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Im alten Rom war ein Centurion (oder Centvrion, wie es damals geschrieben wurde) der Führer einer Armee und von hochoffiziellem Rang. Er führte seine Legionen und repräsentierte eine der wichtigsten Figuren im Reich. Dazu war er quasi auch eine Identifikationsfigur, denn das Vertrauen seiner Soldaten in ihn war so groß, daß sie bereit waren unter seiner Führung im Namen des heiligen römischen Reiches zu sterben.
So lehren es uns Geschichtsbücher, die sich mit dem antiken Rom beschäftigen. Den Namen CENTVRION hat sich im Jahre 1998 auch ein ebenfalls aus Rom stammendes Quintett auserwählt, um fortan die Welt mit ihren schwermetallischen Kom­po­si­tionen zu erobern. Die aus Germano Quintaba (v), Luciano Monti (g), Fabio Monti (g), Emanuele Beccacece (d) und Andrea Mandolesi (b) bestehende Truppe konnte sich zumindest in der Heimat mit ihren bisher erschienen Werken »Arise Of The Empire« (1999), »Hyper Martyrium« (2000) und »Non Plus Ultra« (2002) einen recht passablen Ruf erspielen. Mit ihren traditionellen Heavy Metal-Kompositionen sollte es aber auch außerhalb Italiens mehr als nur Achtungserfolge für den CENTVRION geben. Mit »Invulnerable«, das seit kurzer Zeit erhältlich ist, versucht es das römische Quintett auf ein Neues, um ihr Imperium an Fans vergrößern zu können. Ein Unterfangen, das wohl durchaus möglich sein sollte, was auch Gitarrist Luciano ähnlich sieht, wie er im Rahmen eines Interviews zu Protokoll gab.

Trotz mittlerweile vier Alben, die ihr bereits veröffentlicht habt, kennt man hierzulande teilweise noch nicht einmal Euren Bandnamen, geschweige denn die Musik. Also los, hier erhältst Du die Chance daran etwas zu ändern:

Wir begannen im Jahre 1995, gemeinsam zu spielen, aber erst 1998 unter dem Banner CENTVRION Musik zu machen. Im Laufe der Zeit konnten wir positive Erfahrungen sammeln und können auf die Veröffentlichung unser bisherigen drei Alben zurückblicken. Weniger positiv war dagegen, daß es durch die ständigen Line-up-Wechsel in den Anfangszeiten nicht gerade einfach war als Band zu bestehen. Aber wir, das heißt Fabio, Germano, Gianluca, Emanuele und ich, scheinen regelrecht zueinander zu gehören und sind bereit, mit »Invulnerable« voll durchzustarten und die Welt mit unserer Musik zu erfreuen.

CENTVRION-Headline

Welche Bands haben den Werdegang von CENTVRION nachhaltig beeinflußt?

Generell sind wir nahezu jeder Art von Musik gegenüber sehr aufgeschlossen, begonnen bei klassischen Klängen bis hin zum Heavy Metal hören wir unterschiedliche Arten von Musik. Als gemeinsamen Nenner von CENTVRION lassen sich aber JUDAS PRIEST finden, obwohl wir ansonsten sehr unterschiedliche Vorlieben haben. Deshalb hat auch jedes Bandmitglied einen anderen Stil, egal ob beim Spielen oder Komponieren. An JUDAS PRIEST haben wir aber allesamt einen Narren gefressen.

Da Eure Fans in der Zwischenzeit den vierten Longplayer beklatschen dürfen, stellt sich die Frage, ob Ihr denn mit Eurer bisherigen Entwicklung zufrieden seid?

Interessant, aber ich weiß gar nicht, was ich sagen soll... Wir können uns nicht beklagen, denn es geht mit der Band stetig vorwärts. Wir halten unsere Musik ebenso aufrecht, wie gewisse Personen den Glauben an uns beibehalten. Es ist im Endeffekt die gemeinsam Liebe zum Heavy Metal, die uns alle verbindet und so bleibt es hoffentlich auch nach dem fünften Album und dem sechsten...

Veröffentlichungstechnisch zählt Ihr mit vier Alben ja schon fast zu den alten Hasen, wie aber sieht es an der Live-Front aus?

Der wichtigste Auftritt unserer Karriere war bisher mit Sicherheit jener beim "Gods Of Metal"-Festival in Italien 2001, als JUDAS PRIEST als Headliner fungierten. Unser aller Traum ist es natürlich, eine solche Auftrittsmöglichkeit irgendwann einmal wieder zu erhalten. Sehr erfolgreich und interessant war auch "Italian Attack", eine Tournee, die uns quer durch unsere Heimat führte und bei der unterschiedliche Formationen wie LABYRINTH, WHITE SKULL, NOVEMBRE, SKYLARK und DOMINE neben uns Abend für Abend die Fans begeistern konnten.

Zufriedenheit in allen Belangen scheint bei CENTVRION angesagt zu sein. Weshalb dann der Wechsel von SCARLET zu DRAGONHEART?

Unser Deal mit SCARLET war ausgelaufen und weder das Label noch wir waren an einer Verlängerung besonders interessiert, weshalb wir eine Promo-CD zusammenstellten und diverse Plattenfirmen damit bemusterten. Zudem hatten wir auch Enrico Paoli von DRAGONHEART (und nebenbei auch noch bei DOMINE als Musiker aktiv), den wir schon seit langer Zeit kennen, kontaktiert und ihm auch eine Promo zukommen lassen. Na ja, besonders schwer war es nicht, bei DRAGONHEART unterzukommen, zumal Enrico unsere neuen Songs wirklich mochte.

Als erstes Produkt dieser Kollaboration bekamen wir »Invulnerable« präsentiert. Handelt es sich denn dabei um ein Konzeptalbum?

Nein, keineswegs. Es gibt allerdings einen durchgehenden roten Faden, denn die Songs an sich sind thematisch durchaus ähnlich, jedoch nicht unmittelbar miteinander verbunden. Thematisch handelt »Invulnerable« von einem "unverwundbaren" Menschen und seinem anhaltenden Kampf für Unabhängigkeit in einer materialistischen Welt. Als einsamer Kämpfer hat er es schwer, doch im Sinne antiker Helden besteht er diesen Kampf, denn er setzt sich mit Herz und Seele für seine Ideale ein. Germano hat diese Geschichte geschrieben, die perfekt mit den Songs harmoniert und auch atmosphärisch gut umgesetzt werden konnte.

Auch auf »Invulnerable« ist der geschichtsorientierte Hintergrund der Story an sich erkennbar. Das erweckt den Eindruck, daß Geschichte die wichtigste Einflußquelle für Eure Texte zu sein scheint.

Wir mögen nun einmal den historischen Hintergrund unserer Heimat, wir sind schließlich Italiener. [lacht] Es ist Teil unserer Kultur, sich damit zu befassen. Außerdem heben wir uns dadurch ein wenig von den zahlreichen anderen Metal-Bands ab, die sich wahlweise mit Fantasy-Stories im Stile eines J.R.R. Tolkien beschäftigen, oder aber die nordische Historie in ihren Lyrics verarbeiten. Germano ist geschichtlich sehr beschlagen und bringt sich immer wieder mit gut strukturieren Stories in die Band ein.

CENTVRION-Bandphoto 1

Musikalisch betrachtet scheint der Thrash Metal ein wenig Einzug gehalten zu haben, denn so heftig wie auf »Invulnerable« klangen CENTVRION nie zuvor. Absicht?

Keineswegs. Wir spielen Musik, die wir persönlich mögen. Es ergibt sich meist erst beim Songwriting, in welche Richtung es gehen wird, Kalkül steckt also keinesfalls dahinter. Im Laufe der Zeit hat sich der Sound von CENTVRION als solcher herauskristallisiert und sämtliche Bandmitglieder sind damit zufrieden. Änderungen mögen sich im Laufe der Zeit eingestellt haben, Absicht steckte aber zu keiner Zeit dahinter.

Vor allem wegen Eurer Texte wundert es nicht, daß Ihr in der Heimat eher auf Anklang stoßt, als anderswo. Welche Länder zählen denn noch zu den wichtigsten Absatzmärkten?

Keine Ahnung, aber Italien ist mit Sicherheit "unser" Markt. Wie es im Ausland um uns bestellt ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Die italienische Metal-Szene ist hier bei uns in den letzten Monaten eher in Mißkritik geraten, da manch' wichtige "Journalisten" der Meinung waren, daß aus Italien ohnehin nur RHAPSODY-Clones kommen würden. Bekommt Ihr davon etwas mit?

Nein, zum Glück nicht. Die Szene an sich floriert hier in Italien. Es gibt zahlreiche Underground-Bands, die sich vom Potential her nicht vor ausländischer Konkurrenz verstecken bräuchten. Es klingt eher verwunderlich für mich, daß italienische Bands derart geschasst werden, aber wir sehen uns ja auch keineswegs in der Linie von RHAPSODY und haben mit Ausnahme der Herkunft kaum etwas mit ihnen gemeinsam. Der Erfolg, den RHAPSODY im Laufe der Zeit einfahren konnten, steht ihnen auch zu, denn sie haben die Türen für die italienische Szene geöffnet. Ich denke, solche Unterstellungen können nur von Neidern stammen, aber da stehen wir doch drüber.

Gut gesprochen, und nur nicht unterkriegen lassen. Aber das werdet Ihr Euch wohl auch in Zukunft nicht.

Nein, CENTVRION bleiben ihrem Stil treu und wir blicken sehr erwartungsvoll in die Zukunft. Zunächst werden wir »Invulnerable« nach allen Regeln der Kunst promoten. Wir werden auch, so oft es uns möglich ist, Konzerte spielen. Für Italien habe ich da kaum Sorgen, ob es uns auch ins Ausland verschlagen wird, bleibt abzuwarten. Ein Traum wäre es auf jeden Fall, auch in anderen Ländern mit unserer Musik erfolgreich sein zu können.

Wir werden sehen, was geschehen wird. Für alle Konzertveranstalter und diverse Labelbosse sei übrigens noch angemerkt, daß eine "Italian Attack"-Tournee wohl auch hierzulande recht gut besucht wäre...

http://www.centvrion.com/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

CENTVRION im Überblick:
CENTVRION – Arise Of The Empire (Rundling)
CENTVRION – Invulnerable (Rundling)
CENTVRION – ONLINE EMPIRE 26-Interview
CENTVRION – News vom 11.02.2002
CENTVRION – News vom 14.04.2010
andere Projekte des beteiligten Musikers Emanuele "Manu" Beccacece:
EYEHATE – News vom 04.09.2007
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