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Ihren Platz als bedeutendste deutsche Progressive-Band, die auch international einen exzellenten Ruf genießt, haben sich VANDEN PLAS in den letzten Jahren Stück für Stück erarbeitet. Doch vier Jahre seit der letzten Studioplatte »Beyond Daylight« sind eine lange Zeit, so daß dieser Status in Gefahr sein könnte.
Jedoch kann man Entwarnung geben, denn das Warten auf das neue Album »Christ0« hat sich wahrlich gelohnt: Anno 2006 wäre es lächerlich, im Zusammenhang mit VANDEN PLAS auch nur noch ansatzweise an DREAM THEATER zu denken - ein Vergleich, der VANDEN PLAS schon lange verfolgt. Diese Band hat sich schon längst ihr eigenes Universum geschaffen, in dem sie sich bei »Christ0« mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegt.
So lautet das klare Resümee nachdem wir Mitte Dezember die Band im Studio besuchen und uns einen ersten Höreindruck verschaffen konnten. Doch parallel zu den Arbeiten an »Christ0« haben VANDEN PLAS die Vorbereitungen für ein weiteres Projekt in Angriff genommen: 2004 erschien von ABYDOS, dem Soloprojekt von VANDEN PLAS-Sänger Andy Kuntz, eine Platte, die nun in ein Rockmusical umgewandelt wurde, das am 25. Februar am Pfalztheater Kaiserslautern welturaufgeführt wird. Zwar sind VANDEN PLAS in der Vergangenheit bekanntlich schon oft bei Rockmusicals am Theater aufgetreten, aber dennoch stellt "Abydos" ein Novum in der Bandgeschichte dar, wie Gitarrist Stephan Lill, Keyboarder Günter Werno und Andy darlegen können.

VANDEN PLAS-Bandphoto 1

Günter, Du warst für das Arrangement von "Abydos" zuständig. Wie kann sich ein Normalsterblicher vorstellen, wie aus einer Progressive Metal-Platte ein Musical wird?

Günter: "Ich hatte eindeutige Vorgaben, da ich das Musical arrangiert habe, aber nicht transformiert habe. Ich mußte mich also streng an das Original halten. Nachdem Andy die entsprechende Story fertig hatte, wurde ich beauftragt, ein Arrangement fürs Theater zu schreiben. Diese Arbeit bestand darin, einen Klavierauszug von jedem Song zu schreiben, so daß ich die Songs erst heraushören mußte, um sie auf dem Klavier spielen zu können und schließlich mittels Midi-Programmen in Noten zu transferieren. Außerdem mußte ich die ganzen Orchesterstimmen, die auf der ABYDOS-Platte recht häufig vorkommen, einrichten. Anschließend mußte ich den Gesang von der Platte heraushören und entsprechende Partituren erstellen, nach denen die fünf Solisten singen können. Schließlich wird auf der Bühne der Gesangspart, den Andy auf der Platte komplett selbst übernommen hatte, zwischen den einzelnen Solisten aufgeteilt, die ab und zu miteinander oder gegeneinander singen. Außerdem mußte noch der Gesangspart für den Chor des Pfalztheaters erstellt werden: Als Grundlage dienten dabei jene Chorpassagen, die schon auf der Platte zu hören sind, doch diese wurden erweitert, so daß sie bühnentauglich waren. Außerdem wird bei ›Far Away From Heaven‹ ein Kinderchor zu hören sein."

Andy, was hat sich auf dem Weg von der ABYDOS-Platte hin zum "Abydos"-Musical storytechnisch geändert?

Andy: "Als ich das Projekt angeboten hatte, dachte ich eigentlich daran, daß "Abydos" auf der kleinen Werkstattbühne aufgeführt werden soll, so daß ich die Songs alleine gesungen hätte, allenfalls mit zwei, drei weiteren Schauspielern, die reinen Sprechtext gehabt hätten, um zwischen den Songs überzuleiten. Doch der Intendant des Kaiserslauterer Pfalztheaters Johannes Reitmeier war sofort Feuer und Flamme und hat "Abydos" sofort als große Rockoper gesehen, die er unbedingt ans große Haus holen wollte.
Daher mußte ich aus den verschiedensten Gründen einiges umschreiben: So wird die ABYDOS-Platte einzig aus dem Blickwinkel des Hauptdarstellers, des kleinen Fly, erzählt, der sich teilweise in die Gefühle und Gedanken der anderen Figuren hineinversetzt. Also war es meine Aufgabe, diese Charaktere selbst zum Leben erwachen zu lassen, und den entsprechenden Part auch den gecasteten Schauspielern auf den Leib maßzuschneidern.
Wir hatten das Glück, sehr gute Schauspieler zu finden: So wird beispielsweise Astrid Vosberg mitspielen, mit der ich schon viele Produktionen gemacht habe, und die auch mit dem Stück in Zusammenhang steht. Ich habe nämlich mit ABYDOS unter anderem auch zwei Verlusterlebnisse verarbeitet: den Tod meines Vaters und eines sehr guten Freundes, der mich früher sehr gefördert hat und auch schauspielerisch an mich geglaubt hat, und Astrid war seine Freundin. Daher freut es mich besonders, daß sie nun ein Teil des "Abydos"-Musicals sein wird. Außerdem wird es einen wirren Professor geben, der der Freund des jungen Fly ist, der von Andy Zaron dargestellt wird, der 1990 die "Rocky Horror Show" gespielt hatte. Ulli Wewelsiep wird der Erzähler sein, der die Story transportiert; er wird den sehr mystischen Charakter Mito spielen, von dem man während des kompletten Stücks nicht weiß, auf welcher Seite er steht, was letztendlich in einer großen Überraschung münden wird, die ich aber nicht vorwegnehmen will. Ulli hat eine sensationelle Sprechstimme und hat auch bei Ian Parrys drittem CONSORTIUM PROJECT die deutsche Einleitung gesprochen. Dann gab es noch die Rolle des Bösewichts zu vergeben: Für diese Rolle hatte ich sehr klare Vorstellungen und irgendwann kam in mir die Idee auf, eine Frau dafür zu nehmen. Also habe ich Katy Karrenbauer gefragt, die man aus der TV-Serie "Hinter Gittern" kennt und mit der ich schon in der "Rocky Horror Show" in Saarbrücken gespielt hatte. Sie hatte zunächst Interesse geäußert, mußte aber letztendlich leider wieder abspringen, da sie einfach zu viele Drehs hat, so daß die Rolle nun von Ines Agnes Krautwurst übernommen wird, die die Rolle mit Sicherheit genauso gut bedienen wird."

Günter: "Es ist erstaunlich, daß bei genauerem Nachforschen einige Parallelen zwischen Andys ABYDOS-Story und der ägyptischen Kult- und Begräbnisstätte Abydos aufgetaucht sind: Ohne daß Andy wirklich Kenntnis von diesen Sachen hatte, hat er gewisse Dinge exakt so in seine Story eingebaut wie sie auch in der ägyptischen Mythologie waren. Es gibt beispielsweise Bilder von Toten, die über einen Fluß fahren, um auf der anderen Seite wiedergeboren zu werden; doch dort lauert ein böse Göttin, die Seelen frißt, so daß manche Menschen nicht wiedergeboren werden. Besagte Göttin wird immer grün dargestellt und der entsprechende Charakter, den Andy entwickelt hat, trägt den Namen "Green". Doch mehr noch: Denn ursprünglich war "Green" ein männlicher Charakter, der "Scarecrow Man". Wie Andy schon erwähnt hat, verspürten wir das klare Bedürfnis, diese Rolle einer Frau zu geben - ohne daß wir zu diesem Zeitpunkt wußten, daß es sich in der ägyptischen Mythologie tatsächlich um eine Göttin handelt. Ein wirklich unglaublicher Zufall!"

Andy, Wie fühlst Du Dich dabei, daß jene Songs, in denen viel Herzblut von Dir steckt, nun von anderen Personen auf der Bühne gesungen werden.

Andy: "Das ist schlicht eine Notwendigkeit. Als Künstler ist man auf solche Neuerungen zudem gespannt und kann daraus nur lernen. Ich habe bewußt mit Günter zusammen Schauspieler gecastet, die die Rollen auf ihre ganz eigene Weise bedienen können. Ich will keineswegs vier Klone von mir auf der Bühne stehen haben, denn dann müßten die anderen Darsteller zwangsläufig schlechter als ich dastehen. Ich will aber, daß das gesamte Musical funktioniert. Ich habe auch keine Angst davor, wenn die Zuschauer hinterher sagen werden, daß ich gegenüber den anderen Darstellern abgestunken bin. Natürlich werde ich mich reinhängen, um so gut wie möglich zu sein, aber am wichtigsten ist das gesamte Projekt! Letztendlich will ich nämlich, daß das Endresultat dem Pfalztheater Recht gibt, daß sie ihr Vertrauen in mich gesetzt haben. Ich habe vielmehr Angst davor, wie ich reagieren werde, wenn ich als Fly Songs singen werde und in denen natürlich sehr viel Trauerarbeit steckt. Denn eigentlich sind diese Dinge seit fast drei Jahren abgehandelt, und werden nun wieder in Szenerien hineingebracht, in denen ich mich selbst vielleicht wiederfinden werde. Also ich glaube, daß für mich die "Abydos"-Aufführungen sehr emotional sein werden."

Das Musical wurde über die ABYDOS-Songs hinaus ausgeweitet.

Günter: "Richtig: Die Songs von ABYDOS wurden komplett übernommen und lediglich ›Hyperion Sunset‹ wurde zur Ballade umgeschrieben, weil die ursprüngliche Doublebass-Nummer einfach nicht in ein Musical gepaßt hätte. Von VANDEN PLAS werden ›Can You Hear Me‹ in zwei Versionen sowie ›Healing Tree‹ verwendet."

Stephan: "Außerdem wird noch ein Song von mir hinzukommen, den ich für SNAILSHOUSE geschrieben hatte, der früher ›So wie der Wind‹ hieß und nun den Titel ›Like The Wind‹ tragen wird."

Gab es in musikalischer Hinsicht Probleme, diese Songs in das ABYDOS-Umfeld einzubetten?

Günter: "Wir haben bewußt nicht die härtesten VANDEN PLAS-Songs gewählt, sondern solche, die sich problemlos eingefügt haben: ›Can You Hear Me‹ ist bekanntlich eine Ballade und ›Healing Tree‹ hat einen ruhigen Anfang. Ich habe mir zu Hause eine CD mit allen Songs in jener Reihenfolge, wie sie auch auf der Bühne nacheinander kommen werden, zusammengestellt, und dabei hat sich schnell herausgestellt, daß die Stücke harmonisch ineinander übergehen."

Andy, wie konnte es funktionieren, daß Du solche Fremdkörper in die "Abydos"-Storyline integriert hast?

Andy: "Sie haben die Story letztendlich sogar noch bereichert und sehr gut gepaßt. Die Story war ursprünglich viel größer angelegt, hätte jedoch in dieser Form nicht auf die CD gepaßt. Dadurch ist also eine Menge Subtext entstanden und nun gab es auch genügend Freiraum, den ich nutzen konnte. Schließlich ist "Abydos" so konzipiert, daß alle fünf Charaktere von Anfang bis Ende mit einem roten Faden durchlaufen. Es gibt also keinen Charakter, der irgendwann mittendrin auftaucht, ein Lied singt und dann schon wieder abdanken kann. Das war letzten Endes auch die Hauptarbeit, beim Umschreiben des Stücks: für jeden Charakter seine eigene Storyline zu entwickeln."

Günter: "Das hat für mich natürlich immer bedeutet, daß ich diese Veränderungen auch wieder im Arrangement umsetzen mußte, was unterm Strich eine Menge Zeit gekostet hat."

Andy: "Es kam noch hinzu, daß meine ausgearbeitete Story ganz knallhart von Johannes Reitmeier als gelerntem Dramaturgen analysiert wurde und er schonungslos die dramaturgischen Schwächen aufgedeckt hat. Also habe ich die Story überarbeitet und Günter mußte sich wieder ans Arrangement setzen. Als dann die neue Version fertig war, wurde sie wieder von Johannes auseinandergenommen, bis wir zu einem stimmigen Endresultat kamen.
Johannes, der selbst schon mehr als 50 Stücke geschrieben hat, bot mir seine Hilfe an, die ich natürlich gern angenommen habe. Also haben wir uns desöfteren getroffen, um an dem Stück zu arbeiten und seine Erfahrung hat sich als unglaublich wertvoll erwiesen. So war Johannes auch der Auslöser für weitere Veränderungen: So war es ihm wichtig, daß die doch recht esoterisch angehauchte "Abydos"-Geschichte nicht die Bodenhaftung verliert, sondern stets für jedermann nachvollziehbar bleibt. Außerdem hat er mir dargelegt, daß ich die Story ursprünglich so konzipiert habe wie man sie in einem Buch oder auch einem Film umsetzen würde: Im Film kann man nämlich von einer Sekunde zur nächsten zwischen Szenen zu wechseln, war am Theater natürlich nicht möglich ist. Also haben wir dafür gesorgt, daß es nur vier, fünf Ebenen gibt, die sich innerhalb des Stücks etablieren. Daher mußte ich gewisse Dinge reduzieren oder manche Szenen, die ursprünglich in eigenen Szenerien gespielt haben, umkonzipieren. Außerdem wollte Johannes ein wenig mehr von der realen Historie des ägyptischen Tempels Abydos in dem Stück wissen. Daher hat sich Johannes auf eigene Kosten tonnenweise Literatur über Abydos gekauft, so daß wir intensiver recherchieren konnten.
Übrigens muß ich zu dem Stichwort Film noch etwas sagen: Ich glaube, daß die Wendung, die in "Abydos"stattfinden wird, fürs Theater eher ungewöhnlich ist und vielmehr ins Filmgenre gehört. Das rührt auch daher, daß wir enorme multimediale Möglichkeiten hatten: Ich habe hier ganz eng mit Karl-Heinz Christmann zusammengearbeitet, der schon mit Roland Emmrich Special Effects gedreht hat. Er hat den Narren an "Abydos" gefressen und macht uns nahezu unentgeltlich professionelle Filmaufnahmen, die zu dem Stück eingespielt und integriert werden. Besagte Wendung gab es übrigens auf der ABYDOS-Platte nicht, sondern die Antwort auf die vielen Fragen werden nun die Zuschauer visuell geliefert bekommen, während die Platte ein open end hatte."

Wird derjenige, der ABYDOS kennt, die Platte sofort wiedererkennen oder eher überrascht sein, weil sich einiges geändert hat?

Günter: "Wir haben uns eng an die Originalkompositionen von Stefan Glass und Michael Krauss gehalten. Wir hatten ursprünglich mal nachgedacht, ob wir beispielsweise alle Heavyparts, die die Gitarre spielt, lieber auf Clean- oder Akustikgitarre verändern sollen, aber haben uns letztendlich entschieden, diesbezüglich nichts zu verändern. Die größte Veränderung erfährt also der Gesang, weil er nun von verschiedenen Personen beigesteuert wird."

Haben Stefan und Michael etwas zu dieser Arrangementarbeit beigetragen, oder hast Du alles allein bewältigt?

Günter: "Die beiden waren so nett, daß sie mir ihre alten Midi-Files gegeben haben, die sie damals beim Komponieren verwendet hatten. Allerdings wurden manche Songs nochmal deutlich umgeschrieben, so daß die Files nur teilweise noch gepaßt haben. Also war es für mich zumeist einfacher, die Songs komplett selbst zu spielen, um digitale Noten zu erhalten."

Stephan, wie siehst Du selbst die ABYDOS-Platte? Wäre es hypothetisch gesprochen möglich gewesen, daß einer der Songs auch auf einer VANDEN PLAS-Platte gestanden hätte?

Stephan: "Es gibt sicherlich das ein oder andere Lied, das theoretisch gepaßt hätte. Der Hauptunterschied besteht allerdings darin, daß bei den ABYDOS-Songs teilweise sehr viel reingepackt wurde, wie beispielsweise verschiedene Stilrichtungen oder Variationen im Tempo oder der Harmonik. Natürlich war ich ins ABYDOS-Songwriting nicht involviert, so daß ich diese Aussage nur von meinem Gefühl her treffen kann, da ich diesen Eindruck bekommen habe, als ich mich neulich in die Songs eingearbeitet habe. Bei VANDEN PLAS hätten wir darauf geachtet, ob all' dies auch live noch umsetzbar wäre, doch dieser Gedanke hat beim Komponieren der ABYDOS-Stücke offensichtlich keine Rolle gespielt. Außerdem kommen hier und da Bläser vor, die ich persönlich bei VANDEN PLAS umpassend finden würde. Daher hätten wir als Band zunächst sicherlich noch mal Hand an die Songs gelegt, um die typische Charakteristik von VANDEN PLAS zu erreichen, bevor wir sie für unsere Zwecke verwendet hätten."

Wird sich dieses Problem denn auch bei der Musicalversion bemerkbar machen? Immerhin werden die Songs dann live von den VANDEN PLAS-Musikern gespielt.

Stephan: "Das Stück ist musikalisch zweifelsohne sehr anspruchsvoll, so daß es sehr probeintensiv für uns sein wird, aber es ist trotzdem möglich, alles live umzusetzen. Wenn dies nicht möglich gewesen wäre, hätten wir sicherlich schon im Vorfeld den ein oder anderen Song über Bord werfen müssen. Die einzige tiefgreifende Veränderung hat ›Hyperion Sunset‹ erfahren, da diese Doublebass-Nummer kaum theatertauglich war, so daß nun eine Ballade daraus geworden ist. Natürlich wird sich alles erst endgültig herausstellen, sobald die Proben beginnen. Ich habe allerdings das gesamte Stück schon durchgespielt, um herauszufinden, ob alle Parts mit nur einer Gitarre zu bewältigen sind, oder ob es hier und da nötig sein wird, noch etwas umzuarrangieren."

Es hat den Anschein, daß "Abydos" härter ausfallen wird, als die gängigen Rockmusicals.

Günter: "Auf jeden Fall! In "Rocky Horror Show" kommt Rock'n'Roll-artige Musik zum Zuge oder "Evita" ist von der Musik, die die Band spielt, betrachtet äußerst seicht."

Also wird "Abydos" den durchschnittlichen "Andrew Lloyd Webber-Fan" erschrecken?

Günter: "In dieser Hinsicht sollte man zunächst mal erwähnen, daß "Jesus Christ Superstar" bis dato die härteste Rockoper darstellt, die damals schon recht fortschrittlich komponiert wurde. In Sachen Komplexität und Eingängigkeit werden beide Stücke vergleichbar sein. "Abydos" wird vielleicht noch ein wenig härter ausfallen, aber der Hauptunterschied wird sein, daß "Abydos" mit zeitgemäßeren Sounds gespielt wird. Wir haben bewußt den Mittelweg gewählt, daß sowohl ein "normaler" Rockmusicalbesucher als auch in VANDEN PLAS-Fan etwas an den Stück finden wird."

Stephan, wird sich "Abydos" für die VANDEN PLAS-Musiker anders "anfühlen" als die anderen Rockmusicals, bei denen Ihr mitgemischt habt? Immerhin spielt Ihr erstmals ein Stück, das teilweise von einem Bandkollegen geschrieben wurde.

Stephan: "Teils, teils. Zum einen muß man sich in jedes Stück, das man nicht selbst geschrieben hat, reinarbeiten. Da Andy aber sehr stark involviert war, ist die Grundausrichtung der Musik vergleichbar mit der Musik, die wir mit VANDEN PLAS machen. Von der Harmonik her wird "Abydos" also weitgehend vertraut sein und zudem stammen wie erwähnt zwei Songs, die in "Abydos" auftauchen werden, von mir: ›Healing Tree‹ und ›So wie der Wind‹."

"Abydos" wird für die Musiker irgendwo zwischen den bisherigen Musicalauftritten, bei denen Ihr anonym im Orchestergraben gestanden habt, und den VANDEN PLAS-Auftritten, bei denen Ihr im Rampenlicht steht, liegen.

Günter: "So wie die momentanen Planungen aussehen, werden wir im Orchestergraben spielen, dieser soll jedoch immer wieder hochgefahren werden und somit zum Teil als Spielfläche für die Schauspieler dienen."

Stephan: "Für uns spielt es primär keine Rolle, ob wir zu sehen sind oder nicht. Wie es im Endeffekt aussehen wird, dürfte sich wohl erst bei den szenischen Proben herausstellen. In erster Linie müssen wir unseren Job machen und für das notwendige Fundament sorgen. Wir hatten beispielsweise auch schon bei der "Rocky Horror Show" auf der Bühne gesessen und hatten sogar eine eigene Kostümierung, die sich während des Stücks verändert hat. Eine solche Position hat natürlich den Vorteil, daß wir auch mal das Stück zu sehen bekommen. Ganz anders verhielt es sich wieder bei "Jesus Christ Superstar", wo wir auf der Unterbühne gespielt haben, also separiert von den klassischen Musiker; dabei sahen wir den Dirigenten mittels eines Fernsehbildschirms und den Sound bekamen wir über Monitor. Doch ganz gleich wie stark wir in die "Abydos"-Inszenierung eingebunden sein werden, ist es doch ein großer Unterschied zu einer Liveshow."

Eine solche "Orchestergrabengeschichte" war auch Euer letztes Musicalprojekt war "Nostradamus", das ebenso wie "Abydos" kein "großes" und bekanntes Musical wie die "Rocky Horror Show", "Jesus Christ Superstar" oder "Evita" war.

Günter: "Exakt, "Nostradamus" wurde vom neuen Kaiserslauterer Intendanten Johannes Reitmeier geschrieben. Johannes war früher Intendant in Hof und hat das Stück nach Kaiserslautern mitgebracht. Hier lief es eine Spielzeit und ging dann wieder zurück nach Hof."

Zu "Nostradamus" gab es eine Maxi-CD mit zwei Stücken aus dem Musical. Gibt es auch bei "Abydos" Pläne, daß der ein oder andere Song in der Musicalversion auf CD veröffentlicht wird?

Günter: "Ich würde es sehr begrüßen, wenn eine solche CD erscheinen würde - allein schon, um die Songs mit den anderen Sänger hören zu können. Ich weiß allerdings nicht, inwiefern diese Idee in die Tat umgesetzt werden kann."

Wie schätzt Du nach den Erfahrungen mit "Nostradamus" die Chance ein, daß mit dem Stück "Abydos" noch mehr passieren wird? Daß es eventuell in eine weitere Spielzeit übernommen wird oder an ein anderes Haus gehen wird?

Günter: "Diese Chance besteht generell bei jedem Stück, das wirklich gut ist und es schafft, die Zuschauer zu berühren und mitzureißen, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es noch zu früh, darüber etwas zu sagen."

Wie lang wird die "Abydos"-Bühnenversion letztendlich sein?

Günter: "Die Songs werden etwa 80 bis 90 Minuten dauern, aber es wird zusätzlich auch noch Zwischenmusiken, Dialogparts, Videoeinspielungen und Untertitel geben. Diese zusätzlichen Elemente sind notwendig, um die Story, die einige Zeitsprünge enthalten wird, zu erklären und zu verdeutlichen."

Wann wird das Musical "Abydos" starten?

Günter: "Die Premiere wird am 25. Februar am Pfalztheater Kaiserslautern sein und dann werden bis in den Juli hinein fünfzehn weitere Vorstellungen stattfinden. Außerdem werden wir im Laufe des ersten Halbjahres 2006 am Pfalztheater auch bei "Jesus Christ Superstar" mitwirken. Andy wird zudem in Darmstadt in der "Rocky Horror Show" und im Sommer in Augsburg in "Jesus Christ Superstar" zu sehen sein."

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Einen Monat später wird endlich auch die neue VANDEN PLAS-Platte »Christ0« erscheinen, die schon verdammt lange auf sich warten läßt: Immer sind seit »Beyond Daylight« vier Jahre vergangen - eine lange Zeit in der Ihr auch nicht auf Tour gegangen seid. Für viele Fans mag das so aussehen, als hättet Ihr Euch vier Jahre auf die faule Haut gelegt.

Günter: "Wer die Geschichte von VANDEN PLAS kennt, weiß daß wir schon immer mit vielen Hindernissen zu kämpfen hatten. Ich möchte dabei nur an die Probleme erinnern, die Stephan vor »Beyond Daylight« mit seiner Hand hatte und damals den Zeitplan ins Wanken gebracht hatte. Oder aber nach »The God Thing« war unsere Proberaum abgefackelt: Wir kamen von der Tour mit DREAM THEATER zurück und wollten mit diesem Aufwind im Rücken sofort beginnen, eine neue Platte zu verwirklichen und standen plötzlich ohne Proberaum und Equipment da."

Stephan: "In unserem Nachfolgeproberaum hatten wir Wassereinbruch, so daß dort mittlerweile das Moos fünf Zentimeter hoch wächst... Ergo: Wir durften uns wieder auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten machen."

Günter: "Auf jeden Fall hatten wir nach der Veröffentlichung von »Beyond Daylight« verschiedene Einzelshows und Festivalauftritte gespielt und kurz danach lag schon die Idee auf dem Tisch, den "Graf von Monte Christo" sowohl als Musical als auch als reguläre VANDEN PLAS-Platte umzusetzen. Die schon erwähnten Versuche kosteten eine Menge Zeit, führten letztendlich aber nicht zu dem gewünschten Resultat. Dann hatte Andy begonnen, an der ABYDOS-Platte zu arbeiten und wir waren der irrigen Meinung, daß er das einfach so nebenbei machen könnte. Letztendlich sollte ABYDOS ein sehr zeitintensives Projekt werden, was wohl auch damit zusammenhing, daß Andy einen Teil der Trauerarbeit wegen des Todes seines Vaters mittels ABYDOS erledigt hat. Daher waren VANDEN PLAS eine gewisse Zeitlang blockiert.
Natürlich kamen noch unsere Theaterengagements bei "Jesus Christ Superstar", "Evita" und "Nostradamus" hinzu und man darf nicht vergessen, daß die meisten von uns auch als Musiklehrer tätig sind. Klar wäre es nett, wenn wir uns einzig und allein auf die Bandarbeit konzentrieren könnten, aber irgendwie müssen wir eben unseren Lebensunterhalt mit der Musik verdienen."

Es war deutlich zu spüren, daß die neue VANDEN PLAS-Platte sehr viel orchestraler und klassischer ausgerichtet ist. Handelt es sich dabei um den logischen Schritt, den Ihr aufgrund Eurer Theatererfahrung vollzogen habt?

Günter: "Das kann man durchaus so sehen. Letztendlich rührt es auch daher, daß die "Monte Christo"-Thematik dadurch aufkam, daß uns angeboten wurde, dazu ein Musical zu schreiben. Unsere ursprüngliche Intention war, parallel eine Musicalplatte und eine Heavy-Platte zu kreieren. Doch nach und nach mußten wir feststellen, daß dieses zweigleisige Vorgehen nicht klappen wollte: Manche Mucialversionen waren nämlich zu soft, um als VANDEN PLAS-Song durchgehen zu können, während manche unserer Heavyversionen einfach viel zu hart waren, als daß sie in ein Musical gepaßt hätten. Zudem wäre der zeitmäßige Aufwand für uns nahezu nicht zu bewältigen gewesen, so daß wir diese Idee zunächst mal verworfen und uns auf die Heavy-Platte konzentriert haben.
Wir wollten früher schon entsprechende Elemente in unsere Songs einbauen, aber wir hatten nur die Keyboards zur Verfügung, so daß es nie hundertprozentig überzeugend geklungen hat. Doch mittlerweile gibt es wirklich gute Sounds, da das Prager Sinfonieorchester gesampelt wurde. Wenn man nun also einen Cellosound verwenden möchte, dann erklingt wirklich ein Cello, denn als diese Sounds erstellt wurden, hat tatsächlich jemand auf seinem Cello gespielt und wurde aufgenommen. Zudem hatten wir diesmal die Möglichkeit, mit dem kompletten "Turandot"-Chor des Pfalztheaters Kaiserslautern zu arbeiten, so daß der Chor einfach authentisch klingt. Wir hatten früher sicherlich schon das Know-how gehabt, um solche Parts einzubauen, aber es wäre schlicht unbezahlbar gewesen, einen kompletten Chor anzuheuern. Aber durch unsere verstärkte Arbeit am Theater haben wir die entsprechenden Leute kennengelernt, so daß sich diesbezüglich ganz neue Möglichkeiten aufgetan haben."

Inwiefern werden die klassischen Chöre und Orchestrierungen live umzusetzen sein? Ich denke diesbezüglich mit Schrecken an eine Band wie RHAPSODY, bei denen Livekonzerte wie eine Playbackshow wirken.

Stephan: "Diesbezüglich müssen wir abwarten bis wir die Songs für die Livesituation vorbereiten. Allerdings sind die Chöre nicht so dominant, als daß man sie live nicht weglassen könnte. Wenn wir uns allerdings entschließen werden, die Chöre live zu bringen, müssen wir sie natürlich einsamplen, denn es wir können kaum mit drei Stimmen einen 30-köpfigen Chor imitieren, der zur Hälfte aus Frauen besteht. Diesbezüglich bestünde allenfalls die Möglichkeit, den Chor bei einem Special Event zu bitten, daß er mit uns auftritt. Letztendlich wird sich eine Liveversion immer von der Studioaufnahme unterscheiden: Auch bei meiner Gitarrenarbeit muß ich mich an bestimmten Stellen für den wichtigeren Part entscheiden. So läuft bei der Studioversion unter dem Solo immer die Rhythmusgitarre weiter oder es wird mal eine Akustik- mit einer Heavygitarre gepaart; solche Parts kann ich auf der Bühne auch nicht hundertprozentig reproduzieren. Aber genau das macht eine Liveshow aus!"

Wie wird es in Zukunft an der Livefront aussehen?

Stephan: "Derzeit steht lediglich fest, daß wir im ersten Halbjahr 2006 komplett mit Theaterterminen verplant sind. Es wäre schön, wenn sich danach die Möglichkeit ergeben würde, daß wir mit einer anderen Band zusammen drei oder vier Wochen lang auf Tour gehen könnten. Doch eine Tour muß immer terminlich mit unseren anderen Verpflichtungen zusammenpassen. Natürlich sind wir nicht ganz zufrieden damit, daß die Liveschiene mit VANDEN PLAS im Moment etwas zu kurz kommt, weil wir durchs Theater gebunden sind, aber andererseits sind wir froh über unsere Theaterengagements, denn was kann es schöneres für einen Musiker geben, als wenn er mit der Musik seinen Lebensunterhalt verdienen kann?"

Seit wann arbeitet Ihr zielgerichtet auf die neue Platte hin?

Günter: "Etwa seit Anfang 2005, aber es sind auch Songs dabei, die in ihren Grundzügen schon vor zwei oder drei Jahren entstanden sind."

Kompositorisch sind VANDEN PLAS mittlerweile richtiggehend zweigeteilt: Etwa die Hälfte der Songs stammen von Dir die andere Hälfte von Stephan. Kooperationen zwischen Euch beiden gibt es überhaupt nicht und lediglich Andy beteiligt sich hier und da ein wenig. Also entstehen bei Euch die Songs nicht beim Jammen.

Günter: "Wir waren noch nie eine Jam-Band und immer, wenn wir versucht haben zu jammen, haben wir uns viel zu sehr verzettelt. Deshalb ist es bei uns vorteilhaft, wenn entweder Stephan oder ich mit klaren Vorstellungen eines Songs in den Proberaum kommt. Beim gemeinsamen Spielen kann es dann allerdings sehr wohl passieren, daß gute Ideen aufkommen, wie wir bestimmte Parts eines Songs noch stärker machen können.
Wir schreiben die Songs zu Hause und dank des Fortschritts der Technik kann man heute mittels virtueller Instrumente schon ganz ordentlich klingende Demos vorproduzieren, so daß wir im Proberaum eine klare Basis haben, von der wir ausgehen können."

Sind die Songs dann schon definitiv fertig, oder findet im Proberaum noch eine Veränderung statt?

Günter: "Es ist durchaus möglich, daß sich die Songs beim gemeinschaftlichen Ausarbeiten noch verändern können. Diesbezüglich ist unsere neue Ballade ›Fireroses Dance‹ ein gutes Beispiel: Das Thema für die Nummer spukt mir seit 1999 durch den Kopf. Irgendwann kam ein sehr guter Freund zu mir, der sich gerade von seiner Frau getrennt hatte, und schlug mir einen Text dazu vor, in dem er seinen Kummer verarbeitet hat. Diese Rohversion habe ich Andy vorgespielt und ihm fiel spontan eine Melodie ein, so daß kurze Zeit später die erste Version des Songs stand, die etwa dreieinhalb Minuten lang war - ein Lied, das für VANDEN PLAS-Verhältnisse fast schon erschreckend kurz war. Als wir das Lied gemeinsam spielten, hatte Stefan prompt eine Idee, die zum Mittelteil des Songs geführt hat; selbiger hat zwar eine völlig andere Stimmung als der Anfang, gab dem Song aber einen faszinierenden Flair. Oder aber die neue Nummer ›Silently‹ von Stephan hatte ganz anders begonnen, und der endgültige Anfang entstammt einem Vorschlag von mir. Das sind gute Beispiele, daß Songs bei uns auch im Teamwork entstehen können. Ich muß in dieser Hinsicht sagen, daß Stephan sehr gut darin, spontan perfekte Ideen aus dem Hut zu zaubern, wenn bei einem Song ein Part klemmt."

Letztendlich ist »Christ0« also jener zweite Teil des "Graf von Monte Christo"-Konzepts geworden, das Euch offeriert wurde. Hattet Ihr damals konkrete Vorgaben, wie die Story ausfallen muß, die sich nun auch auf der Platte abzeichnen?

Andy: "Nein, wir hatten keine konkreten Vorgaben als einzig Alexandre Dumas' Roman. Die Ausarbeitung der Thematik für das angedachte Musical sollte uns völlig allein überlassen bleiben, so daß nun auch auf der Platte unsere ganz eigene Interpretation des klassischen Stoffs zu finden ist.
Ich kam allerdings ziemlich schnell zu der Überzeugung, daß es unmöglich sein würde, diese traditionelle Story mit VANDEN PLAS umzusetzen. Daher bekam ich die Idee, ein modernes Textschema über die traditionelle Geschichte zu legen. Daher erzählen wir die Geschichte in einer Szenerie, die irgendwo zwischen Hitchcock und "Schweigen der Lämmer" liegt und zudem habe ich die Geschichte ganz anders beleuchtet. Denn für mich ist der Graf von Monte Christo nichts anderes als ein Serienmörder - auch wenn er nicht selbst tötet, sondern die Menschen dazu bringt, sich zu töten; etwas ähnliches wie eigentlich auch in einem Film wie "Saw" passiert ist. Selbstverständlich hatte den Grafen ein grauenhaftes Schicksal ereilt, aber andererseits könnte man auch die Geschichte von Hannibal Lecter ganz anders aufrollen, untersuchen, warum er so geworden ist und schon würde er in einem ganz anderen Licht dastehen. Auf jeden Fall fand ich immer den Schluß des Romans völlig bescheuert, denn eine solche Story kann einfach kein Happy End haben! Daher habe ich außerdem einen ganz anderen Schluß erfunden. Dadurch kommt auch eine zusätzliche Person ins Spiel, nämlich ein gewisser Inspektor X von Interpol, der den gesamten Fall untersuchen soll; bei uns wird die Story mehr oder minder aus der Perspektive dieses Inspektors erzählt, wobei dieser aber immer wieder in die Haut des Täters schlüpft und gewisse Dinge von dessen Standpunkt aus schildert. Auf jeden Fall kann ich versprechen, daß dieser Inspektor X eine überraschende Entdeckung macht."

Besteht die Möglichkeit, daß nun nach der Heavy-Platte »Christ0« doch noch das Musical mit Eurer Interpretation des Schicksal vom Grafen von Monte Christo entstehen wird?

Andy: "Ich habe beim Erstellen der Geschichte die Erfahrungen, die ich bei "Abydos" gesammelt habe, genutzt, und darauf geachtet, daß die Story durch und durch schlüssig ist, so daß »Christ0« ohne jenen großen Umbauaufwand wie bei "Abydos" als Musical umsetzbar wäre. Dieser Gedanke war bei mir immer im Hinterkopf und ich kann sagen, daß es jetzt schon Anfragen gibt, die weitaus konkreter als bei "Abydos" sind. Natürlich kann es sein, daß es nicht zustandekommt, aber die Chancen, daß »Christ0« auch eine Theaterbühne erblicken wird, stehen ganz gut."

Euer neues Cover fällt völlig aus dem ästhetischen Rahmen, in dem Ihr Euch bis dato bewegt habt. Habt Ihr keine Bedenken, daß dieser Bruch ein wenig zu radikal ist?

Andy: "Ich hoffe, daß er radikal ist! Wir wollen nach vier Jahren sowohl musikalisch als auch optisch ein Ausrufezeichen setzen. Wir haben allerdings sehr wohl drüber diskutiert, ob wir ein derart krasses Cover haben wollen; schließlich zielt die Figur mit ihrer Knarre direkt auf unsere Zuhörer! Doch unserer Meinung nach war es Zeit für eine optische Veränderung."

Darüber hinaus ist schon länger eine VANDEN PLAS-DVD im Gespräch. Wie ist diesbezüglich der Stand der Dinge?

Günter: "Unser Plan sieht vor, am Tag nach einer "Abydos"-Aufführung in der gleichen Kulisse eine VANDEN PLAS-Show zu spielen, und dabei ein wenig die Möglichkeiten des Theaters wie beispielsweise die Projektionsleinwand zu nutzen, um eine DVD aufzuzeichnen. Wenn alles wie geplant läuft, wird das irgendwann im Frühjahr stattfinden. Den Termin werden wir aber bekanntgeben sobald er steht."

Zum Schluß ein mutiger Ausblick auf die Zukunft: Kann man nach vier Jahren Wartezeit denn irgendwelche Prognosen wagen, wann eine weitere VANDEN PLAS-Platte erscheinen wird?

Stephan: "Zunächst sollte man diesbezüglich sagen, daß wir hoffen, daß »Christ0« wirklich eine Umsetzung als Rockmusical erfahren wird, so daß das gesamte "Graf von Monte Christo"-Projekt seinen Abschluß für uns finden würde. Schließlich haben wir schon etliche Lieder geschrieben, die im typischen Musicalstil gehalten sind, die dann zum Zuge kommen würden. Wenn dies Wirklichkeit werden würde, müßten wir Zeit investieren, die Heavysongs von »Christ0« in theatertaugliche Form bringen. Dennoch darf der reguläre »Christ0«-Nachfolger keine vier Jahre auf sich warten lassen. Daher habe ich schon weiterkomponiert nachdem wir das Songmaterial für »Christ0« komplett hatten. Einen dieser Songs wollte Andy sogar noch für »Christ0« verwenden, was wir letztendlich nicht getan haben, da die jetzigen Songs so gut zusammenpassen und wir dann einen dieser Songs hätten über Bord werfen müssen. Somit existiert ein Teil des Materials für die nächste VANDEN PLAS-Platte schon, aber realistisch ist es, einen Zeitraum etwa Ende 2007/Anfang 2008 für die nächste Platte anzuvisieren."

http://www.vandenplas.de/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Stefan Glas

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VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 29-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 30-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 46-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – ONLINE EMPIRE 48-"Living Underground"-Artikel
VANDEN PLAS – News vom 01.06.1990
VANDEN PLAS – News vom 28.07.1992
VANDEN PLAS – News vom 05.06.1998
VANDEN PLAS – News vom 28.10.2000
VANDEN PLAS – News vom 27.02.2003
VANDEN PLAS – News vom 16.09.2007
VANDEN PLAS – News vom 01.10.2007
VANDEN PLAS – News vom 17.06.2011
VANDEN PLAS – News vom 21.10.2011
VANDEN PLAS – News vom 21.04.2012
Playlist: VANDEN PLAS in "All-Time-Faves" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Beyond Daylight« in "Jahrescharts 2002" auf Platz 1 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Christ0« in "Jahrescharts 2006" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Far Off Grace« in "Jahrescharts 1999" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Fire« in "Cavelist Metal Hammer 09/92" auf Platz C von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Fire« in "Cavelist Metal Hammer 11/92" auf Platz C von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Headless« in "Playlist Metal Hammer 02/91" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »Headless« in "Playlist Metal Hammer 23-24/90" auf Platz 4 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »The God Thing« in "Jahrescharts 1997" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Album »The Seraphic Clockwork« in "Jahrescharts 2010" auf Platz 5 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow Frankfurt, Spritzehaus 04.11.1999 in "Jahrescharts 1999" auf Platz 2 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow Kaiserslautern, Cotton Club 26.01.2000 in "Jahrescharts 2000" auf Platz 3 von Stefan Glas
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow München, Backstage-Halle 20.05.2016 in "Jahrescharts 2016" auf Platz 3 von Gerald Mittinger
Playlist: VANDEN PLAS-Liveshow Paris, Café de la danse 25.11.1997 in "Jahrescharts 1997" auf Platz 1 von Stefan Glas
siehe auch: CD zum Musical "Nostradamus", bei dem VANDEN PLAS mitwirken
andere Projekte des beteiligten Musikers Andy Kuntz:
ABYDOS – Abydos (Rundling)
ABYDOS – ONLINE EMPIRE 31-"Eye 2 I"-Artikel: »Abydos«
Playlist: ABYDOS-Album »Abydos« in "Jahrescharts 2004" auf Platz 6 von Stefan Glas
siehe auch: Review der ''Abydos''-Uraufführung
AMASEFFER – News vom 14.06.2006
ATLANTYCA – To Nowhere And Beyond (Rundling)
LADY BLUSH – News vom 29.09.2007
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
NO GRAVITY – News vom 06.03.2011
SEMANTIC SATURATION – Solipsistic (Do It Yourself)
siehe auch: Andy Kuntz als Coverkünstler für ONLINE EMPIRE 1
andere Projekte des beteiligten Musikers Andreas Lill:
HEADCRASH – News vom 04.11.2013
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
Ian Parry – Visions (Rundling)
SECTION A – The Seventh Sign (Rundling)
WINTERLONG (S) – Second Coming (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Stephan Lill:
Ian Parry's CONSORTIUM PROJECT – Criminals & Kings (Re-Release)
CONSORTIUM PROJECT II – Continuum In Extremis (Rundling)
CONSORTIUM PROJECT III – News vom 06.08.2003
CONSORTIUM PROJECT V – News vom 11.01.2010
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
Ian Parry – Visions (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Torsten Reichert:
Ian Parry – Visions (Rundling)
andere Projekte des beteiligten Musikers Günter Werno:
CONSORTIUM PROJECT II – Continuum In Extremis (Rundling)
DC Cooper – DC Cooper (Rundling)
MISSA MERCURIA – ONLINE EMPIRE 14-Interview
PLACE VENDOME – Close To The Sun (Rundling)
PLACE VENDOME – Place Vendome (Rundling)
David Readman – News vom 06.06.2007
SECTION A – The Seventh Sign (Rundling)
SUNSTORM – News vom 29.01.2009
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