UNDERGROUND EMPIRE the ONLINE EMPIRE-Titel
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”UNDERGROUND EMPIRE 2”-Datasheet

Contents:  WARDANCE (D)-Special

Date:  1989 (created), 10.08.2003 (revisited), 29.12.2011 (updated)

Origin:  UNDERGROUND EMPIRE 2

Status:  published

Task:  from paper to screen

Availability:  original printed issue sold out! Several later issues still available; find details here!

Comment:

Ein Studioreport aus einer Zeit, als es noch nicht üblich war, daß für jede zweite Band ein Trupp Journalisten zum Probehören durch die Weltgeschichte geflogen wird. Daher wurde der Bericht auch von WARDANCE-Gitarrist Thomas Heyer verfaßt, der später beim UNDERGROUND EMPIRE als Schreiberling mitmischen sollte. Meine Wenigkeit hatte zwar an einem Abend neugierdehalber die Band im Studio besucht, doch die lückenlosen Informationen von der Front konnte natürlich nur ein Dauerbewohner des Schützengrabens liefern - was er übrigens vorzüglich und peppig tat!

Layouttechnisch finden wir hier einen der erwähnten Anfängerfehler: Wer sonst würde auf die Idee kommen, einen ganzen Artikel in Fettdruck zu setzen!? Diese Peinlichkeit haben wir natürlich bei der HTML-Version nicht übernommen - versteht sich!

Doch jetzt schalten wir endlich live rüber zu Frittenfritz in die größte Junkfood-Bude von Karlsruhe...

Supervisor:  Stefan Glas

 
 

WARDANCE (D)-Logo

WARDANCE (D)-Headline

WARDANCE-Studioshot 1

Beim Interview im ersten UNDERGROUND EMPIRE konnte ich noch eine kurze Notiz über den Plattenvertrag von WARDANCE mit NO REMORSE RECORDS anfügen. Inzwischen hat sich einiges getan: »Heaven Is For Sale«, die erste Langspielplatte von WARDANCE, ist komplett eingespielt und müßte in den Tagen erscheinen. Als ich WARDANCE im Studio besuchte, konnte ich mich davon überzeugen, daß die Band ein prachtvolles Werk produziert hat. Gitarrist Thomas Heyer schrieb uns einen Bericht zu der Produktion von »Heaven Is For Sale«.

Es gibt Leute, die glauben, mit einem Plattenvertrag in der Tasche ist das Leben gleich viel viel schöner und von da an ginge alles wie von selbst. Dem ist nicht so!
Natürlich ist es ein geiles Gefühl, wenn man sich nach jahrelanger Schufterei (bei uns ging es eigentlich recht schnell) endlich am Ziel seiner Träume wähnt.

Doch die Ernüchterung kommt bald...

NO REMORSE RECORDS hatten uns bei der Produktion zu »Heaven Is For Sale«, unserer ersten LP unter ihrer Flagge, freie Hand gelassen - natürlich innerhalb gewisser Grenzen. Aber diese Freiheit bringt auch eine große Verantwortung und damit verbunden viel Streß mit sich.

Eine Platte aufzunehmen ist eine ziemlich nervtötende Angelegenheit. Wieder und wieder denselben Riff und dasselbe Solo und x-mal die gleichen Läufe zu spielen, bis der Mann am Mischpult und die Band zufrieden sind, das geht schon sehr an die Substanz.

Bei 20 Tagen Studiozeit bleibt auch leider nicht mehr viel Spielraum, um zu experimentieren. Daher müssen alle Feinheiten schon im Vorfeld der Produktion - im Proberaum - ausgearbeitet werden.

WARDANCE-Studioshot 2

Die Vorbereitungen für die LP begannen im August 1989. Nach dem "Summerend Festival" in Essen bekamen wir von NO REMORSE RECORDS die Zusage zum Plattendeal. Für die Aufnahmen wählten wir das "Katapult"-Tonstudio in Karlsruhe. Hier hatten wir schon im Herbst '88 gute Erfahrungen gemacht, als wir auf eigene Kosten in nur vier Tagen unsere Debut-Mini-LP »Crucifixion« einspielten.

Kai Schlünz, der Mann an den Knöpfen, verstand es hervorragend, unsere Ideen umzusetzen und uns immer wieder aufs Neue zu motivieren - so auch bei den Aufnahmen zu »Heaven Is For Sale«. Die Atmosphäre war locker, aber nie lasch.

Den ganzen September und Oktober brachten wir damit zu, neue Songs zu schreiben und arrangieren und alte Stücke zu überarbeiten.

Dann hatten wir die Qual der Wahl: Welche Lieder sollen auf die Platte??? Die Kriterien waren klar: Hart müssen die Lieder sein, aber auch melodiös und abwechslungsreich. Schließlich suchten wir ein Dutzend Stücke aus, u.a. eine Metalversion des Oldies ›House Of The Rising Sun‹ von Eric Burdon. Als besonderen Gag wollten wir hierzu einen Gastmusiker einladen. Wir entschieden uns für den ehemaligen WARLOCK- und RAGE-Gitarristen Rudy Graf, der auch spontan zusagte. Eine glückliche Wahl, wie sich herausstellen sollte.

WARDANCE-Studioshot 3

Sa, 21. Okt. 89:
1. Studiotag! Verstärker und Schlagzeug aufbauen. Soundcheck Drums. Erste Ernüchterung: irgendwie klappt's nicht so ganz; wir sind mit dem Sound nicht zufrieden.
Essen: Pizza & Hamburger

So, 22. Okt. 89:
Fortsetzung Schlagzeugsoundcheck. Es wird was! Das erste Paket Kaffee ist vernichtet.
Essen: Pizza & Hamburger

Mo, 23. Okt. 89:
Wir spielen die Songs live auf eine sogenannte Pilotspur. Später werden alle Instrumente der Reihe nach erneut aufgenommen. Die Musiker hören dann über Kopfhörer die Pilotspur als Orientierung.
Essen: siehe oben

Di, 24. Okt. 89:
Die letzten Stücke werden auf Pilotspur aufgenommen. Erste Streßerscheinungen bei uns; wir sind schon hinter dem Zeitplan.
Einzige Abwechslung, das Essen: Spaghetti und Lasagne!

Mi; 25. Okt. 89:
Stefan beginnt, die Drums einzuspielen. Jede Trommel und die Becken werden auf eine eigene Spur aufgenommen, um am Schluß optimal abmischen zu können. Stefan leistet Schwerstarbeit. Während seiner Ruhepausen spielt Markus die Baßparts ein. Der Rest der Band ist mehr oder weniger gelangweilt.
Essen: wie gehabt

Do, 26. Okt. 89:
siehe Mi, 25. Okt. 89!

Fr, 27. Okt. 89:
Die Schlagzeugaufnahmen sind fertig. Stefan ist's auch.
Essen: ratet mal!

Sa, 28. Okt. 89:
Die Gitarren werden eingespielt. Um einen volleren Sound zu erhalten, werden die Parts immer mehrmals parallel auf verschiedene Spuren aufgenommen.
Essen: weder Pizza noch Hamburger! Eine barmherzige Freundin hat uns Gulasch gekocht. Leider der einzige Lichtblick.

Di, 31. Okt. 89:
Die Instrumente sind komplett eingespielt. Es fehlen nur noch das Solo von Rudy Graf und Sandys Gesang. Nächster Termin im Studio ist erst wieder am Sonntag, worüber wir nicht gerade unglücklich sind.

Fr, 3. Nov. 89:
Rudy ist zu früh in Karlsruhe aufgekreuzt. Aber das stört ihn wenig. Überhaupt verstehen wir uns auf Anhieb prächtig mit ihm. Über das exzessive Wochenende wollen wir jedoch lieber den Mantel des Schweigens decken.

So, 5. Nov. 89:
Schock! Rudy ist krank (nein, nein - nicht vom Wochenende) und müßte eigentlich ins Krankenhaus, aber als Vollblutmusiker will er zuerst seinen Part einspielen. Es ist faszinierend, ihm dabei zuzuschauen. Er ist in bester Spiellaune, und weil's gerade Spaß macht, gibt's noch zwei Extrasoli. Abends fällt es uns allen schwer, voneinander Abschied zu nehmen.

WARDANCE-Studioshot 4

Die nachfolgenden Aufnahmen der Vocals verliefen recht zügig. Für den Backgroundgesang bekamen wir stimmgewaltige Unterstützung durch die Karlsruher Band BAFFDECKS.

Der Mix bedeutet das schlimmste Stück Arbeit bei der Produktion. Wenn man einen einzigen Titel wieder und wieder anhört, weiß man bald nicht mehr, was gut und was schlecht ist, welcher Effekt wo am besten einzusetzen ist und wo weniger eventuell mehr wäre.
Wir gönnen uns immer wieder einige Tage zur Erholung, um vom Gehörten Abstand zu gewinnen und die abgemischten Stücke wieder objektiv beurteilen und gegebenenfalls korrigieren zu können.

WARDANCE (D)-Bandphoto

Sind alle Titel fertig abgemischt, so werden die Songs von den Originaltonbändern auf ein sogenanntes Masterband überspielt und zwar genau in der Reihenfolge, in der die Stücke auf der Platte erscheinen sollen. Die Arbeit der Band und des Toningenieurs wäre damit getan.

Anhand des Masterbandes läßt die Plattenfirma nun die LPs, CDs und MCs herstellen.

So far, so good ... so buy!!

Bericht:
Thomas Heyer

Bearbeitung:
Stefan Glas

WARDANCE (D) im Überblick:
WARDANCE (D) – Heaven Is For Sale (Rundling)
WARDANCE (D) – UNDERGROUND EMPIRE 1-Interview
WARDANCE (D) – UNDERGROUND EMPIRE 2-Special
WARDANCE (D) – UNDERGROUND EMPIRE 5-"Known'n'new"-Artikel
WARDANCE (D) – METAL HAMMER 17-18/90-Special
WARDANCE (D) – News vom 09.04.2009
Soundcheck: WARDANCE (D)-Album »Heaven Is For Sale« im "Soundcheck Metal Hammer 15-16/90" auf Platz 22
Playlist: WARDANCE (D)-Album »Heaven Is For Sale« in "Playlist Metal Hammer/Crash 10/90" auf Platz 3 von Stefan Glas
siehe auch: WARDANCE auf dem Cover von UNDERGROUND EMPIRE 2
unter dem ehemaligen Bandnamen DESTROYER (D, Landau):
DESTROYER (D, Landau) – Y-FILES »UE«-Interview
andere Projekte des beteiligten Musikers Thomas Heyer:
TOM'S DINER – ONLINE EMPIRE 32-Special
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