«? Gib uns einen kurzen Abriß der Geschichte.

Es dreht sich um einen Mann, der jede Nacht den gleichen Traum träumt. Er befindet sich dabei in einer anderen Welt und er vernimmt immer stärker einen Ruf, der ihn in diese Welt hineinzieht. Irgendwann beschließt er, diese Welt zu betreten und dort das Böse zu bekämpfen. Er trifft dort ein wunderschönes Mädchen, das ihn ganz für sich einnimmt. Erst sehr viel später findet er mit Hilfe eines magischen Spiegels, den er in dieser Welt findet, heraus, daß sie in Wirklichkeit die böse Kreatur in dieser Welt ist.
Es geht in der Geschichte nicht so sehr um einen Kampf, der mit Waffen ausgetragen wird, sondern viel mehr um einen mentalen Kampf: Der Held muß lernen, auf sich selbst zu vertrauen. Alle Menschen in dieser Welt hoffen darauf, daß er sie befreien kann, aber er schafft es nicht, an sich selbst zu glauben, weshalb er am Ende der Geschichte stirbt.

Kein Happy-End? So werdet Ihr nie nach Hollywood kommen...

Genau aus diesem Grund haben wir die Geschichte so enden lassen. Sie sollte sich von anderen Stories unterscheiden. Das Leben ist nicht immer schön und das sollte sich widerspiegeln.

Welche Bedeutung verbirgt sich hinter Eurem Bandnamen? Ihr hattet einen Demosong namens ›The Last Battle Of Freternia‹ in dem die Textzeile "Freternia, land of the free" auftaucht. Also muß es zu dem Namen eine Geschichte geben.

Wir wollten einen Namen, den noch keine andere Band benutzte. Also hat Tomas den Namen erfunden: Die Bünde auf dem Gitarrengriffbrett tragen im Englischen den Namen "fret". Da wir gitarrenorientierte Musik machen, paßte das sehr gut. Zusätzlich hat er dann noch eine kleine Geschichte um den Namen gesponnen. Weil das Wort "FRETERNIA" so klang als könnte es sich um ein Land handeln, hat er dort eben eine Schlacht stattfinden lassen, die er in dem entsprechenden Song beschreibt.

Welche Erfahrungen habt Ihr bei Eurem Auftritt beim SWEDEN ROCK FESTIVAL gemacht? Wie sind die Chancen für eine komplette FRETERNIA-Tour?

Es war unser erster Auftritt seit wir wieder durchgestartet haben und es war großartig. Wir ernteten einen guten Zuspruch und waren besonders erfreut darüber, daß im Verlauf unseres Auftrittes immer mehr Leute kamen.
Leider sieht es eher nicht danach aus, daß wir auf Tour gehen können, aber wir bemühen uns, einige Einzelshows zu organisieren und würden gerne bei Festivals auftreten.
Unser Hauptproblem ist, daß wir im Moment keinen Leadgitarristen haben. Tomas spielt zwar einige Leads, aber er ist eigentlich ein Rhythmusgitarrist. Aufgrund der schlechten Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit mit einigen Mitmusikern gemacht haben, sind wir sehr vorsichtig bei der Auswahl eines festen Mitglieds, weil wir das Personalkarussell nicht wieder in Gang bringen wollen. Im Studio hat daher Thomas Eriksson von AXENSTAR die Soli eingespielt und beim SWEDEN ROCK haben wir uns Niklas von IRONWARE ausgeborgt.

http://www.freternia.com/

freternia@freternia.com

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

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