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Erinnern wir uns zurück an das "Bang Your Head!!!"-Festival 2004. Neben einigen weiteren fabulösen Auftritten alteingesessener Bands ist zumindest mir der Auftritt von OMEN nachhaltig in Erinnerung geblieben. Besser gesagt die beiden Auftritte, schließlich wußten die Mannen rund um Kenny Powell schon am Freitagabend in der abschließenden Show im "WOM"-Club für Furore zu sorgen. Sehr viel zum Gelingen dieser Auftritte hatte Sänger Kevin Goocher beigetragen, der es nicht nur mühelos schaffte, mit seiner Stimme die epischen Kompositionen der Band perfekt zu intonieren, sondern auch durch sein sympathisches Auftreten Pluspunkte sammeln konnte. Da OMEN seit diesen Tagen leider wieder ein wenig aus dem Rampenlicht verschwunden sind, werden wohl nicht nur mir beim ersten Kontakt mit PHANTOM-X, der zweiten Band, bei der Kevin mit von der Partie ist, regelrecht Freudentränen in die Augen geschossen sein. Es tat gut zu wissen, daß dieses Sangestalent nicht irgendwo in den Staaten vor sich warten muß, bis es wieder etwas zu tun gibt, sondern Kevin es aus eigenen Stücken ebenfalls problemlos schafft, fein säuberlich komponierte und traditionell ausgerichtete Metal-Songs ins Leben zu rufen. Nachdem man bereits vor gut zwei Jahren mit einem Demo für einigermaßen Aufsehen sorgen konnte, liegt seit Ende des letzten Jahres mit »Rise Of The Phantom« nun auch das Debut dieses Quartetts vor, das tief im US-amerikanischen Metal verankert ist und in Summe gar nicht weit von verschiedenen Klassikern entfernt ist.
Kurz gesagt, wer OMEN in der aktuellen Besetzung mag, wird auch an PHANTOM-X seine helle Freude haben. Kevin überzeugt aber nicht nur auf den Brettern, die die Welt bedeuten, sondern auch wenn es darum geht, Neuigkeiten rund um seine Person und seine Bands preiszugeben, wo er sich als sehr kommunikativer Typ entpuppte.

Wir kennen Dich zwar als Sänger von OMEN und nicht nur meiner Wenigkeit läuft heute noch die Gänsehaut über den Rücken, wenn ich an Deine Hommage an JD Kimball im Rahmen des Auftrittes von OMEN anläßlich der 2004er Version des "Bang Your Head!!!"-Festivals denke, doch von PHANTOM-X haben noch die wenigsten Fans gehört. Was kam zuerst: die Henne (OMEN) oder doch das Ei (PHANTOM-X)?

Ich bin schon länger bei OMEN am Werk als PHANTOM-X überhaupt existieren. Uns gibt es nämlich erst seit gut zwei Jahren. Doch diese Jahre waren sehr intensiv und mit jeder Menge Arbeit verbunden.

Nichtsdestotrotz sind PHANTOM-X, von dir als Person abgesehen, aber noch recht unbekannt bei uns.

Die Band besteht aus Eric Knudson (g), Glenn Malicki (b), Danny White (d) und mir. Entstanden ist die Band damals eher zufällig, als ein lokaler DJ hier in Dallas eine Truppe für eine DIO-Tribute-Show zusammenstellen wollte, was ihm auch gelingen konnte. Aus eben dieser DIO-Coverband ist im Endeffekt PHANTOM-X geworden und anschließend haben wir begonnen, erste Songs gemeinsam zu komponieren, die auch auf einer Promo-CD zusammengefaßt wurden. Damit wurden wir bei einigen Labels vorstellig und seit einiger Zeit gibt es nun »Rise Of The Phantom«, unser Debut, über MAUSOLEUM RECORDS. Wir sind bis jetzt mit unserer Entwicklung sehr zufrieden, denn wenn man sich vor Augen hält, daß die Band eigentlich erst seit zwei Jahren existiert, kann man auf diese Leistung durchaus stolz sein.

Das denke ich auch. Gab oder gibt es denn eine bestimmte Intention hinter PHANTOM-X?

Es war zwar nicht einfach für uns, in so kurzer Zeit schon so weit zu kommen, aber in erster Linie geht es uns darum, den besten Metal, den wir im Stande sind zu schreiben und zu spielen, an die Leute zu bringen. Genau darin sehen wir unsere Intention. Wir möchten den Menschen mit unserem "Old School Metal" Freude bereiten. Genau diese Musik lieben wir, sie ist quasi ein Teil von uns selbst und darauf haben wir unsere Band ausgerichtet. Wir sind mit Metal aufgewachsen und genau jene Art von Metal spielen wir auch.

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Die alte Schule hört man den Songs auch an, welche Bands waren es denn im speziellen, die Dich zum einem Metaller haben werden lassen?

Im Grunde war es keine bestimmte Band. Wir sind alle Fans von Bands wie DIO, IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST, aber wer, der mit diesen Bands groß geworden ist, kann das denn nicht von sich behaupten?
Allerdings muß ich schon erwähnen, daß es bei mir zu Hause nicht nur ausschließlich Metal zu hören gibt. Je nach Stimmung kommen da auch ganz andere Arten von Musik zum Einsatz. Zwar hört man das unserer Musik nicht direkt an, es bringt aber doch zusätzliche Ideen für das Schreiben von Stücken.

Meiner Meinung nach fällt auch die zwingende Eingängigkeit von »Rise Of The Phantom« auf. Geht man da bewußter beim Songwriting vor, oder laßt Ihr es im Studio so richtig "sprudeln"?

Da uns von Anfang an klar ist, daß unsere CDs immerzu mit jenen von OMEN verglichen werden, mußte es geradezu sein, daß PHANTOM-X nicht nur sehr intensiv und richtig heavy rüberkommen, sondern auch ein gewisses Maß an Eingängigkeit innehaben, damit die Songs von den Fans auch in Ewigkeit noch erkannt werden. Ich denke, daß uns nicht nur das gelungen ist, sondern wir haben es auch geschafft, dabei recht eigenständig zu klingen. Die Vergleiche zu OMEN halten sich wohl auch deswegen in Grenzen.

Unterschiedlich zu OMEN scheinen auch die Texte zu sein.

Oh ja, ich bin ein langjähriger Fanatiker von Horrorfilmen jeder Art und daher kommen meine Texte auch aus dieser Ecke, was ja bei OMEN ja nicht unbedingt der Fall ist.

Wird es denn auch weitere Alben über MAUSOLEUM RECORDS von Euch geben, oder wurde die Scheibe nur in Lizenz veröffentlicht?

Nein, wir haben einen recht guten Vertrag über zwei Alben erhalten. Das kommende Album sollte bereits im September zu erhalten sein. So wie es aussieht, wird sich dieser Zeitplan auch realisieren lassen, denn wir arbeiten bereits sehr eifrig an neuen Songs.

Bei Euch in Texas gab es ja schon vor gut 20 Jahren eine phantastische Metal-Szene. Wie aber sieht es heutzutage aus?

Die Szene scheint sich hier ganz gut gefangen zu haben, nachdem es in den 90er Jahren relativ still geworden war. Wir haben sehr viele Freunde und Bekannte in der Metal-Szene hier. Bei uns in Forth Worth und Dallas hilft quasi noch jeder jedem. Mit EDGE OF CHAOS haben wir beispielsweise schon sehr oft zusammengespielt, diese Jungs sind so etwas wie unsere Brüder. Auch zu SOLITUDE AETURNUS haben wir ein sehr gutes Verhältnis, speziell Robert Lowe ist ein sehr guter Freund von mir. In Houston wohnt James Rivera, der euch mit Sicherheit auch nicht gerade unbekannt ist und mit dem ich auch ein gutes Verhältnis habe. Ansonsten muß ich sagen, daß man Metaller, mit denen wir Kontakte pflegen, rund um die Erde verstreut finden kann. Vielleicht ist die Metal-Szene auf der ganzen Welt eine einzige große Familie.

Und in welchen Ländern wohnt der Großteil dieser metallischen Verwandtschaft?

So gesehen in Europa, denn die besten Resonanzen auf unsere Musik haben wir bislang aus Deutschland, Griechenland und Italien erhalten. Nicht schlecht gelaufen ist es auch in den Benelux-Ländern und in Schweden, also ohnehin im größten Teil von Europa.

Was sollte geschäftsmäßig und verkaufstechnisch bei Euch in den Staaten zu holen sein?

Das ist eine interessante Frage, denn im Moment scheint sich hier wieder einiges in Umbruchstimmung zu befinden und der Metal in seiner ursprünglichen Form dürfte wohl wieder ein wenig mehr Beachtung finden. Vor einigen Jahren gab es unter dem Begriff "Metal" ja lediglich dieses neumodische Zeug, aber es scheint, als ob sich die Kids daran sattgehört hätten und nun auch die "alte Schule" für sich entdecken. Ihr Europäer wußtet dagegen schon immer, worauf es im Metal ankommt!

Danke für die Blumen. Wie waren denn die Reaktionen auf »Rise Of The Phantom« generell bisher?

Überwältigend! Wir haben teilweise regelrecht euphorische Reviews erhalten und auch die Fans waren begeistert. So gesehen können wir nicht falsch liegen mit unserer Intention. Speziell der siebente Platz im Redaktionscheck in der Dezember-Ausgabe des HEAVY hat uns sehr gefreut. Dadurch hatte das Jahr 2005 einen sehr feinen Abschluß für uns erhalten!

Ihr wart ja gegen Ende des letzen Jahres auch noch zusammen mit ANVIL für eine kurze Tournee hier bei uns. Wie war es denn?

ANVIL sind einfach ein Haufen netter Kumpels mit derselben Intention wie wir. Von daher war es eine sehr gelungene Reise, wie Du dir vorstellen kannst. Allerdings werde ich niemals wieder eine Tournee von jener Booking-Agentur, mit der wir zusammengearbeitet haben, organisieren lassen. Wir Musiker nannten dem Trip einfach nur noch "Dart Board Tour", denn es war irgendwie so unorganisiert und völlig stressig, daß wir den Eindruck gewinnen konnten, man hat im Vorfeld die Gigs mit Hilfe von Dartpfeilen zu organisieren versucht. Dort wo ein Pfeil auf der Europa-Karte getroffen hat, sollte auch ein Gig stattfinden, wobei noch nicht einmal die Abfolge der Konzerte wirklich einfach zu durchschauen war. Mit ANVIL gehe ich jederzeit wieder auf Tournee, unter diesen Voraussetzungen und unter dieser Leitung aber niemals wieder!

Wird es überhaupt weitere Gigs oder Tourneen in Bälde geben?

Im Moment spielen wir sehr häufig hier in den Staaten. Im Juni wird in San Antonio ein Festival mit dem Titel "Robb's Metal Works" stattfinden, das von einem Sender hier organisiert wird. Dabei wird es auch zu einer HELSTAR-Show kommen, die ja das 20jährige Jubiläum von »Remnants Of War« zelebrieren. Wir freuen uns schon darauf bei diesem denkwürdigen Ereignis ebenfalls auf der Bühne stehen zu dürfen. Für September 2006 plant unser Label gerade eine "Mausoleum Metal Masters"-Tournee, bei der ich mit OMEN und PHANTOM-X gleich zweimal auftreten werden darf und bei der es außerdem IMAGIKA und HYADES zu sehen gibt.

Bleibt nur zu hoffen, daß entweder eine geeignete Agentur sich der Organisation annimmt, oder zumindest ein Dartpfeil auch in Österreich landet - was zumindest nach den Daten auf der Webpage der Band auch passiert sein dürfte - aber träumen wird man ja noch dürfen.
Auch wenn es noch ein wenig zu früh ist einen Blick in die Zukunft zu werfen, vielleicht kannst du uns aber dennoch schon einige Details verraten, was alles auf Eure Fans zukommen wird.

Wir arbeiten zunächst mit Sicherheit und voller Konzentration an unserem zweiten Album. Einige Songs sind auch schon so gut wie fertig und ich glaube, ich verspreche nicht zu viel, wenn ich abermals kraftvolle Metal-Kompositionen der alten Schule ankündige. Wir möchten uns mit diesem Album in die Herzen der Fans spielen, so wie es uns mit »Rise Of The Phantom« gelingen konnte. Eric nimmt außerdem gerade Melodien für eine Fernsehshow von Alex Reymundo, einem Komiker hier bei uns in den Staaten, auf, die dann über HBO und Comedy Central zu sehen sein werden. Keine schlechte Sache für ihn und mit Sicherheit auch ein netter Verdienst. Was PHANTOM-X betrifft, freue ich mich schon sehr auf die Tournee im September, was natürlich auch gleich für OMEN gilt! Wir werden Europa ein paar unvergeßliche Konzertabende bieten!

Kann ich mir jetzt schon vorstellen, denn Kevins Auftritte von Balingen anno 2004 habe ich zwar schon erwähnt, aber Ehre, wem Ehre gebührt. Außerdem wird es sicher ein netter Abend, bei dem man sowohl die "Henne" als auch das "Ei" zu Gesicht bekommt.

http://www.phantom-x.net/

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Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

PHANTOM-X im Überblick:
PHANTOM-X – Rise Of The Phantom (Rundling)
PHANTOM-X – Storm Riders (Rundling)
PHANTOM-X – The Opera Of The Phantom (Rundling)
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OMEN (US) – News vom 01.06.2007
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