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I Could Never Change The World In This Life" singt Zachary "Zak" Stevens in der Nummer ›In This Life‹, dem Opener der aktuellen Veröffentlichung von CIRCLE II CIRCLE mit dem Titel »The Middle Of Nowhere«. Klar doch, es ist schwer, die Welt im Alleingang zu verändern. Aber bei aller Bescheidenheit darf dem Herrn dennoch zugute gehalten werden, die Musikwelt durch seinen Einstieg bei SAVATAGE und den in jener Phase entstandenen Werken »Edge Of Thorns«, »Handful Of Rain« oder »Dead Winter Dead« einigermaßen auf den Kopf gestellt zu haben.
Ebenso überraschend wie sein Einstieg bei dieser Metal-Legende kam aber auch sein Abschied im Jahre 2000: Des Tourlebens müde zog Zak es vor, sich erst einmal eingehend um seine Familie zu kümmern. Was Musik betrifft, war erst einmal Sendepause angesagt und es sollte bis Ende des Jahres 2002 dauern, bis es ihn wieder in den Fingern zu jucken begann und er sich daran machte, zusammen mit seinen langjährigen Begleitern Jon Oliva und Chris Caffery, Songs zu schreiben. Diese kamen in späterer Folge im Jahre 2003 auf dem Album »Watching In Silence« unter dem Namen CIRCLE II CIRCLE auf den Markt. Die Scheibe erinnerte logischerweise stark an SAVATAGE, manche Fans der SAVATAGE-Ära mit Zak am Mikro gingen gar so weit, CIRCLE II CIRCLE den Vorzug gegenüber ihren eigentlichen "Helden" zu geben. Zusammen mit Matt LaPorte und David Rodgers an den Gitarren, sowie John Zahner (k), Chris Kinder (d) und Kevin Rothney (b) bildete Zak nun CIRCLE II CIRCLE, eine wahrlich starke Band, die drauf und dran war, den aus Terminproblemen mehr oder weniger nur noch auf dem Papier existierenden SAVATAGE den Rang abzulaufen, da bei Jon Oliva und Co. das ursprünglich als "Nebenprojekt" gegründete TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA in der Zwischenzeit zu einem gewinnbringenden und vor allem sehr zeitintensiven Unternehmen herangewachsen war.
Nach einer relativ erfolgreichen Tournee in Mitteleuropa zusammen mit SAXON und DORO begab sich Zak samt runderneuerter Truppe (ein Großteil seiner ehemaligen CIRCLE II CIRCLE-Mitstreiter steht nun bei Jon Oliva's PAIN unter Lohn und Brot) abermals ins Studio, um den Ende März dieses Jahres veröffentlichten, bereits eingangs erwähnten, zweiten Silberling »The Middle Of Nowhere« einzuspielen. Kurz danach war die Band auch wieder in Europa zu Gast und zwar im Rahmen der von ihrem Label AFM RECORDS organisierten "Flying Aces"-Tournee zusammen mit Rob Rock, MASTERPLAN und PURE INC.
Eben erst wieder in die Staaten zurückgekehrt, war Zak bereit für einen anstehenden Interview-Marathon, an dem auch meine Wenigkeit teilnehmen durfte.

Hi Zak, wie war es für Euch auf dieser Tour?

Bestens. Wir hatten das Glück mit durchwegs netten Musikerkollegen, die dazu auch in sehr talentierten Bands spielen, auf Tour gehen zu können. Die Publikumsreaktionen waren geradezu enthusiastisch. Obwohl wir im Vorfeld ein wenig Bedenken hatten, daß unsere Scheibe vielleicht doch ein wenig zu spät für diese Tournee erscheinen würde. Im Endeffekt waren wir aber von den Reaktionen auf jene Songs, die für den Großteil der Fans unbekannt waren, sehr überrascht. Es scheint, als ob unser neues Material durchaus mit den älteren Songs mithalten kann. Außerdem habe ich auch wieder ein richtig rockendes Line-up mit zwei Gitarristen, die Gas geben ohne Ende, rund um mich scharren können. Von daher mußte es geradezu klappen. [lacht]

CIRCLE II CIRCLE-Einzelshot: Zak Stevens

Daran besteht auch kein Zweifel. Allerdings unterscheiden sich die Songs von »The Middle Of Nowhere« doch recht deutlich von bisherigen Songs mit deiner Beteiligung. Weshalb?

Dahinter steckt meine volle Absicht. Ich wollte beweisen, daß Zak Stevens auch ein ernstzunehmender Songwriter ist und nicht nur der Sänger von Kompositionen, die Jon Oliva oder andere Größen geschrieben haben. Natürlich war es eine tolle Zeit bei SAVATAGE und ich bin sehr stolz darauf, was ich mit dieser Band erreicht habe und auch dankbar für die abermalige Zusammenarbeit mit Jon und Chris. Allerdings bin ich in der Zwischenzeit sowohl musikalisch als auch menschlich gereift. »The Middle Of Nowhere« ist so zumindest teilweise auf meinem Mist gewachsen, obwohl mich auch hier andere Musiker, wie Jon, Chris oder Bernd Auffermann unterstützt haben.

Die zum Teil doch deutlich heftigeren Nummern haben ihren Ursprung dann wohl in deiner persönlichen musikalischen Entwicklung. Wie ging es denn los?

Oh mein Gott, das ist lange her. Ich muß so 10 oder 11 Jahre alt gewesen sein, als ich zum ersten Mal »Destroyer« von KISS gehört habe. Seit damals ist es um mich geschehen und ich wollte schon in jungen Jahren in einer Hard Rock-Band singen. Später kamen dann BLACK SABBATH dazu, vor allem die Scheiben mit Ronnie James Dio haben es mir angetan. Mit zu den wichtigsten Bands für mich persönlich zähle ich auch noch IRON MAIDEN, da ich Bruce Dickinson sehr schätze, JUDAS PRIEST und QUEENSRŸCHE. Um es kurz zu machen, ich liebe Metal, aber er muß melodiös sein und vor allem muß die Band einen großartigen Sänger in ihren Reihen haben.

In diese Reihe darfst Du Dich selbst auch stellen, schließlich sind nicht wenige Fans erst seit deinem Mitwirken zu SAVATAGE-Fanatikern mutiert. Was hat letztendlich den Ausschlag gegeben, diese Band wieder zu verlassen?

In erster Linie waren es persönliche Gründe, dich mich dazu gebracht haben. Meine ältere Tochter war damals gerade zwei Jahre alt und meine Frau war nicht gerade davon begeistert, daß ich mit SAVATAGE so lange Zeit auf Tournee war, wollte aber auch nicht mit Sack und Pack mitziehen. Deshalb habe ich mich damals dazu entschlossen, mich längerfristig aus dem Geschäft zurückzuziehen und mich ausschließlich um meine Familie zu kümmern. In der Zwischenzeit haben wir einen Umzug hinter uns und ich bin stolzer Vater zweier Töchter im Alter von mittlerweile sieben und knapp zwei Jahren. Auch außerhalb meiner musikalischen Aktivitäten ist bei uns immer etwas los und auch was die Lautstärke betrifft, bekomme ich keine Entzugserscheinungen. [lacht]

Kann ich mir lebhaft vorstellen. Durch Deine Liebe zur Musik hast Du in weiterer Folge damals aber beschlossen, es mit CIRCLE II CIRCLE nochmals zu versuchen.

Genau, ich kann ohne Musik einfach nicht leben. Es war abzusehen, daß ich eines Tages wieder in einer Band singen werde. Durch meine nach wie vor intakte Freundschaft zu den anderen SAVATAGE-Jungs lag eine Zusammenarbeit auch quasi auf der Hand. Der Erfolg von CIRCLE II CIRCLE gibt mir recht. Ohne überheblich sein zu wollen, aber auf »The Middle Of Nowhere« kann ich schon sehr stolz sein.

CIRCLE II CIRCLE-Bandphoto 2

Das darfst Du mit Recht. Schließlich kann die Scheibe nicht nur durch die abermals perfekte Sangesleistung überzeugen, sondern auch mit durch die Bank überzeugenden, melodiösen und auch heftigen Kompositionen. Die mitunter relativ nachdenklich klingenden Texte, die ebenfalls aus deiner Feder stammen, beruhen wohl auf Erfahrungen, die du im Laufe der Zeit sammeln konntest.

Oh ja. Ich will zwar kein "Oberlehrer" sein, gehe aber dennoch mit offenen Augen durchs Leben, weshalb ich mir eine bestimmte Art, Vorgänge zu betrachten, angeeignet habe. Diesbezüglich sehe ich mich als "Beobachter" und genau das möchte ich in meinen Texten auch vermitteln. Außerdem war es nach Fertigstellung der Kompositionen auch sofort klar, daß ein wenig düster wirkende Lyrics besser zur Musik passen würden.

Wie Du schon erwähnt hast, sind diese neuen Songs auch live gut angekommen und die derzeitige Besetzung hast Du auch schon lobend erwähnt. Weshalb sind denn CIRCLE II CIRCLE überhaupt quasi "runderneuert" am Start?

Ich weiß, es mag ein wenig irritierend wirken, daß die Besetzung des ersten Albums nun bei Jon Oliva spielt. Diese Tatsache hat aber absolut nichts mit meiner Person zu tun. Durch meinen Umzug aus Tampa nach Nashville war es notwendig, mich nach neuen Musikern umzusehen, weshalb ich eben neuerlich auf der Suche nach Mitstreitern war und diese schlußendlich auch finden konnte.
Mit Andrew Lee und Evan Christopher haben wir ein junges, hungriges Gitarristenduo am Start und auch die Rhythmusabteilung mit Paul Stewart (b) und Robert Drennan (d) braucht sich nicht zu verstecken. Es ist außerdem leichter für mich, mit relativ unbekannten Musikern zusammenzuspielen, als mit selbsternannten "Rockstars". Wie schon gesagt, musikalisch läuft die Sache bestens und auch menschlich kommen wir perfekt miteinander aus.

Das kannst Du wohl auch noch von der Beziehung zu deinen ehemaligen Kameraden von SAVATAGE behaupten, oder?

Aber sicher. Erst kürzlich habe ich mich mit Jon getroffen und er hat mir von seiner Idee betreffend einiger Gigs mit SAVATAGE anläßlich des 25-jährigen Bestehens der Band informiert. Ehrlich gesagt bin noch heute sehr aufgeregt deswegen, denn was Jon im Schilde führt, kann sich wahrlich sehen lassen. Er möchte eine Art "Best Of" - Programm zusammenstellen, an dem dann möglichst viele Musiker, die in irgendeiner Form jemals an SAVATAGE beteiligt waren, mitwirken sollen. Soviel ich weiß, sind zumindest Chris Caffery, Jeff Plate und Jonny Lee Middleton davon ebenso begeistert wie ich. Macht Euch also schon einmal darauf gefaßt!

Auch unsereiner gerät durch derlei Ankündigung natürlich in Wallung, nichtsdestotrotz hoffen wir inständig, daß uns aber auch CIRCLE II CIRCLE erhalten bleiben.

Darauf geb' ich Euch mein Wort. CIRCLE II CIRCLE wird es auch trotz einer solchen, kurzfristig einzuberufenden SAVATAGE-Konzertreise geben! Schließlich sind wir erst jetzt zu einer richtigen Einheit geworden.

http://www.circle2circle.net/

Vorbereitung, Interview & Bearbeitung:
Walter Scheurer

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siehe auch: Musik von TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA im Film "Men In Black 3"
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